Main-Kinzig-Kreis – Die aktuellen Auswertungen des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zeigen im Dürremonitor erneut zunehmende Boden- und Grundwassertrockenheit in weiten Teilen Deutschlands. Auch wenn es im Main-Kinzig-Kreis derzeit keinen Wassernotstand gibt, machen die Prognosen deutlich: Längere und intensivere Trockenphasen werden wahrscheinlicher – mit direkten Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung.
Die Beantwortung der Anfrage GRN_AF/0064/2025 vom 10.03.2025 zur Trinkwasserversorgung bestätigt zwar, dass aktuell kein Brunnen aufgrund erhöhter Nitratwerte stillgelegt werden musste und keine akute Wasserknappheit besteht. Gleichzeitig läuft ein Denitrifikationsprojekt in Oberdorfelden – ein Hinweis darauf, dass vorbeugender Grundwasserschutz weiterhin höchste Priorität haben muss.
Rainer Vogel, stellvertretender Vorsitzender des WEVUL-Ausschusses, erklärt:
„Die Dürreprognosen des UFZ zeigen klar, dass wir uns auf häufigere Trockenperioden einstellen müssen. Auch ohne akuten Notstand müssen wir jetzt handeln. Vorbeugender Grundwasserschutz ist fachlich und wirtschaftlich sinnvoller als später teure technische Maßnahmen.“
Mahwish Ifthikar, Spitzenkandidatin der Grünen Main-Kinzig, ergänzt:
„Trinkwasser ist unsere wichtigste Lebensgrundlage. Wenn Dürreperioden zunehmen, wächst unsere Verantwortung. Wir brauchen eine Politik, die konsequent schützt, spart und nachhaltig wirtschaftet – für heutige und kommende Generationen.“
Für die Grünen im Main-Kinzig-Kreis bedeutet Grundwasserschutz konkret, dem Trinkwasserschutz konsequent Vorrang vor konkurrierenden Nutzungen einzuräumen. Dazu gehört eine trinkwasserschonende und stärker ökologische Landwirtschaft, die Nitrat- und Pestizideinträge wirksam reduziert.
Ein weiterer zentraler Punkt ist der regionale Wasserverbund mit dem Rhein-Main-Gebiet. Der hohe Wasserverbrauch der Stadt Frankfurt am Main und der Metropolregion muss kritisch geprüft werden. Dem Naturraum Vogelsberg-Spessart wird dauerhaft Wasser entzogen, um den Bedarf im Ballungsraum zu decken. Angesichts zunehmender Trockenperioden kann dies langfristig ökologische Schäden verursachen – insbesondere in den Wäldern, die bereits unter Hitze und Wassermangel leiden. Für die Grünen ist klar: Die Entnahme darf die ökologische Stabilität der Herkunftsregion nicht gefährden.
Darüber hinaus ist der Schutz von Flächen entscheidend: Weniger Versiegelung und gezielte Entsiegelungsmaßnahmen ermöglichen es, dass Regenwasser versickern und neues Grundwasser gebildet werden kann. Auch Gewerbe und Industrie müssen ihren Beitrag leisten – etwa durch wassersparende Konzepte und alternative Kühlmethoden bei Rechenzentren, um Trinkwasser nicht unnötig zu verbrauchen.
Die Grünen Main-Kinzig fordern daher, die wissenschaftlichen Erkenntnisse des Dürremonitors systematisch in die regionale Wasserstrategie einzubeziehen und den Schutz des Grundwassers über regionale Einzelinteressen zu stellen.
Unser Ziel ist klar: Heute vorsorgen, damit morgen ausreichend sauberes und bezahlbares Trinkwasser zur Verfügung steht – im Main-Kinzig-Kreis und in den Herkunftsregionen unserer Wasserressourcen.
Quelle: Redaktion MKK Echo

