Der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig hat sich bei einem Besuch im Klinikum Hanau über aktuelle gesundheitspolitische Themen sowie die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser informiert. Gesprächspartner waren der neue Geschäftsführer Stefan Gröger sowie sein Vorgänger Volkmar Bölke, der in Kürze in den Ruhestand wechselt.
Zu Beginn machte Reddig auf die angespannte Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung aufmerksam: Für 2027 werde ein Defizit von rund 12 Milliarden Euro erwartet. Bereits 2026 seien die Krankenkassenbeiträge deutlich gestiegen, weitere Erhöhungen drohten. „Unser Ziel bleibt Beitragsstabilität“, betonte der Abgeordnete. Das deutsche Gesundheitssystem sei eines der teuersten weltweit, ohne dass die Bevölkerung im internationalen Vergleich besonders gesund sei. Daraus ergebe sich ein klarer Reformbedarf.
Im Mittelpunkt des Austauschs stand die Krankenhausreform und der weiterhin hohe Anpassungsdruck für die Kliniken. Wie Gröger und Bölke berichteten, sei es in den vergangenen zwei Jahren verstärkt zu gegenseitigen Abwerbungen von Ärztinnen und Ärzten zwischen Krankenhäusern gekommen. In anderen Bereichen habe sich der Fachkräftemangel zuletzt leicht entspannt, insbesondere bei Hebammen sowie in der Intensivpflege.
Ein zentrales Zukunftsmodell ist die Weiterentwicklung des Klinikums zu einem stabilen Gesundheitsversorger für Stadt und Region. Ziel ist eine noch engere Verzahnung von ambulanter, stationärer und sektorenübergreifender Versorgung. Dazu gehören der Ausbau ambulanter Behandlungsangebote, strukturierte Nachsorge- und Homecare-Konzepte sowie eine enge Kooperation mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Gleichzeitig stärkt das Klinikum seine Rolle als leistungsfähiger Versorger für komplexe und stationäre Behandlungen und bleibt damit ein verlässlicher Anker der Gesundheitsversorgung in der Region.
Reddig sieht das Klinikum Hanau gut aufgestellt. Zwar schreibe auch dieses Haus Defizite, doch ist es gelungen, diese durch erhebliche Anstrengungen deutlich unter dem Durchschnitt anderer kommunaler Krankenhäuser zu halten – ein Verdienst, den Reddig ausdrücklich auch dem langjährigen Geschäftsführer Bölke zuschrieb. Zudem sei das Klinikum gut auf die Anforderungen des Krankenhausanpassungsgesetzes vorbereitet. Ziel sei es, dass der Standort auch künftig alle wesentlichen medizinischen Bereiche und Leistungsgruppen behält.
Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs war die Rolle der Krankenhäuser in Krisen- und Verteidigungsfällen. Hier wurde die besondere Bedeutung leistungsfähiger Notfall- und Intensivmedizin hervorgehoben. Reddig verwies in diesem Zusammenhang auf geplante gesetzliche Regelungen zur Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Krisenfall, die von Gesundheitsministerin Nina Warken vorangetrieben werden.
Abschließend dankte Reddig den Gesprächspartnern für den offenen Austausch: „Unsere Krankenhäuser stehen weiterhin unter großem Reformdruck. Entscheidend ist, dass Bund und Länder verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, damit die Kliniken ihre zentrale Rolle in der Gesundheitsversorgung und auch im Krisenfall erfüllen können.“
Quelle: Team Reddig

