Christdemokraten sehen falsche Schwerpunktsetzung der SPD an der Heinrich-Böll-Schule
Die CDU Main-Kinzig übt Kritik am Vorgehen der SPD und ihres Spitzenkandidaten Thorsten Stolz in der Diskussion um die Heinrich-Böll-Schule in Bruchköbel. Statt sich an den Fakten und den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler zu orientieren, versuche die SPD, eine ideologisch geprägte Debatte im Wahlkampf nach altem Muster anzuheizen. Es sei wenig hilfreich für die Schulgemeinde, das Thema derart ins Rampenlicht des Wahlkampfs zu ziehen, die Schule zum Spielball im Wahlkampf zu machen, um die eigene Wählerklientel zu mobilisieren, betont der CDU-Kreisvorsitzende Max Schad.
Im Zentrum der Kritik der CDU steht jedoch der Plan der SPD, das bestehende Schulgebäude in eine viele Jahre andauernde Baustelle zu verwandeln, statt wie von der CDU gefordert, das Gebäude vollständig neu zu bauen. „Eine Baustelle dieser Größenordnung bedeutet über Jahre hinweg Lärm, Schmutz und Einschränkungen für den Unterricht. Das ist eine Belastung für die gesamte Schule und kann nicht im Sinne der Schulgemeinde sein. Wir als CDU fordern einen modernen, schnellen Neubau. Nur so schaffen wir zügig die bestmöglichen Lernbedingungen für unsere Kinder, ohne ihren Schulalltag über Jahre zu beeinträchtigen”, so Schad.
Neben dem Ausblenden der baulichen Belastung verschließe die SPD mit der von ihr initiierten Online-Petition zum Erhalt der Integrierten Gesamtschule (IGS) auch die Augen vor den Fakten: Die Anmeldezahlen belegten deutlich, dass weniger als zehn Prozent der Kinder, die im vergangenen Jahr an die Heinrich-Böll-Schule wechseln wollten, über eine Gymnasialempfehlung verfügt hätten. Über 90 Prozent der Kinder hingegen hätten eine Hauptschul- oder Realschulempfehlung, erklärt die bildungspolitische Sprecherin der CDU, Dr. Maria-E. Heisler-Wiegelmann. Dies mache deutlich, dass Kinder mit Gymnasialenempfehlung mit sehr deutlicher Mehrheit keine Integrierte Gesamtschule anwählen wollten. Ein wesentlicher Grund sei, dass die IGS in den ersten beiden Schuljahren dem Kerncurriculum der Realschule folgt.
Im Ergebnis führe dies dazu, dass sich die Schülerinnen und Schüler mit Gymnasialempfehlung an den wenigen Gymnasien oder Kooperativen Gesamtschulen mit eigenständigem gymnasialem Zweig im westlichen Kreisgebiet bewerben müssten. Dadurch entstünden Überlastungen, sodass Kinder gegen ihren ursprünglichen Wunsch an andere Schulen gelenkt werden, an die sie gar nicht wollten. Kern des Problems sei, dass in den kommenden Jahren im Westkreis hunderte zusätzliche gymnasiale Bildungsplätze benötigt würden, die die SPD aber durch das Festhalten an der IGS verhindere, so Heisler-Wiegelmann.
„Die Kinder und Eltern wollen Bildungswege an einer Kooperativen Gesamtschule (KGS) oder an einem reinen Gymnasium. Die CDU steht für einen Schulträger, der das Angebot an der Nachfrage orientiert. Das unterscheidet uns von der SPD, durch deren Forderung zusätzliche Lenkungsmaßnahmen erfolgen müssen und zur Unzufriedenheit der Schülerinnen und Schülern sowie der Eltern führen, ganz zu schweigen von zusätzlichen Schülerbeförderungen. Das kann nicht richtig sein. Wir wollen in Bruchköbel bedarfsgerechte gymnasiale Bildungsplätze schaffen, anstatt wie die SPD krampfhaft an Strukturen festzuhalten, die am Elternwillen und dem Bedarf der Kinder vorbeigehen”, erklären Heisler-Wiegelmann und Schad.
Die CDU sieht in der Heinrich-Böll-Schule ein großes Potential. „Vor Ort haben wir eine starke Schulgemeinde. Hinzu kommt, dass Bruchköbel ein idealer Schulstandort ist. Wenn wir jetzt zügig neu bauen und dem Elternwillen mit einer KGS entsprechen, wird der Schulstandort Bruchköbel deutlich aufgewertet, statt weiter ausgebremst”, fasst die CDU abschließend zusammen. Außerdem wird die CDU den Weg nur mit der Schulgemeinde und nicht an der Schulgemeinde vorbei gehen.
Quelle: Redaktion MKK Echo

