Illustrator erhält Auszeichnung im September / Ausstellung im Kulturforum geplant
Hanau. Die Brüder Grimm-Dozentur 2026 der Stadt Hanau erhält der Illustrator, Grafik Designer und Dozent Markus Lefrançois. Oberbürgermeister Claus Kaminsky wird die Auszeichnung am Donnerstag, 17. September 2026, um 19.30 Uhr im Kulturforum überreichen. Gleichzeitig eröffnet dort eine Werkschau von Markus Lefrançois, die bis Jahresende zu sehen sein wird.
Mit der Dozentur ist ein Vortrag bei der Preisverleihung, ein Zeichenworkshop für Kinder und Jugendliche und eine Seminarbeteiligung an der Universität Frankfurt verbunden. Das Preisgeld beträgt 2.000 Euro.
Die Auszeichnung geht auf eine gemeinsame Initiative von Claudia Pecher, Präsidentin der Akademie für Kinder- und Jugendliteratur e.V. und Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen der Stadt Hanau zurück. Unterstützt wird der Preis vom Institut für Jugendbuchforschung der Goethe-Universität Frankfurt am Main und der Brüder-Grimm-Stiftung der Sparkasse Hanau. Bisherige Preisträger sind Dr. Tilman Spreckelsen (FAZ-Literaturredakteur, 2016), Irene Wellershoff (Redaktionsleiterin des ZDF-Kinderprogramm, 2018), Sebastian Meschenmoser (Maler und Zeichner, 2022) und Rafik Schami (Schriftsteller und Erzähler, 2024). 2020 konnte die Dozentur wegen Corona nicht vergeben werden.
Markus Lefrançois, geboren 1980 und aufgewachsen in Seligenstadt, lebt, liebt und arbeitet als freiberuflicher Illustrator, Grafik Designer, Dozent und vierfacher Vater in Kassel. Nach seinem abgeschlossenen Studium der Visuellen Kommunikation an der dortigen Kunsthochschule endete der offizielle Teil der Ausbildung mit der Ernennung zum Meisterschüler im Jahr 2008. Seit 2004 arbeitet Lefrançois mit diversen Buchverlagen, Museen und Kunden, z.B. aus Tourismus und vielen anderen Bereichen zusammen. In 2007 war er Mitbegründer des Verlages für Illustration „Rotopolpress“ und ist seit 2025 im Team der „Bilderbuchtage Kassel“, eines Festivals für Kinderbücher.
2007-19 lehrte Markus Lefrançois an der Kunsthochschule Kassel und 2009-16 an der Europäischen Kunstakademie Trier, sowie bei diversen bundesweiten Workshops, unter anderem für die Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendliteratur. Von dieser erhielt er 2012 den Nachwuchspreis verliehen (Vorgängerpreis der heutigen „Serafina“).
Seit 2021 ist Lefrançois Jury-Mitglied für den renommierten „Oldenburger Kinder- und Jugendbuchpreis“ und seit 2026 ganz frisch Mitglied beim deutschen Nominating Body des „Astrid Lindgren Memorial-Award“, des wichtigsten Preises für Kinder- und Jugendliteratur weltweit.
Markus Lefrançois schreibt über seine Arbeit: „Eine Illustration soll immer etwas mehr erzählen, als schon im Text steht, sonst ist sie nicht vonnöten! Typisch für seine Illustrationen ist ein ständiger Wechsel der Perspektive, „denn auch in der Geschichte ist man den Figuren schließlich mal mehr und mal weniger nah, fühlt sich groß und stark oder klein und schmächtig.“ Er findet viele der modernen Kinderbücher zu weich gespült: „Die Bilder guter Bücher sollen einfach ehrlich sein, so wie das Leben.“
Die vom Illustrator Markus Lefrançois bevorzugte Technik ist das Aquarell. Er nutzt diese malerische Technik aber auf sehr grafische Art und Weise. Alle Formen und Figuren bekommen eine dunkle Umrandung aus verdünnter Tusche, die so genannte Outline, die zurecht Vorbilder aus unterschiedlichen Epochen vermuten lässt. Wenn diese zeichnerische Linie auch Bewegung, Windhauch oder Töne sichtbar werden lässt, ist die Liebe und die Begeisterung für die bildhafte Sprache von Comics sichtbar, während in Bildkomposition, Farbgebung und Ornamentik die Nähe zu mittelalterlicher Buchmalerei und zum Jugendstil sowie der grafischen Kunst um 1900 fassbar wird. Seine Illustrationen sind farbig, nicht zu bunt, erst recht nicht schrill und nie kitschig. Er selbst lehnt alles Kitschige ab, obwohl er viel Stimmung und Atmosphäre in seine Bilder legen möchte. So bedient sich Markus Lefrançois auch sehr gern den der Natur eigenen Stimmungen für Jahres- oder Tageszeiten, die ihren Zauber dann auf die Erzählung übertragen. Denkbar einfach und so wirkungsvoll. Von seinen Arbeiten konnte man sich bereits in einer Ausstellung im Hessischen Puppen- und Spielzeugmuseum (2016) und den Kinder- und Jugendbuchwochen im Foyer des Neustädter Rathauses (2024) überzeugen.
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Ute Wolf
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Quelle: Redaktion MKK Echo

