Mittwoch, März 25, 2026
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Bonjour Hanau: Jugendliche aus Francheville entdecken Brüder-Grimm-Stadt

Bürgermeister empfängt Gruppe des Schüleraustauschs der Karl-Rehbein-Schule im Rathaus

„Schüleraustausche sind von unschätzbarem Wert für das gegenseitige Verständnis – und sie sind keine Selbstverständlichkeit”, betonte Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri beim Empfang von elf Schülerinnen und Schülern aus Hanaus Partnerstadt Francheville im Neustädter Rathaus. Gemeinsam mit ihren Lehrkräften sind sie aktuell Gäste der Karl-Rehbein-Schule.

Der Bürgermeister und Schuldezernent hatte die Gruppe, die von den Lehrerinnen Florence Buisson und Aurélia Ogier sowie den Hanauer Lehrerinnen Ute Mitze und Heike Will begleitet wurde, zunächst auf dem Marktplatz vor dem Brüder-Grimm-Nationaldenkmal empfangen. Hier entstand ein gemeinsames Erinnerungsfoto, bevor es in den Elisabeth-Selbert-Saal im Neustädter Rathaus ging, mitten ins politische Herz der Stadt Hanau.

Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri begrüßte die Gäste zunächst auf Französisch, wechselte im weiteren Verlauf jedoch ins Deutsche. Die Inhalte wurden von Lehrerin Florence Buisson übersetzt, sodass die Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Arbeit des Magistrats, des Oberbürgermeisters sowie der Stadtverordnetenversammlung erhielten. Dabei erläuterte Dr. Bieri auch die Sitzordnung im Saal und erklärte, dass das Amt der Stadtverordneten ehrenamtlich ausgeübt wird und die Mitglieder alle fünf Jahre gewählt werden – zuletzt erst vor rund anderthalb Wochen. Die Stadtverordnetenversammlung sei eines der wichtigsten Organe der Stadt, in dem zentrale Themen wie der Haushalt oder aktuelle Projekte entschieden werden.

Ein besonderer Fokus lag zudem auf der Namensgeberin des Saals: Elisabeth Selbert, eine der vier „Mütter des Grundgesetzes“. „Dass Männer und Frauen gleichberechtigt sind, diesen Grundsatz hat sie im Grundgesetz verankert“, so Bürgermeister Dr. Bieri. Auch an der Partnerschule in Francheville, dem Collège Christiane Bernardin, spielt die Förderung von Mädchen in den Naturwissenschaften eine wichtige Rolle, berichteten wiederum die Gäste aus Frankreich.

Abwechslungsreiches Programm für die Jugendlichen

Neben der politischen Bildung vermittelte Bieri den Jugendlichen auch Eindrücke aus der Geschichte Hanaus: So sei die Stadt im Jahr 1143 noch weitgehend von Sumpflandschaften geprägt gewesen, ehe sich rund um die Burg Hagenowe des Ritters Dammo erste Siedlungen entwickelten. Jahrhunderte später haben sich zudem Glaubensflüchtlinge, unter anderem Wallonen, in Hanau niedergelassen und mit der Gründung der Neustadt wichtige Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung gegeben. „Hanau ist seit Jahrhunderten von Migration geprägt – und genau das hat unsere Stadt stark gemacht“, betonte der Schuldezernent.

Auch die kulturelle Bedeutung der Brüder Grimm kam zur Sprache. Der Bürgermeister erzählte nicht nur von der Legende, dass Jacob und Wilhelm Grimm nachts ihre Plätze auf dem Denkmal tauschen, damit jeder von ihnen mal sitzen darf, sondern hob auch ihre Rolle als Märchensammler und Sprachforscher hervor. Hanau sehe es als Auftrag, ihr Wirken lebendig zu halten – unter anderem mit den Brüder Grimm Festspielen. Darüber hinaus stellte Bieri Hanau als wirtschaftlich starke, zugleich aber kleinste Großstadt Hessens vor, aus der unter anderem innovative Technologien für die Luftfahrt oder sogar für die Raumfahrt stammen.

Im anschließenden Austausch nutzten die Jugendlichen die Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre ersten Eindrücke von Hanau zu schildern: Viele zeigten sich von der modernen Stadt beeindruckt.

„Gerade in Zeiten, in denen internationale Verständigung wichtiger denn je ist, leisten solche Begegnungen einen unschätzbaren Beitrag“, sagte Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri zum Abschluss des Besuchs. „Wenn man bedenkt, dass ein solcher Austausch noch vor zwei Generationen kaum möglich gewesen wäre, wird deutlich, wie wertvoll und schützenswert diese Partnerschaften sind.“

Während ihres Aufenthalts erwartet die Schülerinnen und Schüler ein abwechslungsreiches Programm, darunter eine Stadtrallye durch Hanau, ein Besuch der Banksy-Ausstellung, ein Ausflug in den Frankfurter Zoo sowie ein Besuch im Schloss Freudenberg in Wiesbaden. Auch gemeinsame Unterrichtseinheiten und sportliche Aktivitäten wie ein Badminton-Turnier stehen auf dem Programm. Der Gegenbesuch der Hanauer Schülerinnen und Schüler in Francheville ist für Mai geplant.

Hintergrund: Hanau und seine Partnerstadt Francheville

Die französische Stadt Francheville bei Lyon ist seit Jahrzehnten eng mit Hanau verbunden. Ihren Ursprung hat die Städtepartnerschaft im heutigen Hanauer Stadtteil Steinheim, der bis zu seiner Eingemeindung vor rund 52 Jahren eine eigenständige Stadt war. Seitdem wird die Verbindung von der Gesamtstadt Hanau fortgeführt und aktiv gepflegt. Seit 2012 gibt es einen Schüleraustausch zwischen der Karl-Rehbein-Schule und dem Collège Christiane Bernardin in Francheville.

Wie viele Städtepartnerschaften in Europa entstand auch diese vor dem Hintergrund der Erfahrungen der beiden Weltkriege: Seit den 1950er Jahren setzen Kommunen gezielt auf Austausch und Begegnung, um Verständigung und Frieden zu fördern. In Hanau und seinen Stadtteilen haben sich diese Verschwisterungen zu einem wichtigen Bestandteil der europäischen Integration entwickelt.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Partnerschaftskomitee Steinheim, das sich seit 1972 der Verbindung mit Francheville widmet. Über die Jahre sind vielfältige Kontakte gewachsen – unter anderem zwischen Schulen, Chören und Musikgruppen. Die Stadt Hanau unterstützt diese Beziehungen durch finanzielle Zuschüsse sowie organisatorische und ideelle Hilfe. Ein sichtbares Zeichen der Partnerschaft ist zudem das Basaltensemble auf dem Jürgen-Sticher-Platz vor der Theodor-Heuss-Schule in Steinheim, das seit 2008 mit den Wappen von Francheville und der früheren niederländischen Partnerstadt Doorn an die internationalen Verbindungen erinnert. 2022 wurde das 50-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Francheville gefeiert.

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Julia Oppenländer

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bonjour hanau: jugendliche aus francheville entdecken brüder-grimm-stadt © stadt hanau / moritz göbel
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bonjour hanau: jugendliche aus francheville entdecken brüder-grimm-stadt © stadt hanau / moritz göbel

Quelle: Stadt Hanau

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