Mit dem „Zusammenbruch-Song“ eröffnete Jo van Nelsen das Programm am Freitag im Bürgerhaus in Nidderau-Ostheim – und setzte damit gleich zu Beginn das Thema des Abends.
Im Mittelpunkt standen die 1920er Jahre, jene Epoche, in der Deutschland mit den Nachwehen des Ersten Weltkriegs rang und zugleich unaufhaltsam auf die nächste Katastrophe zusteuerte. Gemeinsam mit dem Pianisten Bernd Schmidt zeichnete van Nelsen ein eindrucksvolles musikalisches Panorama dieser Zeit.
Die rund vierzig Stücke aus Schlager, Revue und Chanson spiegelten die ganze Bandbreite jener Jahre wider: Armut und Verzweiflung ebenso wie überschäumende Lebenslust – ein Tanz auf dem Vulkan. Mit Verve sang und spielte sich Jo van Nelsen durch das Repertoire. Sogar ein Duett mit sich selbst, in verteilten Rollen, meisterte er mit sichtbarer Spielfreude und zur Begeisterung des Publikums. Mit Charme und Bühnenpräsenz zog er die Zuhörerinnen und Zuhörer von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann und glitt scheinbar mühelos von einer Rolle in die nächste.
Immer wieder schlug van Nelsen den Bogen in die Gegenwart. Gegen Ende des Programms formulierte er einen eindringlichen Appell, aus der Geschichte zu lernen und sich bewusst zu machen, dass Demokratie nicht verhandelbar ist.
Das begeisterte Publikum entließ die beiden Künstler erst nach zwei Zugaben von der Bühne.
Kulturbeirat der Stadt Nidderau
Quelle: Redaktion MKK Echo

