Rund 80 Bestandsstücke vom 17. bis 28. Juni im Museum Schloss Philippsruhe Hanau zu sehen
Museen zeigen in Ausstellungen nur einen kleinen Teil ihrer Bestände. Der überwiegende Teil der Objekte wird sorgfältig gelagert oder verpackt in Depots aufbewahrt und bleibt der Öffentlichkeit meist verborgen. Die Ausstellung „Banal, bizarr, brillant: Vom Depot ins Rampenlicht“ präsentiert vom 17. März bis 28. Juni im Museum Schloss Philippsruhe einen Blick hinter die Kulissen.
„Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen vor allem Objekte, die in den vergangenen fünf Jahren neu in die Sammlungen der Städtischen Museen Hanau aufgenommen wurden – ergänzt durch ausgewählte Stücke aus dem älteren Depotbestand“, sagt Oberbürgermeister Claus Kaminsky zur Schau.
Die Präsentation führt durch die Vielfalt des musealen Sammelns. Alltägliche Gebrauchsgegenstände wie Zuckerstreuer, Werbegeschenke oder Salben begegnen rätselhaften Kuriositäten wie einem Wunderbecher oder der Hanauer Maus. Dr. Markus Häfner, Leiter der Städtischen Museen, sagt: „Herausragende Kunstwerke wie die Stillleben von Paula Dittberner oder Eugenie Bandell stehen neben Objekten, deren Bedeutung sich erst auf den zweiten Blick erschließt. Manche Exponate wirken skurril, andere beeindrucken durch ihre Schlichtheit oder handwerkliche Qualität. Gerade dieses Nebeneinander eröffnet neue Perspektiven auf das Sammeln im Museum.“
Zugleich beantwortet die Ausstellung grundlegende Fragen: Warum bewahrt ein Museum unscheinbare Alltagsgegenstände oder ungewöhnliche Objekte auf? Was macht ein Kunstwerk sammlungswürdig – und wer entscheidet darüber? Ebenso werden Fragen zum Bewahren und Erhalten, zum Aufnehmen und Forschen beantwortet.
Gezeigt werden rund 80 Objekte aus insgesamt mehr als 100.000 Bestandsstücken. Die Städtische Sammlung umfasst etwa 40.000 kunst- und kulturhistorische Objekte sowie einen noch größeren archäologischen Bestand aus zahlreichen Grabungen. Jedes Objekt – ob banal, bizarr oder brillant – erzählt eine Geschichte über Menschen, Zeiten, Ideen und Entdeckungen mit Bezug zu Hanau. Die Ausstellung folgt keiner festen Ordnung, sondern lädt die Besucherinnen und Besucher zum Entdecken ein.
„Viele der Gemälde und Plastiken konnten in den letzten Jahren durch Gelder aus dem Nachlass des Hanauer Künstlerehepaares Marianne und Kurt Sauer für die Städtischen Museen erworben werden“, sagt Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, Stadtidentität und Internationale Beziehungen. „Dafür sind wir unendlich dankbar, konnten die Bestände doch um herausragende Exponate erweitert werden.“
Die Ausstellung wird gefördert durch die Stiftung der Sparkasse Hanau. Restaurierungsmaßnahmen an Gemälden haben der Museumsverband Hessen und das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur gefördert.
Die Sammlungen der Städtischen Museen Hanau
Museen sammeln als zentrale Aufgabe Objekte von kultureller, historischer und archäologischer Bedeutung, bewahren sie dauerhaft und erschließen sie durch Forschung und Vermittlung für die Öffentlichkeit. Die Sammlungen der Städtischen Museen Hanau gehen auf den Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V. zurück, dessen Bestände als Dauerleihgabe verwahrt werden.
Ein wichtiger Bereich ist die Archäologische Sammlung mit zahlreichen Bodenfunden. Dazu gehören unter anderem Scherben, Gefäße, Knochen, Holzreste und Münzen. Zu den ältesten Objekten der Sammlungen gehören drei sogenannte Geröllgeräte, die vor 200.000 bis 500.000 Jahren entstanden sind.
Einen großen Teil bilden Gemälde, Grafiken und Skulpturen vom 16. Jahrhundert bis heute. Vertreten sind bedeutende Künstler wie Anton Wilhelm Tischbein, Moritz Daniel Oppenheim, Henriette Westermayr, Georg Cornicelius, Ludwig Emil Grimm oder August Gaul, darunter auch zahlreiche künstlerische Nachlässe von Reinhold Ewald, Helmut Funke oder Franz Stassen.
Darüber hinaus umfasst die Sammlung Kunsthandwerk, etwa Fayencen der Hanauer Manufaktur, Gold- und Silberschmiedearbeiten, Keramik, Glas und Eisenkunstguss. Die Grafische Sammlung beinhaltet Zeichnungen, Radierungen, Lithografien, Entwürfe, Werbegrafiken, Fotografien und Drucke.
Objekte jüdischen Lebens, Zunftgegenstände, Münzen, Werkzeuge und Maschinen dokumentieren die Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Stadt. Weitere Bestände betreffen Militär- und Alltagsgeschichte – von Uniformen und Waffen bis zu Luftschutzobjekten oder Hinterlassenschaften der US-Army – sowie Spezialsammlungen wie Papiertheater.
Ausstellung
Die Ausstellung „Banal, bizarr, brillant: Vom Depot ins Rampenlicht“ ist vom 17. März bis 28. Juni 2026 in den ehemaligen landgräflichen Privaträumen im 1. Obergeschoss im Nordflügel zu sehen.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr / Samstag und Sonntag, 11 bis 18 Uhr
Eintritt: Der Besuch der Ausstellung im regulären Eintrittspreis für das Museum Schloss Philippsruhe (7 Euro, ermäßigt 5 Euro) enthalten.
Weitere Infos unter http://www.museen-hanau.de.
https://www.presse-service.de/data.aspx/static/?ID=1212053.html
Quelle: Öffentlichkeitsarbeit Hanau, Julia Oppenländer

