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Arbeitsmarktpolitische Strategie wird konsequent umgesetzt

Stadt Hanau startet neue Projekte für mehr Teilhabe am Arbeitsmarkt

Hanau treibt die Umsetzung seiner arbeitsmarktpolitischen Strategie weiter voran. Unter der Verantwortung von Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri hat die Stadt gemeinsam mit lokalen Partnern mehrere Projekte gestartet, die insbesondere Menschen unterstützen sollen, die auf dem regulären Arbeitsmarkt nur schwer eine Beschäftigung finden.

Mit der Kreisfreiheit zum 1. Januar 2026 hat die Stadt Hanau erstmals die Verantwortung für die Umsetzung der Grundsicherung für Arbeitssuchende nach dem Sozialgesetzbuch II übernommen. Damit kann Hanau arbeitsmarktpolitische Maßnahmen künftig aus einer Hand gestalten und sich enger mit der Agentur für Arbeit Hanau sowie kommunalen Angeboten wie der Volkshochschule, der Wohngeldstelle oder sozialen Einrichtungen verzahnen. Ziel ist eine passgenaue Arbeitsmarktstrategie für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen in Hanau.

Die arbeitsmarktpolitische Strategie der Stadt setzt dabei auf drei zentrale Schwerpunkte: eine stärkere Vernetzung der Akteure, die Sicherung von Fachkräften durch Bildung und Qualifizierung sowie eine bessere Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle Bürgerinnen und Bürger.

„Unsere Arbeitsmarktpolitik verfolgt einen klaren Ansatz: Wir wollen Chancen eröffnen, Potenziale fördern und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt stärken“, betont Bürgermeister Bieri. Ziel sei es, möglichst vielen Menschen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen und zugleich die Fachkräftebasis für die regionalen Unternehmen zu sichern. „Dafür setzen wir auf enge Kooperation, gezielte Qualifizierung und konkrete Beschäftigungsangebote.“

Kooperation mit starken Partnern

Im Rahmen verschiedener Projekte arbeitet die Stadt eng mit dem Jobcenter Hanau – einer gemeinsamen Einrichtung von Arbeitsagentur und Stadt Hanau –, dem Sozialamt, der BAUprojekt Hanau GmbH, dem Hanau Infrastruktur Service sowie der Martin Luther Stiftung Hanau zusammen. Gemeinsam wurden Initiativen entwickelt, die insbesondere Langzeitarbeitslose, junge Menschen ohne Schulabschluss sowie geflüchtete Menschen mit unklarem Bildungs- oder Ausbildungsstatus unterstützen sollen.

Ein zentrales Instrument sind sogenannte Arbeitsgelegenheiten (AGH), umgangssprachlich auch „Ein-Euro-Jobs“. Diese zusätzlichen, gemeinnützigen Tätigkeiten werden durch das Jobcenter gefördert und sollen die Beschäftigungsfähigkeit verbessern sowie die soziale Teilhabe stärken. Die Teilnehmenden erhalten neben ihren Leistungen eine Mehraufwandsentschädigung und werden schrittweise an den regulären Arbeitsmarkt herangeführt.

Erweiterung eines erfolgreichen Projekts auf Sportsfield

Ein Beispiel ist das Projekt „Gemeinnützige Arbeitsgelegenheiten“ auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft Sportsfield unter fachlicher Anleitung der BAUprojekt Hanau GmbH. Seit September 2024 übernehmen dort Geflüchtete Reinigungs-, Garten- und kleinere Handwerksarbeiten innerhalb der Unterkunft. Sie erhalten dafür eine Aufwandsentschädigung von 2,50 Euro pro Stunde.

Bislang richtete sich das Projekt an Personen, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Künftig soll es auch auf Menschen ausgeweitet werden, die auf Sportsfield leben und Bürgergeld nach dem Sozialgesetzbuch II erhalten. In einem ersten Schritt ist geplant, bis zu 15 Teilnehmende einzubinden.

„Unser erklärtes Ziel ist es, die Menschen perspektivisch an den ersten Arbeitsmarkt heranzuführen. Im Rahmen der Arbeitsgelegenheiten erhalten sie die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu zeigen und weiter auszubauen“, erläutert Andrea Pfefferle von der BAUprojekt Hanau GmbH.

Niedrigschwellige Arbeitsangebote im Stadtbetrieb

Weitere Einsatzmöglichkeiten entstehen beim Hanau Infrastruktur Service. Dort werden in operativen Bereichen wie Bauhof, Straßen- und Kanalbau, Grünflächenpflege, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung zusätzliche Arbeitsgelegenheiten geschaffen.

„Diese Tätigkeiten liegen im öffentlichen Interesse, sind zusätzlich und wettbewerbsneutral“, erläutert Monika Wendt, Geschäftsführerin des Jobcenter Hanau. Für die Teilnehmenden stehe zunächst die soziale Stabilisierung, eine feste Tagesstruktur und gesellschaftliche Teilhabe im Vordergrund. Gleichzeitig sollen sie schrittweise an die Anforderungen des ersten Arbeitsmarktes herangeführt werden.

Einstiegsmöglichkeiten in Pflegeberufe

Auch die Martin-Luther-Stiftung Hanau beteiligt sich als Kooperationspartner an dem Projekt. Die Pflegeakademie der Stiftung bietet niedrigschwellige Einstiege für Menschen, die sich für eine Tätigkeit in der Pflege interessieren.

„Pflegepersonal wird überall dringend gesucht. Wer bei uns eine Ausbildung abschließt, hat sehr gute Chancen auf eine anschließende Beschäftigung in einer Pflegeeinrichtung oder einem Krankenhaus“, berichtet Christina Lademann, Leiterin der Pflegeakademie.

Zu den Qualifizierungswegen zählen unter anderem eine einjährige Ausbildung zur Altenpflegehilfe sowie ab 2027 eine anderthalbjährige Pflegeassistenzausbildung. Diese Angebote richten sich auch an Menschen, die über Umwege oder mit zusätzlicher Unterstützung den Einstieg in das Berufsfeld Pflege finden möchten.

Darüber hinaus bildet die Stiftung in weiteren Berufen aus, darunter Köchin oder Koch, Kauffrau beziehungsweise Kaufmann für Büromanagement, Friseurin oder Friseur, Fachinformatiker für Systemintegration sowie Fachkräfte für Restaurant- und Veranstaltungsgastronomie.

„Nach unserer Erfahrung entscheiden Sprachkompetenz und Integration oft über Erfolg oder Scheitern einer Ausbildung. Deshalb unterstützen wir unsere Auszubildenden auf ihrem Weg so umfassend wie möglich“, erläutert Lademann.

Gemeinsam zum Ziel

„Unsere Partner von Jobcenter und Arbeitsagentur werden zukünftig gezielt Menschen, die sie für geeignet halten, in Richtung dieser Arbeits- und Ausbildungsangebote lenken. Dabei unterstützen wir mit den Fördermöglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen – sei es Sprachkompetenz oder spezielle berufliche Fähigkeiten“, erklärt Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri. „Diese Projektideen zeigen, was möglich ist, wenn starke Partner in unserer Stadt gemeinsam ein Ziel verfolgen. Wir wollen Menschen, die bislang nur schwer Zugang zum Arbeitsmarkt finden, neue Perspektiven eröffnen und ihnen eine echte Chance auf Teilhabe geben. Arbeit bedeutet nicht nur Einkommen, sondern auch Struktur, Selbstvertrauen und gesellschaftliche Integration. Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern setzen wir alles daran, mehr Menschen in Arbeit zu bringen und sie nachhaltig in unsere Stadtgesellschaft zu integrieren.“

Gemeinsamer Arbeitgeber-Service unterstützt Unternehmen

Mit der Gründung des Jobcenters als gemeinsamer Einrichtung von Stadt und Arbeitsagentur wurde auch ein gemeinsamer Arbeitgeber-Service eingerichtet. Dieser unterstützt Unternehmen bei der Suche nach Personal, bei Qualifizierungsmaßnahmen sowie bei Fördermöglichkeiten für Neueinstellungen.

„Für Arbeitgeber bedeutet dies einen deutlich größeren Pool an potenziellen Arbeitskräften“, erklärt Bürgermeister Bieri. Unternehmen können nun sowohl auf arbeitsuchende Menschen die in der Vermittlung bei der Agentur für Arbeit stehen, als auch auf Bürgerinnen und Bürger zugreifen, die Bürgergeld beim Jobcenter beziehen. Insbesondere bei der Integration von Langzeitarbeitslosen stünden Unternehmen verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. In bestimmten Fällen könnten Zuschüsse sogar bis zu 100 Prozent des Arbeitsentgelts betragen. Ergänzend dazu biete das Jobcenter Coachings sowie individuelle Unterstützung für Arbeitssuchende und Unternehmen an.

Pressekontakt:
Stadt Hanau, Ute Wolf

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Quelle: Stadt Hanau

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