Die AfD-Kreistagsfraktion fordert den Main-Kinzig-Kreis auf, die Strukturen der Kreisverwaltung durch ein unabhängiges externes Beratungsunternehmen überprüfen zu lassen. Dazu erklärt die AfD: „Ziel soll es sein, den tatsächlichen Personalbedarf objektiv zu ermitteln und Einsparpotenziale offenzulegen. Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen nach der Auskreisung der Stadt Hanau ist eine Bestandsaufnahme aus unserer Sicht längst überfällig.“ Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen zeigen, dass die Arbeitslosigkeit im Main-Kinzig-Kreis weiter steigt. Unternehmen melden Insolvenz an, bauen Arbeitsplätze ab oder verlagern ihre Produktion ins kostengünstigere Ausland. Dazu stellt die AfD weiter fest: „Während private Unternehmen unter erheblichem Anpassungsdruck stehen, zeigt sich im öffentlichen Dienst ein anderes Bild. Der Stellenplan des Main-Kinzig-Kreises bleibt nahezu unverändert. Ein Vergleich der Stellenpläne für die Jahre 2025 und 2026 zeigt, dass der Personalbestand von mehr als 1300 Stellen lediglich um 3,5 Planstellen reduziert werden soll. Dabei ist seit dem 1. Januar 2026 die Stadt Hanau kreisfrei. Dadurch hat sich die Einwohnerzahl des Main-Kinzig-Kreises um knapp 25 Prozent reduziert. Uns ist durchaus bewusst, dass sich der Aufgabenumfang der Kreisverwaltung dadurch nicht automatisch im gleichen Verhältnis verringert. Zahlreiche gesetzliche Aufgaben bestehen unverändert fort oder sind in den vergangenen Jahren sogar erweitert worden. Klar ist aber auch, dass sich die Fallzahlen in vielen Bereichen deutlich reduziert haben. Die Verantwortlichen im Landratsamt haben bis heute nicht nachvollziehbar dargelegt, dass die zusätzlichen oder komplexer gewordenen Aufgaben den Wegfall von Aufgaben und Fallzahlen infolge der deutlich gesunkenen Einwohnerzahl tatsächlich kompensieren. Uns ist bewusst, dass eine solche Untersuchung für die Behörde durchaus zu schwierigen Erkenntnissen führen kann. Daraus kann sich die Notwendigkeit ergeben, den tatsächlichen Personalbedarf erstmals sehr kritisch zu hinterfragen. Gerade deshalb soll eine Überprüfung nicht mit dem Ziel erfolgen, pauschal Personal abzubauen. Vielmehr muss sich der Personalbedarf ausschließlich an den tatsächlich wahrzunehmenden Aufgaben orientieren. Notwendige Entscheidungen dürfen jedoch nicht aufgeschoben werden, weil sie unbequem sind. Gerade deshalb halten wir eine unabhängige und objektive Untersuchung für dringend erforderlich. Eine unabhängige Analyse kann objektiv aufzeigen, welche Aufgaben zwingend erforderlich sind, in welchen Bereichen dauerhaft Einsparpotenziale bestehen und wo aufgrund neuer gesetzlicher Anforderungen zusätzliche personelle Ressourcen erforderlich sind. So schaffen wir mehr Transparenz als Grundlage für künftige Entscheidungen“, so die AfD-Kreistagsfraktion. Nach der Kreistagswahl kündigte die CDU als stärkste Partei einen Politikwechsel im Landkreis an. Im kürzlich geschlossenen Koalitionsvertrag ist ein solcher Politikwechsel aus Sicht der AfD jedoch nicht erkennbar. Dazu erklärt die AfD weiter: „Im Kreis ist es wie in Berlin. Auch dort wurde ein Politikwechsel versprochen. Der groß angekündigte Reformwille ist weder in Berlin noch im Main-Kinzig-Kreis erkennbar. Deshalb ist es wenig wahrscheinlich, dass die Kreisspitze aus eigener Initiative eine kritische Überprüfung ihrer Verwaltungsstrukturen veranlasst. Wir brauchen auch künftig eine leistungsfähige und bürgernahe Kreisverwaltung. Gleichzeitig müssen wir verantwortungsvoll mit den finanziellen Mitteln der Steuerzahler umgehen. Dazu gehört es, die Verwaltungsstruktur jetzt auf den Prüfstand zu stellen“, so die AfD abschließend.
Quelle: AfD-Kreistagsfraktion Main-Kinzig

