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Schmerzhafte Derbyniederlage

HSG Hanau unterliegt mit 22:26 (9:12) beim TV Kirchzell

Die HSG Hanau hat das erste Spiel der Derby-Doppelpack-Woche verloren. Am Samstagabend unterlagen die Grimmstädter in der Dreifachhalle Miltenberg dem TV Kirchzell mit 26:22 (12:9). 250 Zuschauer verfolgten ein zerfahrenes Spiel mit zahlreichen technischen Fehlern und Fehlwürfen auf beiden Seiten.

„Zuerst mal sind wir maximal enttäuscht aufgrund der vermeidbaren Niederlage”, sagte Trainer Axel Spandau nach dem Spiel. „In der Deckung haben wir eine ordentliche Leistung gezeigt. Aber der Angriff vorne — schon in der ersten Halbzeit mit acht technischen Fehlern und einfach viel zu viel verworfene Sachen, die normalerweise klar rausgespielt wurden. Die muss man in so einem Spiel einfach reinwerfen. Und das hat sich leider in der zweiten Halbzeit fortgesetzt.”

Das Spiel in Miltenberg sollte ein erfolgreicher Start in den Derbydoppelpack werden. Nach 60 kämpferischen Derbyminuten konnte das Vorhaben nicht umgesetzt werden. Mit einer 22:26 (9:12)-Niederlage kehrten Müller, Kleemann und Co. aus dem Odenwald zurück. Ein großer Dank gilt dem Blauen Block, der die ganze Spielzeit über die Mannschaft unterstützt hat und ihr immer wieder zum Anschluss verhalf. Nun heißt es, den Fokus auf den kommenden Gegner, TV Gelnhausen, zu legen. Der ungeschlagene Tabellenführer gastiert am Freitag, 06.11.2026, um 20:15 Uhr in der Main-Kinzig-Halle.

Abwehrreihen dominieren erste Halbzeit

Die Gastgeber starteten mit Ballbesitz in die erste Halbzeit. Gleich in der ersten Abwehraktion fing David Rivic einen Pass von Mario Stark ab. Diese Aktion zeigte, dass in diesem Spiel die Abwehrreihen gut auf den Gegner vorbereitet waren. Der ehemalige Zweitliga-Profi Stark brachte seine Farben in der zweiten Minute in Führung. Erste in der vierten Spielminute erlöst Sebastian Hein seine Farben mit seinem Treffer zum 1:1 nach einem weiteren Ballgewinn in der Abwehr per Tempogegenstoß. Bereits in dieser Phase zeigten sich die Gäste fehleranfällig. Bis zum 3:3 durch Cedric Marquardt in der sechsten Minute legte Kirchzell immer vor und Hanau zog nach. Die Blauen-Weißen hatten die Möglichkeit auf die erste Führung, doch scheiterten am gut aufgelegten Tobias Evers im Tor des TVK.

Statt selbst in Führung zu gehen, erhöhte der TVK bis zur elften Minute auf 6:3 durch Niklas Ihmer. Jan-Eric Kleemann mit einem Durchbruch und Marquardt in der zweiten Welle schafften, dank einer Parade von Benedikt Müller beim 5:6, den Anschluss wieder herzustellen. Bereits in dieser schlichen sich immer wieder Fehler auf beiden Seiten ein.

In der 19. Minute nahm Spandau beim 6:9 aus Sicht der HSG seine erste Auszeit. Anschließend betrat Neuzugang Jan Grolla erstmals die Platte. Gleich im ersten Angriff nach der Auszeit erzielte er mit einem Rückraumstrahl seinen ersten Treffer für die HSG Hanau und verkürzte damit auf 7:9. Im Gegenzug vereitelte der Pfosten das 7:10 und postwendend verkürzte Schiefer in der zweiten Welle zum 8:9. Die HSG war wieder auf Tuchfühlung. Ein erneuter Ballgewinn brachte die Chance zum Ausgleich. Marek Schöber tankte sich durch und zog den ersten Siebenmeter für die HSG. Doch Marquardt scheiterte.

Im folgenden Angriff nahmen die Gastgeber ihre erste Auszeit. Diese sollte sich auszahlen. Joshua Osifo, bester Torschütze seines Teams an diesem Abend, netzte einen Doppelpack und brachte seine Mannen mit 11:8 (26.) in Führung. Begünstigt war dies durch weiterhin zahlreiche Fehler und Fehlwürfe der Hanauer. Ein Bild, das sich das ganze Spiel über durchziehen sollte. Die anschließenden drei Minuten waren auf beiden Seiten zerfahren. Per Siebenmeter durchbrach Levgen Zhuk die Torflaute und stellte auf 12:8. Erst 16 Sekunden vor der Halbzeit traf Marquart nach sieben Minuten Torflaute. Mit 9:12 aus Hanauer Sicht ging es in die Kabine.

„Wir sind nicht optimal in die Partie gestartet und sind direkt einem Rückstand hinterhergelaufen“, kommentierte Marek Schöber die erste Halbzeit kurz und knapp zusammen.

Momentum kippt nicht auf Hanauer Seite

Hanau startete mit Mut in den zweiten Durchgang. In Überzahl schloss Marquardt 10:12 ab. Aufbauend auf einer agilen Deckung um Torhüter Müller verkürzten in den Folgeminuten Dennis Gerst und Cedric Schiefer per Doppelpack auf 13:14 (37.). Doch statt in Überzahl zu verkürzen, wurde weiterhin fahrlässig mit den Chancen umgegangen. Zudem geriet man selbst in Unterzahl, was dazu führte, dass Kirchzell beim 16:13 wieder auf drei Tore enteilte.

Angetrieben vom zahlreichen angereisten Blauen Block arbeiteten sich Kleemann, Rivic und Co. wieder zurück. Zwar prägten technische Fehler, Unkonzentriertheiten und Fehlwürfe auf beiden Seiten das Bild dieser Phase, doch Hanau steckte nicht auf. In der 47. Minute erzielte Dziugas Jusys nach einem tollen Pass von Kleemann auf das 19:20.

Immer wieder gelang es der Gäste-Sieben, den Anschluss herzustellen. Doch statt den Ausgleich zu erzielen oder sogar in Führung zu gehen, scheiterte man entweder an Evers im Tor oder produzierte einen technischen Fehler. Sodass Kirchzell beim 23:20 wieder auf drei Tore wegzog. Spandau reagierte nochmals und bat seine Mannschaft zur Auszeit. Doch ein weiterer Fehlwurf ermöglichte es dem TVK mit 24:20 seinen Vorsprung auszubauen. Im Gegenzug folgte eine kontroverse Entscheidung, dass das Spiel endgültig zugunsten der Gastgeber kippen ließ. Zwar hielten die Grimmstädter durch Dennis Gerst in Unterzahl beim 21:24 noch Kontakt. Jedoch war an diesem Abend nicht mehr viel zu holen und durch den Treffer von Becker ging das Derby verdient an den TV Kirchzell.

„Den Rückstand konnten wir in der zweiten Halbzeit nicht mehr aufholen. Wir hatten zu viele technische Fehler und Fehlwürfe, die uns das Genick gebrochen haben, da wir einfache Bälle zum Ausgleich weggeworfen haben. Somit konnte sich Kirchzell immer wieder auf 3 oder 4 Tore absetzen, vor allem durch unsere eigenen Fehler, die sie optimal genutzt haben“, fasste Schöber die Gründe der Niederlage zusammen.

„Beim 20:19 waren wir richtig dran”, erklärte Spandau. „Dann haben wir einen Fehlwurf gehabt und zwei technische Fehler hintereinander — die hätten den Ausgleich bringen können, vielleicht sogar die Führung. Das haben wir einfach nicht genutzt, und das hat Kirchzell clever runtergespielt, ohne großartig zu überzeugen. So fahren wir hier mit einer Niederlage nach Hause und können uns anständig drüber ärgern — und müssen gucken, dass wir beim nächsten Derby das besser machen.”, lautete das abschließende Fazit von Spandau.

Bereits am Freitag, dem 6. November 2026, um 20:15 Uhr bietet sich in der Main-Kinzig-Halle die nächste Derby-Gelegenheit. Dann erwarten Kapitän Kleemann und Co. den ungeschlagenen Tabellenführer, den TV Gelnhausen, zum Main-Kinzig-Derby. Die Mannschaft hofft auf lautstarke Unterstützung und eine volle MaKi. Denn dass diese der Mannschaft zu besonderen Leistungen verhelfen kann, zeigte sich beim letzten Heimspiel gegen den Tabellendritten aus Leutershausen. Den man nach einer starken Leistung bezwang. Für das Derby sind noch Stehplätze verfügbar.

Aufstellung TV Kirchzell: Löffelmann, Evers; Bayer, Zhuk (5/3), Stark (3), Wolf (4), Spieß, Mattern (2), de Waha, Ihmer (3), Osifo (6), Becker (3), Oskilko.

Aufstellung HSG Hanau: Müller, Eberhardt; Kleemann (4/1), Hein (1), Jusys (2), Just (1), Gerst (3), Geerken, Schöber (2), Rivic (1), Grolla (1) Schiefer (5), Marquardt (5).

Zeitstrafen: 4: 4 Min. – Siebenmeter: 3/3:2/1. – Rote Karten: keine. – Zuschauer: 250. – Schiedsrichter: Stefan Schmid-Denzinger/Tobias Hägele.

Quelle: HSG Hanau

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