StartRegion 4Gründau„Wir können nicht zaubern, aber arbeiten“

„Wir können nicht zaubern, aber arbeiten“

Gut besuchter „Berliner Abend“ mit Johannes Wiegelmann in Gründau

Wie lassen sich Arbeitsplätze und Renten langfristig sichern? Wie sieht die Rolle Deutschlands aus, wenn Russland einen hybriden Krieg führt und der wichtigste Bündnispartner USA unter Donald Trump abhandengekommen ist? Und wie kann man Wählerinnen und Wähler, die von den etablierten Parteien enttäuscht sind, zurückgewinnen? Über diese und viele weitere Fragen hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann bei einem gut besuchten „Berliner Abend“ in Rothenbergen diskutiert.

Die Gäste nutzten die Gelegenheit, um nachzufragen, eigene Anliegen anzusprechen und auch Kritik zu äußern. Lob gab es insbesondere für Wiegelmanns Einsatz für eine grundlegende Rentenreform. Als Mitglied der „Jungen Gruppe“ hatte er im vergangenen Jahr gegen das Rentenpaket der Bundesregierung gestimmt und mit dafür gesorgt, dass nun ein umfassender Reformvorschlag auf dem Tisch liegt.

In einem Eingangsstatement machte Wiegelmann deutlich, vor welchen Herausforderungen Deutschland steht. Der Ukraine-Krieg, die Konflikte im Nahen Osten, die veränderte Rolle der USA und Handelsstreitigkeiten mit China hätten ebenso Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft wie eine alternde Gesellschaft. Gerade deshalb komme es darauf an, notwendige Reformen jetzt anzugehen.

In drei Bereichen sieht der Abgeordnete bereits eine klare christdemokratische Handschrift: Migration, Verteidigung und Sozialstaat. Er verwies auf deutlich gesunkene Asylantragszahlen, Zurückweisungen an der Grenze oder die Aussetzung des Familiennachzugs für subsidiär Schutzberechtigte. Angesichts zunehmender Bedrohungen seien zudem Investitionen in Bundeswehr und Zivilschutz unverzichtbar. Sollte der neue freiwillige Wehrdienst nicht genügend Personal bringen, müsse auch eine Rückkehr zur Wehrpflicht möglich sein. Die Abschaffung des Bürgergelds sei wie angekündigt umgesetzt worden, auch wenn die dadurch erzielten Einsparungen niedriger als erhofft ausgefallen seien.

Großen Raum nahm die wirtschaftliche Lage ein. Allein im Main-Kinzig-Kreis seien im vergangenen rund 1.100 Industriearbeitsplätze verloren gegangen, berichtete Wiegelmann. Steigende Kosten für Rente, Pflege und Gesundheit belasteten Unternehmen und Beschäftigte und machten die Lohnstückkosten immer teurer. Um Arbeitsplätze zu sichern, müsse Deutschland wieder wettbewerbsfähiger werden.

Besonders am Herzen liegt Johannes Wiegelmann die Rentenreform. „Eigentlich hätten wir schon vor 30 Jahren anfangen müssen, das Rentensystem grundlegend zu überarbeiten. Aber der zweitbeste Zeitpunkt, damit zu beginnen, ist jetzt“, sagte der 33-Jährige. Eine stärkere kapitalgedeckte Altersvorsorge könne langfristig für höhere Renten sorgen und jüngere Generationen entlasten.

Dass bei einem solchen Abend auch unterschiedliche Meinungen Gehör finden, war ausdrücklich gewünscht. So wurde unter anderem kontrovers über die Einführung einer Zuckersteuer oder die Absenkung der Stromsteuer diskutiert. Dabei ging es auch um handwerkliche Fehler und die Frage, wie politische Entscheidungen besser vermittelt werden können.

Die Arbeit der Bundesregierung sei besser als ihr Ruf, allerdings müsse die Koalition ihre Erfolge verständlicher erklären, so eine Rückmeldung aus dem Publikum. Johannes Wiegelmann betonte, dass es ihm wichtig sei, das Land langfristig voranzubringen. Dafür sei er bereit, hart in der Sache zu streiten und seinen Kopf auch in schwierigen Situationen hinzuhalten. „Politik ist kein Beliebtheitswettbewerb“, sagte er. Zum Schluss erinnerte Wiegelmann an einen alten CDU-Wahlkampfslogan: „Wir können nicht zaubern, aber arbeiten.“ Genau das hat er sich vorgenommen und dafür warb er auch in Rothenbergen um Unterstützung.

Quelle: Johannes Wiegelmann

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