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Begegnungen, die Grenzen überwinden: Kopernikusschüler erleben unvergessliche Tage in Tansania – Jugendliche besuchen Partnerschulen in Moshi

Gemeinsam tanzen, lachen, lernen und dabei Freundschaften über Kontinente hinweg schließen: Für zwölf Schülerinnen und Schüler der Kopernikusschule Freigericht wurde die diesjährige Studienfahrt nach Tansania zu einer außergewöhnlichen Erfahrung. In Kooperation mit dem Verein „Helfen macht Schule“ reisten sie nach Ostafrika, um die beiden Partnerschulen der Kopernikusschule in der Region Moshi am Fuße des Kilimandscharo zu besuchen. Begleitet wurden sie von den Lehrkräften Kim Friedrich, Dominic Cura, Daniel Meißner und Dr. Michael Bauer, der die langjährige Partnerschaft seit vielen Jahren mit großem Engagement begleitet.

Bereits bei der Ankunft wurde deutlich, dass die Verbindung zwischen Freigericht und Tansania weit über einen gewöhnlichen Schüleraustausch hinausgeht. Eine große Empfangsgruppe beider afrikanischer Partnerschulen begrüßte die deutschen Gäste am Flughafen, begleitet von den mitreißenden Klängen einer Brassband. Auch am Vocational Training Centre (VTC) in Moshi, wo die Reisegruppe während ihres Aufenthalts untergebracht war, und an der Kishumundu Secondary School (KSS) wurden die Jugendlichen mit großer Herzlichkeit willkommen geheißen.

An beiden Schulen erhielten die Gäste Einblicke in den Unterricht und den Schulalltag. Während am VTC unter anderem technische Ausbildungsberufe und praktische Unterrichtsprojekte vorgestellt wurden, lernten die Kopernikusschüler an der Kishumundu Secondary School das tansanische Schulsystem aus nächster Nähe kennen. Besonders bereichernd waren dabei die unmittelbaren Begegnungen mit den Gleichaltrigen.

Im Mittelpunkt der Reise stand nicht nur das Kennenlernen einer anderen Kultur, sondern vor allem das gemeinsame Erleben. Bei zahlreichen Begegnungen, sportlichen Aktivitäten und Projekten wurde deutlich, wie schnell sprachliche und kulturelle Unterschiede in den Hintergrund treten können, wenn junge Menschen offen aufeinander zugehen. Gemeinsam wurden Freundschaftsarmbänder gebastelt, Spiele ausprobiert, Fußball und Volleyball gespielt oder Tänze einstudiert. Dabei wechselten die Rollen immer wieder: Mal zeigten die deutschen Jugendlichen ihren tansanischen Gastgebern etwas Neues, mal waren sie selbst die Lernenden. Viel wurde gelacht, ausprobiert und miteinander gesprochen.

Gerade diese ungezwungenen Begegnungen machten die besondere Atmosphäre der Reise aus. Aus anfänglicher Neugier entwickelte sich schnell Vertrautheit, und so manche neu geschlossene Freundschaft dürfte auch nach der Rückkehr nach Deutschland über WhatsApp und andere digitale Kommunikationswege weiterbestehen.

Bei Ausflügen in die Umgebung von Moshi lernten die Jugendlichen auch das Land und seine Menschen aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Eine Wanderung zum Mnambe-Wasserfall, der Besuch traditioneller Märkte und eine Führung zur Kaffeeherstellung vermittelten Eindrücke von Landschaft, Wirtschaft und Alltagsleben. Auch gesellschaftliche Herausforderungen wurden bewusst thematisiert. So besuchte die Gruppe Familien in der Umgebung von Kishumundu und erhielt Einblicke in deren Lebensbedingungen. Bei der Organisation Kiwakkuki informierten sich die Jugendlichen über die Aufklärungs- und Unterstützungsarbeit im Zusammenhang mit HIV und AIDS. Ein Besuch bei Shah Industries zeigte zudem, wie Menschen mit Behinderungen in Arbeitsprozesse eingebunden werden. Auch eine örtliche Gesundheitseinrichtung und ein neu gegründetes Schulprojekt standen auf dem Programm. Unvergessliche Naturerlebnisse boten eine Safari im Tarangire-Nationalpark, bei der unter anderem Elefanten, Giraffen und weitere Wildtiere beobachtet werden konnten, sowie ein Ausflug zu den kristallklaren Chemka-Quellen.

Ein besonderer Höhepunkt der Reise war die Übergabe von zehn hochwertigen gebrauchten Laptops an die Kishumundu Secondary School. Die Geräte, die ursprünglich aus dem Bestand des Main-Kinzig-Kreises stammen, wurden über den Verein „Helfen macht Schule“ zur Verfügung gestellt. Dank ihrer leistungsfähigen Ausstattung können sie künftig im Computerraum der Partnerschule für den IT-Unterricht eingesetzt werden. Die Übergabe erfolgte im Rahmen eines gemeinsamen Festessens an der Kishumundu Secondary School, zu dem die deutschen Begleitlehrkräfte eingeladen hatten. Die Freude über die technische Unterstützung war groß, denn die zusätzlichen Computer erweitern die Möglichkeiten der digitalen Bildung vor Ort.

Dass die Schulpartnerschaft nicht nur von materieller Unterstützung, sondern vor allem von gemeinsamem Engagement lebt, zeigte sich auch am VTC: Dort packten deutsche und tansanische Jugendliche gemeinsam an und verpassten den Wänden einer renovierungsbedürftigen Jungenunterkunft einen frischen Anstrich. Ein sichtbares Ergebnis gelebter Zusammenarbeit. Mit einer gemeinsamen Abschiedsfeier am VTC, an der Gäste beider Partnerschulen teilnahmen, ging eine ereignisreiche Reise zu Ende. Musik, Tanz und persönliche Begegnungen prägten auch diesen letzten gemeinsamen Abend, bevor sich die deutsche Gruppe auf den Heimweg machte.

Die Studienfahrt hat damit einmal mehr gezeigt, welchen Wert die langjährige Zusammenarbeit der Kopernikusschule Freigericht mit dem Verein „Helfen macht Schule“ und den Partnerschulen in Moshi besitzt. Sie ermöglicht jungen Menschen nicht nur interkulturelle Erfahrungen, sondern macht internationale Verständigung ganz unmittelbar erlebbar. Denn manchmal braucht es keine gemeinsame Muttersprache, um einander zu verstehen – ein Lächeln, ein gemeinsamer Tanz oder ein gutes Gespräch können bereits der Anfang einer Freundschaft sein, die Tausende Kilometer überwindet.

Quelle: Thorsten Weitzel

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