Phil Studebaker, Kandidat für das Amt des Bürgermeisters, hat heute fünf Garantien veröffentlicht. Alle fünf betreffen die Organisation, die Erreichbarkeit und die Transparenz der Stadtverwaltung. Für keine davon braucht er eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung, und keine erfordert ein neues Programm oder eine neue Stelle. Zu jeder gehört eine Zahl, die regelmäßig veröffentlicht wird.
1. Niemand bleibt allein. Über Ratenzahlung, Stundung und Erlass bei der Grundsteuer entscheidet die Stadt selbst, nicht das Finanzamt. Studebaker will dafür eine schriftliche und veröffentlichte Regel mit Fristen, jedem Bescheid ein Blatt beilegen, was zu tun ist, wenn es nicht reicht, und vor einer Vollstreckung ein Gesprächsangebot machen.
2. Der Ideenbriefkasten. Im Ergebnishaushalt für 2027 fehlen nach Angaben der Stadt rund 12,7 Millionen Euro, im Gespräch ist eine Grundsteuer von bis zu 1.400 Punkten. Wer mehr zahlen solle, müsse dafür richtig Gehör bekommen, sagt Studebaker, und das sei mehr als eine Eingangsbestätigung. Nidderau hat ein Anregungs- und Ereignismanagement, den Mängelmelder, nach eigener Beschreibung die zentrale Adresse für Hinweise aller Art. Dort stehe ein Vorschlag, mit dem die Stadt sechsstellig sparen könnte, in derselben Liste wie eine Laterne, die nicht brennt. Studebaker will deshalb einen getrennten Ideenbriefkasten einrichten, im Rathaus und online, für genau zwei Fragen: Wo kann die Stadt Geld sparen, und wo liegt Geld, das sie nicht holt. Jede Idee geht an einen festen kleinen Kreis aus Bürgermeister, Kämmerei und Fachbereich und bekommt spätestens in vier Wochen eine Antwort, die auch nennt, was der Vorschlag kostet oder bringt. Zweimal im Jahr veröffentlicht er alle Ideen samt Ergebnis und die Summe, die dabei herausgekommen ist. Hinweise auf einzelne Unternehmen bleiben vertraulich.
3. Die Bilanz nach hundert Tagen. Studebaker veröffentlicht, was er im Rathaus vorgefunden hat. Offene Anträge, besetzte und unbesetzte Stellen, Kosten der letzten Projekte im Vergleich zur Planung. Dazu bei jedem Verkauf städtischen Eigentums zwei Zahlen nebeneinander: die einmalige Einnahme und die dauerhafte Ersparnis, sofern es eine gibt.
4. Erst rechnen, dann bauen. Das Land verlangt bei Investitionen von erheblicher Bedeutung eine Folgekostenrechnung und dass jede Kommune dazu eine Wertgrenze festlegt. Studebaker schlägt 250.000 Euro vor und bindet seine eigenen Vorlagen ab dem ersten Tag daran, mit einer Rechnung über zehn Jahre. Die Rechnung liegt der Vorlage bei und ist öffentlich. Dass die Folgekosten in der mittelfristigen Finanzplanung stehen, sei nicht dasselbe, sagt er: entscheidend sei, ob die Stadtverordneten die Rechnung für das einzelne Projekt beim Beschluss vor sich hatten.
„Ein Projekt kann bei der Einweihung gut aussehen und die Stadt trotzdem zehn Jahre belasten“, sagt Studebaker. „Als Unternehmer habe ich gelernt, dass man vorher rechnet. Bei einer Stadt geht es dabei um das Geld der Bürger.“
5. Fünf Stadtteile, fünf feste Termine. Mindestens einmal im Monat in Heldenbergen, Windecken, Ostheim, Eichen und Erbstadt, ohne Anmeldung. Die Termine für das ganze Jahr stehen im Januar fest.
Studebaker will das sechs Jahre lang so halten, nicht sechs Wochen.
Einen Teil davon startet Studebaker sofort: Den Ideenbriefkasten stellt er noch vor der Wahl auf seine Webseite, weil über den Haushalt für 2027 entschieden wird, bevor ein neuer Bürgermeister im Amt ist. Eine Antwort der Stadtverwaltung könne er heute nicht zusagen, weil er sie noch nicht leitet. Jede Idee will er selbst lesen und beantworten, und was er für richtig halte, als Magistratsmitglied einbringen.
„Wir sind in Nidderau gerade auf jede gute Idee angewiesen, und das sage ich ohne Umschweife. Wenn eine Stadt ihre Bürger mehr bezahlen lässt, dann schuldet sie ihnen, dass sie zuhört, wenn jemand weiß, wie es anders gehen könnte. Viele gute Ideen kommen von Leuten, die hier arbeiten, hier bauen und jeden Tag an derselben Kreuzung stehen. Ich werde mir jede Idee selbst ansehen.“
Im zweiten Teil der Veröffentlichung schreibt Studebaker auf, was er tut und wo seine Grenzen liegen. Wer in Nidderau Gewerbe ansiedeln wolle, bekomme bei ihm einen Termin und einen Ansprechpartner mit Namen, der zurückruft. Solche Gespräche führe er schon heute. Dazu will er eine veröffentlichte Übersicht über freie Flächen und leerstehende Gewerbeimmobilien schaffen, die es nach Angaben der Stadt bisher nicht gibt. Wer neu baue, brauche Jahre, wer sich einmiete, könne in Wochen da sein.
Welches Unternehmen am Ende komme, entscheide das Unternehmen und nicht der Bürgermeister: Eine Ansiedlung ankündigen werde er erst, wenn unterschrieben sei.
In Nidderau unterwegs ist Studebaker nicht erst seit diesem Wahlkampf. Er ist hier aufgewachsen, ist seit Jahren aktives Vereinsmitglied und Jugendtrainer und arbeitet hier.
„Als aktives Vereinsmitglied und Jugendtrainer höre ich jede Woche, was in dieser Stadt fehlt. Meistens nicht von den Kindern, sondern von den Eltern und Vereinsmitgliedern. Das ist seit Jahren mein bester Draht nach Nidderau.“
„Diese fünf Garantien brauchen keine Amtsjahre. Sie brauchen eine Entscheidung. Keine davon braucht eine Mehrheit, keine braucht nennenswert Geld, und es gibt sie heute trotzdem nicht.“
Seinen Anspruch fasst Studebaker in zwei Sätzen zusammen: „Unternehmerisch denken. Menschlich handeln.“ Der vollständige Text steht unter http://www.phil-studebaker.de, gewählt wird am 15. November 2026.
Quelle: Redaktion MKK Echo

