Interkommunale Zusammenarbeit für mehr Digitalisierung zu geringeren Kosten: Die Stadt Nidderau beteiligt sich am Projekt OSLOCO des Main-Kinzig-Kreises. Ziel ist es, gemeinsam digitale Lösungen zu gestalten, um auf Dauer nicht mehr von kostspieligen externen Anbietern und Dienstleistern abhängig zu sein. Die Maxime lautet: „Einmal entwickeln, kreisweit nutzen, souverän betreiben!“
„OSLOCO ist ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg der Digitalisierung unserer Verwaltungsarbeit. Mit dem Projekt wird Wissen und Erfahrung aus vielen Verwaltungen gebündelt, damit es gemeinsam genutzt werden kann“, begrüßt Bürgermeister Andreas Bär die verstärkte interkommunale Zusammenarbeit. Neben Nidderau beteiligen sich Freigericht, Hasselroth, Langenselbold, Linsengericht und Rodgau sowie der Rheingau-Taunus-Kreis an dem Projekt des Main-Kinzig-Kreises.
Das Land Hessen fördert OSLOCO mit rund 1,3 Millionen Euro aus dem Programm „Starke Heimat Hessen“. „Kommunen brauchen bei der Digitalisierung Lösungen, die nicht nur leistungsfähig, sondern auch dauerhaft bezahlbar, flexibel und souverän einsetzbar sind. Nicht jede Verwaltung muss das Rad neu erfinden“, sagte Staatssekretär Dr. Nicolas Sölter bei der Überreichung des Förderbescheids an Landrat Thorsten Stolz, an der Bär gemeinsam mit Corinna Wagner teilnahm. Die Fachbereichsleiterin Zentrale Dienste koordiniert im Rathaus Nidderau die digitale Transformation.
„Viele Verwaltungen stehen vor denselben Herausforderungen: Die Fachverfahren sind teuer, starre Softwarelösungen bremsen die Digitalisierung, und für individuelle Anpassungen fehlen oft Zeit und finanzielle Mittel“, erklärte Landrat Thorsten Stolz. OSLOCO steht für „Open Source Low Code“. Eine Low-Code-Plattform ist eine Softwareentwicklungsumgebung, die es ermöglicht, Anwendungen mit minimalem Programmieraufwand über visuelle Bausteine und Drag-and-Drop-Funktionen zu erstellen. Open Source („offene Quelle“) beschreibt Software, deren Quelltext öffentlich zugänglich ist und von Dritten eingesehen, verändert und genutzt werden kann.
Diese Kombination soll es ermöglichen, dass es auch ohne hohes technisches Wissen möglich ist, Programme auf die speziellen lokalen Bedürfnisse anzupassen. Mit OSLOCO will der Main-Kinzig-Kreis die bestehende Open Source Low Code-Plattform Limbas gezielt für den Einsatz in der öffentlichen Verwaltung erweitern. Ziel ist es, die Kommunen in die Lage zu versetzen, eigene digitale Anwendungen zu erstellen, ohne hohe Lizenzkosten, externe Abhängigkeiten oder spezielle Programmierkenntnisse.
Quelle: Stadt Nidderau

