Wegemarkierer des Spessartbunds trafen sich zum Austausch
Die einen tun es früh am Morgen, wenn noch alle schlafen, die anderen sind lieber an Feiertagen unterwegs, um möglichst oft ins Gespräch zu kommen. Doch allen gemein ist die Liebe zu ihrer Heimat – dem Spessart. Vergangene Woche kamen die ehrenamtlichen Markierer vom Spessartbund zu ihrem jährlichen Stammtisch zusammen, mit vielen neuen Geschichten, lustigen Fotos und einer neuen App.
„Vor einiger Zeit haben wir den Spessart in Regionen unterteilt, sodass wir die Markiererstammtische in kleineren Gruppen anbieten und uns so noch besser austauschen können“, informierte Helmut Schuster, Vorstandsmitglied für das Wegenetz und liebevoll „Herr der Wege“ genannt. Daran war gutgetan, schließlich betreut der Spessartbund rund 8.000 Kilometer Wanderwege, die knapp 450 Wegemarkierer regelmäßig, mindestens einmal pro Jahr, begehen. Dabei achten sie auf gute Sichtbarkeit der Zeichen, melden Wegeschäden und sorgen so für Orientierung in der Natur.
Etwas mehr als 20 dieser Wegemarkierer nutzten im Gasthaus „Zum Jossatal“ in Bad Soden-Salmünster-Mernes die Gelegenheit, von ihren Erlebnissen und besonderen Begebenheiten, die ihnen unterwegs widerfahren sind, zu berichten. Eingeschlagene Nägel, Aufkleber bekannter Fußballklubs auf den Wegzeichen sowie landschaftlich reizvolle Lieblingswege wie der „Schneewittchen-Wanderweg“ oder der „Drei-Burgen-Weg“ standen im Mittelpunkt.
Für viele Lacher sorgten die mitgebrachten Fotos von Rudi Lotz, Mitglied im Wegebeirat und Regionalmanager für den Raum Aschaffenburg. „Wenn die Bäume Hunger haben“ oder „Der Wald wert sich“ könnten sie betitelt sein, denn auf ihnen waren knorzige Bäume mit eingewachsenen Schildern zu sehen und sahen so aus, als hätten sie sich diese einverleibt. Streckte nicht sogar die eine Eiche am Wegesrand den Wanderern die Zunge raus?
„Hier sieht man mal wieder, wie wichtig es ist, dass wir regelmäßig die Nägel lockern und den Wegzeichen Abstand zum Baum lassen“, holte Wegemanager Schuster auf den Boden der Tatsachen zurück. Davon und von der jährlich durchzuführenden Dokumentation hängten auch die Fördergelder ab, die der Wanderverein für Materialien und Neuerungen brauche. Eine dieser Innovationen sei das neue, digitale Wege- und Verwaltungsmanagement. Vor zwei Jahren eingeführt diene es für die Begehungsaufträge, der Information und Materialbestellung der Ehrenamtlichen.
Spessartbesuchern stehe seit Neuestem übrigens auch der frei zugängliche Spessartbund-Tourinspektor für das Handy zur Verfügung. So könnten Schäden am Weg oder Mängel an der Markierung schnell und unkompliziert mit Foto von unterwegs gemeldet werden: spessart-bund.de/wege/tourinspektor. Schuster dazu: „Das ist schon eine tolle Sache und echt praktisch. In diesem Jahr haben wir bereits einige Hinweise bekommen, sodass wir schnell reagieren konnten.“ Kleinere Schäden wie fehlende Wegzeichen werden direkt an die Markierer, größere an Forst oder Gemeinde weitergeleitet.
Überhaupt wird Zusammenarbeit im Spessartbund ganz großgeschrieben. Nachdem die Möglichkeit diskutiert wurde, die Wegzeichen zu kleben, statt zu nageln, kamen gleich erste Ideen auf, die 290 ml-Kartusche mit Universalkleber untereinander zu teilen. Ob das auch mit den neuen, hellgrünen Markierer-Shirts möglich sein wird, blieb vorerst noch ungeklärt.
Quelle: Spessartbund

