Die Stadt Nidderau verschärft ihre Sparmaßnahmen. Auf Antrag von Bürgermeister Andreas Bär hat der Magistrat eine Haushaltssperre und einen Einstellungsstopp auf den Weg gebracht. „Die jüngsten Zahlen zur Finanzsituation, die vom Ersten Stadtrat und Kämmerer Rainer Vogel vorgelegt wurden, lassen uns keine andere Wahl“, erklärte Bär nach der Sitzung am Montag. „Die neuesten Daten haben auch mich sehr betroffen gemacht. Im Geiste des parteiübergreifenden Konsolidierungsgipfels genießt maximales Sparen jetzt absolute Priorität“, ergänzte der Verwaltungsleiter.
Die Haushaltssperre verpflichtet die Verwaltung auch nach einem genehmigten Haushalt zum Sparen. Dies hat der Magistrat beschlossen. Die dauerhafte Einstellungs- und Stellenwiederbesetzungssperre würde durch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung am 1. Oktober in Kraft treten, weil der Haupt- und Finanzausschuss künftig das letzte Wort in solchen Fragen haben soll. Das Ziel ist eine Reduzierung der sogenannten Volllzeitäquivalente (VZÄ) im Stellenplan um zehn Prozent bis Ende 2029. Der letzte Punkt stammt aus den Reihen der Freien Wähler und der FDP, den Bürgermeister Bär dankend übernommen hat.
Der jüngste Zuwachs an Mitarbeitenden sei vornehmlich gesetzlichen Vorgaben, beispielsweise in der Kinderbetreuung, geschuldet. Auch habe man Wünschen aus Bürgerschaft und Politik, wie beim Aufstocken der Stadtpolizei, Rechnung getragen. „In Erwartung einer stabilen wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland haben Verwaltung und Politik sich viel, vielleicht zu viel geleistet, um den Bürgerinnen und Bürgern einen optimalen Service bieten zu können“, sagte Bär: „Mit der Reduzierung des Stellenplans werden wir das Rad ein Stück weit zurückdrehen können.“ Mehr Digitalisierung und der Einsatz von KI könnten Prozesse zudem weiter verbessern.
„Wir wollen alle das Gleiche: Nidderau soll wieder in finanziell ruhigeres Fahrwasser kommen, ohne dass wir die Stadt kaputtsparen und unsere Lebensqualität reduzieren“, bekräftigte Bär. Von der Haushaltsperre sind die Pflichtaufgaben ebenso wie Lohn- und Gehaltszahlungen an die rund 400 Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung nicht betroffen.
Quelle: Stadt Nidderau

