Wie lässt sich Shakespeare nicht nur lesen und analysieren, sondern tatsächlich erleben? Dieser Frage gingen die drei Englisch-Leistungskurse der Jahrgangsstufe 13 der Kopernikusschule Freigericht im Rahmen ihrer Unterrichtseinheit zu William Shakespeares Tragödie Macbeth nach. Dazu war das English Theatre Frankfurt mit seinem dreistündigen Workshop „Shakespeare Sessions“ zu Gast an der Kopernikusschule. Der vollständig in englischer Sprache durchgeführte Workshop bot den Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, sich einmal auf ganz andere Weise mit Shakespeare und seiner Sprache auseinanderzusetzen.
Im Mittelpunkt standen dabei nicht klassische Textanalyse und Interpretation, sondern eigenes Ausprobieren und Erleben. In verschiedenen Gruppen-, Schauspiel- und Vorstellungsübungen beschäftigten sich die Jugendlichen mit Shakespeares Figuren, Themen und Handlungen. Dabei wechselten sie immer wieder die Perspektive: Sie waren sowohl Darsteller als auch Zuschauer und erfuhren, wie ein Shakespeare-Text durch Stimme, Körpersprache und szenische Umsetzung lebendig werden kann. Eine besondere Rolle spielte Shakespeares Sprache, die heutigen Lesern zunächst durchaus fremd erscheinen kann. Wie hört man einen klassischen englischen Text, ohne sich von ungewohnten Wörtern und Satzstrukturen abschrecken zu lassen? Wie muss man ihn sprechen, damit seine Bedeutung deutlich wird? Und welchen Einfluss hat der Rhythmus auf die Wirkung der Sprache? Diesen Fragen gingen die Schüler nicht theoretisch, sondern ganz praktisch nach.
So zeigte sich, dass die Auseinandersetzung mit einem über 400 Jahre alten Theaterstück keineswegs trocken sein muss. Die Schülerinnen und Schüler beteiligten sich engagiert an den Übungen und hatten sichtlich Spaß daran, Shakespeare einmal jenseits des Klassenzimmers zu entdecken. Der Workshop stellte damit eine gelungene Ergänzung zur Unterrichtsarbeit der Englisch-Leistungskurse dar. Zugleich zeigte er, welchen Stellenwert an der Kopernikusschule ein lebendiger und praxisnaher Fremdsprachenunterricht hat: Englisch wurde an diesem Vormittag nicht nur gelernt und analysiert, sondern gesprochen, gespielt und erlebt.
Quelle: Thorsten Weitzel

