Spessartbund sucht Wegemarkierer im Großraum Gelnhausen und im Bergwinkel
Wo früher Handelskarawanen entlangzogen und Räuber ihr Unwesen trieben, verläuft heute ein schmaler Pfad quer durch den Spessart – von Schlüchtern, ganz im Norden des Mittelgebirges, bis ins südliche Großheubach bei Miltenberg. Damit sich Wanderer auf dem 111 Kilometer langen „Eselsweg“ nicht verlaufen, kümmert sich seit Jahrzehnten der Spessartbund um die Beschilderung mit dem schwarzen „E“ auf weißem Grund. Nun sucht der Wanderverein unter anderem für die ersten 18,3 Kilometer des historischen Höhenwegs neue Wegepaten.
„Diese Tätigkeit ist ideal für alle, die gerne draußen sind, Verantwortung übernehmen und etwas Sinnvolles für die Gemeinschaft tun möchten“, findet Helmut Schuster, Vorstand „Wegenetz“ des Spessartbunds. Dabei gehe es um das Erneuern fehlender oder beschädigter Markierungen, das Reinigen und Freischneiden vorhandener Markierungen sowie das Melden von Wegeschäden oder Hindernissen an Forst oder Kommune.
Die ehrenamtlichen Wegepaten laufen „ihre Strecke“ einmal im Jahr ab und melden ihre Begehung bequem digital an das Wegemanagement, wo sie auch Material und eine Aufwandsentschädigung sowie Fahrtkosten bekommen. Genau das hat auch Rolf Böge mehr als zehn Jahre lang getan. Böge ist Mitglied in der Spessartbund-Ortsgruppe Gelnhausen und möchte „seine Wege“ nun aus Altersgründen abgeben. „Draußen war ich schon immer gern unterwegs und bin früher mit der Gruppe richtig weit gelaufen. Im Wald bleibe ich fit und finde Erholung“, so der Linsengerichter. Beim Spessartbund betreute er Teilstücke verschiedener Wege im Großraum Gelnhausen, in Abschnitten von 3,7 bis 18,5 Kilometern. Besonders der Gondelteich bei Horbach und das historische Forsthaus Lützel gehören zu seinen Lieblingsplätzen.
„Ich kenne einige, die sowieso regelmäßig mit dem Hund oder dem Fahrrad unterwegs sind und dann einfach eine Wegepatenschaft übernommen haben. So gibt man auch der Gesellschaft etwas zurück“, sagt Spessartbundmitglied Jürgen Fleßenkämper, der als Regionalmanager für den Wegebereich im nördlichen Spessart zuständig ist – und verspricht: „Noch in diesem Jahr werde ich wieder einen Stammtisch für regionale Markierer zum Kennenlernen und für den Austausch organisieren.“
Spessartbesuchern steht seit Neuestem übrigens der frei zugängliche Spessartbund-Tourinspektor für das Handy zur Verfügung. So können Schäden am Weg oder Mängel an der Markierung schnell und unkompliziert per App von unterwegs gemeldet werden: spessartbund.de/wege/tourinspektor.
Interessierte, die eine Wegepatenschaft übernehmen wollen, melden sich beim Wegevorstand unter helmut.schuster@spessartbund.de oder telefonisch unter 0151-587 424 64.
Abschließend ein Zitat aus dem Vorwort von Brigitte Wenninger zu ihrem Buch „Der Eselsweg“: „Der Eselsweg ist ein Weitwanderweg so richtig zum Genießen. Er bietet den Inbegriff des Spessarts für mich. Sie sehen hier nichts Spektakuläres, es bieten sich wenige Blicke ins Tal, aber Sie können Ihr Auge unendlich wohltuend in den vielfältigen Grüntönen oder Herbstfarben ausruhen lassen, die dieser große Wald Ihnen bietet.“
Quelle: Spessartbund

