Donnerstag, September 10, 2026
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Topspiel! TV Gelnhausen empfängt Aufstiegsanwärter Saarlouis

Für die Gäste zählt nur der Aufstieg

Das nächste Highlight der 3. Liga Süd-West wartet am Samstag auf den TV Gelnhausen. Um 19.30 Uhr empfängt der TVG mit der HG Saarlouis den amtierenden Staffelmeister in der Rudi-Lechleidner-Halle. Nach zwei Siegen zum Auftakt gehen die Barbarossastädter mit viel Selbstvertrauen in das frühe Spitzenspiel der noch jungen Saison. Klar ist aber auch: Die Favoritenrolle liegt bei den Saarländern, die sportlich wie wirtschaftlich über deutlich größere Möglichkeiten verfügen.

Die Vorfreude auf den Vergleich mit einer der stärksten Mannschaften der Staffel ist beim TVG groß. Vor heimischer Kulisse wartet auf die Barbarossastädter eine echte Standortbestimmung auf höchstem Drittliga-Niveau. „Wir freuen uns sehr darauf. Es ist natürlich ein absolutes Spitzenspiel und für uns etwas Besonderes, uns mit einer solchen Mannschaft messen zu dürfen“, sagt TVG-Trainer Tim Beckmann.

Dass seine Mannschaft selbstbewusst in diese Aufgabe gehen kann, hat sie in den vergangenen Wochen eindrucksvoll gezeigt. Bereits im DHB-Pokal bot der TVG dem Zweitligisten TV Hüttenberg lange Paroli und unterlag nur knapp mit 25:27. In der Liga folgten ein 27:24-Auswärtserfolg beim Longericher SC und zuletzt ein beeindruckendes 36:22 im Derby gegen den TV Kirchzell.

Mit der HG Saarlouis wartet nun allerdings ein Gegner, dessen Voraussetzungen noch einmal andere sind. Die Saarländer gewannen in der vergangenen Saison mit 52:8 Punkten die Meisterschaft in der Süd-West-Staffel und verpassten den Aufstieg in die 2. Bundesliga erst in der anschließenden Aufstiegsrunde. Im Sommer wurde der ohnehin hochkarätig besetzte Kader noch einmal gezielt verstärkt. Das Ziel für 2026/27 ist eindeutig: Der Sprung in die 2. Bundesliga soll gelingen.

Wie ernst es die HGS damit meint, zeigt sich nicht nur auf dem Spielfeld. Mit Markus Baur arbeitet seit 2025 ein prominenter Sportdirektor für die Saarländer. Der ehemalige Nationalspieler und Weltmeister von 2007 ist eng in Kaderplanung, Transfers und die sportliche Ausrichtung eingebunden und soll gemeinsam mit dem sportlichen Leiter Daniel Altmeyer und dem Trainerteam die Strukturen weiter professionalisieren. Auch wirtschaftlich gehört Saarlouis zu den Schwergewichten der 3. Liga. Bereits vor der vergangenen Saison hatte HGS-Präsident Dr. Steffen Freichel einen Etat von mindestens einer Million Euro als Voraussetzung für das Aufstiegsprojekt genannt. Mit dem Einstieg von Hauptsponsor Ursapharm wurden die finanziellen Möglichkeiten noch einmal deutlich verbessert.

Freichel selbst lässt keinen Zweifel am Anspruch der HGS: „Nach der herausragenden Vorsaison mit dem nur sehr knapp verpassten Aufstieg und sehr guten Entwicklungsschritten der Mannschaft ist der Aufstieg das einzig logische und zu kommunizierende Ziel.“

Entsprechend groß ist die Qualität im Kader. Mehrere Saarlouiser Akteure haben bereits in der 1. oder 2. Bundesliga beziehungsweise in höchsten europäischen Spielklassen gespielt. Zusammengenommen steckt im aktuellen HGS-Kader die Erfahrung aus mehr als 700 Erst- und Zweitligaspielen. Damit verfügt Saarlouis auf dem Papier über deutlich mehr Erfahrung und individuelle Qualität als der junge Gelnhäuser Kader.

Seine Klasse hat das Team von Trainer Jörg Lützelberger bereits in den ersten Pflichtspielen der Saison unter Beweis gestellt. Im DHB-Pokal hielt Saarlouis gegen Bundesligist Frisch Auf Göppingen lange mit und verlor am Ende nur mit 29:34. In der Liga folgten Siege gegen die Bergischen Panther (32:28) und bei der HSG Rodgau Nieder-Roden (25:22). „Saarlouis gehört aufgrund des Kaders, der vorhandenen Möglichkeiten und des eigenen Anspruchs zu den Topmannschaften der Staffel“, betont Beckmann.

Im Sommer kamen unter anderem der französische Kreisläufer und Abwehrspezialist Pierre Halimi, Jugendnationalspieler Laurin Karrenbauer sowie Jan-Ole Schimmel vom TV Homburg dazu. Hinzu kommt ein Stamm, der bereits in der Vorsaison zu den stärksten der Liga zählte. Im Tor steht mit Finn Zecher ein Schlussmann mit Erst- und Zweitligaerfahrung. Auch Spieler wie Yves Kunkel, Lars Weißgerber, Hubert Kornecki oder Kapitän Tom Paetow bringen reichlich Erfahrung aus höherklassigem Handball mit.

„Sie verfügen über eine enorme individuelle Qualität, viele sehr erfahrene Spieler und eine starke 6:0-Abwehr“, sagt Beckmann. „Auch mit ihrem Tempospiel werden sie uns mit Sicherheit sehr fordern.“

Dass unterschiedliche wirtschaftliche und personelle Voraussetzungen auf dem Spielfeld nicht zwangsläufig den Ausschlag geben müssen, zeigte allerdings schon die vergangene Saison. Das Hinspiel gewann Saarlouis vor heimischer Kulisse mit 30:26, im Rückspiel setzte der TVG in der Hölle Süd mit einem deutlichen 41:32 ein echtes Ausrufezeichen.

Auch diesmal wollen sich die Barbarossastädter nicht verstecken. Der TVG setzt dabei auf seine mannschaftliche Geschlossenheit, Leidenschaft und die Unterstützung des eigenen Publikums. „Wir haben großen Respekt vor Saarlouis“, sagt Beckmann. „Aber ich denke nicht, dass wir uns verstecken müssen. Für uns ist es ein Leistungsvergleich auf sehr hohem Niveau, auf den wir uns unglaublich freuen.“

Personell bleibt die Lage bei den Barbarossastädtern allerdings angespannt. Weiterhin fehlen Max Bechert (Mittelhandbruch), Alexander Bechert (Knieprobleme), Jonas Dambach (Fußprobleme), Silas Altwein (Nasenbeinbruch) und Henrik Müller.

Trotzdem blickt der TVG voller Vorfreude auf den Samstagabend. Die Mannschaft hat sich mit ihren bisherigen Auftritten eine starke Ausgangslage erarbeitet und kann ohne großen Druck in das Duell mit dem Staffelmeister und Aufstiegsfavoriten gehen. Beckmann bringt die Ausgangslage auf den Punkt: „Wir haben große Lust auf dieses Spiel, verspüren dabei keinerlei Druck und freuen uns unglaublich auf diesen Vergleich.“

Tickets für das Spitzenspiel sind online über den Ticketshop des TV Gelnhausen sowie am Samstag an der Abendkasse erhältlich.

Quelle: TV Gelnhausen

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