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AWO-Ehrenamt braucht HauptamtSommertour des Bundesvorsitzenden vom AWO-Präsidium, Michael Groß durch Darmstadt – „Tag der Demokratie“

Darmstadt / MKK / Hessen, 10.09.2026. Im Rahmen der diesjährigen Sommertour des Bundesverbands machte der Vorsitzende des AWO-Präsidiums, Michael Groß, gemeinsam mit einem Vertreter des AWO Bezirksverbandes Hessen-Süd und dem Kreisverband Station in Darmstadt. Auf dem Programm stand am Vormittag ein Austausch mit den Verbandsreferenten*innen und Kreisgeschäftsführer*innen, im Heiner-Lehr-Zentrum, am Nachmittag ein Besuch bei der „AWO-Grundschulbetreuung Bessunger Schule“ und am Abend moderierte Hannes Marb eine Diskussion unter dem Titel „Tag der Demokratie“ mit Publikum im Heiner-Lehr-Zentrum mit zwei prominenten Gästen: Ehemalige Ministerpräsidentin in Thüringen, Christine Lieberknecht (CDU) und dem Vorsitzenden des AWO-Präsidiums, Michael Groß (ehem. Bundestagsabgeordneter der SPD).

Aus dem Kreisverband Main-Kinzig nahmen der Verbandsreferent Gianni Terribile und der Pressesprecher vom Kreisvorstand, Anton Hofmann, teil. Sie schilderten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die aktuelle Situation und die besonderen Aktivitäten der Ortsvereine im Kreisverband Main-Kinzig und dem Stadtverband Hanau.

Ein zentrales Anliegen der Sommertour ist es, sichtbar zu machen, welche für unsere Gesellschaft unverzichtbaren sozialen Angebote durch geplante Kürzungen in der Sozialpolitik gefährdet sind oder langfristig wegfallen könnten. Besonders betroffen wären Projekte, die auf Fördermittel angewiesen sind.

Einblicke in die Arbeit vor Ort

Michael Siebel, AWO-Kreisverbandsvorsitzender Darmstadt, begrüßte die Gäste herzlich und betonte, dass Darmstadt mit seinen umfassenden sozialen Angeboten ein idealer Standort für die Sommertour sei. Der Kreisgeschäftsführer Christian Dirb und der Verbandsreferent Timm Lemmerz hatten die Veranstaltungsreihe bestens organisiert und freuten sich ebenso wie Ralf Nolte von der Stabsstelle Verband beim Bezirksverband AWO Hessen-Süd e.V. über das Interesse und die rege Beteilung an der Sommertour durch Darmstadt.

Beide Vorsitzenden des AWO-Präsidiums gehen seit 5 Jahren unter dem Motto: „Hören, riechen und schmecken“ auf Sommertour durch alle Bezirksverbände und viele Kreisverbände in ganz Deutschland um sich die Sorgen und Nöte ungefiltert geschildert zu bekommen. Die AWO hat rund 280.000 Mitglieder und betreut mit rund 240.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 18.000 Einrichtungen von der Kita bis zum Seniorenheim. Sie ist demokratisch organisiert und strukturiert.

„Ehrenamt und Hauptamt arbeiten Hand in Hand und Ehrenamt braucht Hauptamt!“ betonte der Michael Groß bei einem Erfahrungsaustausch mit Verbandsreferentinnen und Verbandsreferenten aus dem Bezirk Hessen-Süd. Ehrenamt stärken und Projekte vor Ort unterstützen sie Ziele der Zukunft um auch wieder neue Mitglieder gewinnen zu können. Dazu stellte die Verbandsreferenten Stefan Scholl vom Lahn-Dill-Kreis und Timm Lemmerz vom Kreisverband Darmstadt einige Projekte vor und berichteten von erfolgreichen Aktivitäten der neugegründeten Fördervereine. Dabei ging es im Wesentlichen um rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen sowie der Anerkennung als „gemeinnützige Vereine“ durch die Amtsgerichte und Finanzämter. Zukünftig sollen die Öffentlichkeitsarbeit und die Mitgliederwerbung sowie die finanzielle Basis gestärkt werden, um die satzungsmäßigen Aufgaben und Verpflichtungen erfüllen zu können.

Bei einem Rundgang und Abschlussgespräch stellte Matthis Knoll, Leitung der Grundschulbetreuung, und Manuel Knauber, Pädagogische Leitung der AWO Darmstadt, die Einrichtung vor und berichtete von einem starken Netzwerk in der Stadt.

Ist unsere Demokratie unzerstörbar?

Zu Beginn der Diskussionsveranstaltung „Demokratie und soziale Sicherheit“ stellte Michael Seibel fest, dass bereits zum zweiten Mal der „Tag der Demokratie der AWO Darmstadt“ stattfindet. Sein besonderer Gruß galt der stellvertretenden Bundesvorsitzenden von „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ und ehemalige Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen Christine Lieberknecht und dem AWO Bundesvorsitzenden Michael Groß. Siebel bedankte sich herzlich bei Hannes Marb, der die Moderation der Veranstaltung übernommen hat.

Als vor zwei Jahren die Tage der Demokratie von der AWO Darmstadt ins Leben gerufen haben, geschah dies im Angesicht der wachsenden rechten Gewalttaten in ganz Deutschland, der Wahlerfolge der AfD und der Verschiebung des bundesdeutschen Koordinatensystems nach rechts.

Die AWO ist aus der Arbeiterbewegung als der Sozialverband entstanden; als Selbsthilfeorganisation der Arbeiterinnen und Arbeiter des frühen 19. Jahrhunderts. Die Gründerin der AWO, Marie Juchacz, sagte 1929, 10 Jahre nach der Gründung: „Was wir sind, können wir nur sein in einer demokratischen Republik“. Insofern war und ist die AWO bis heute nicht nur Sozialverband, sondern eben auch eine wertebasierte Organisation.

„Doch die Zeiten haben sich verändert. Ein jahrhundertelang gültiges Wertesystem wurde mit der Industriegesellschaft in sein Gegenteil umgekehrt. Früher waren Habsucht, Gier und Maßlosigkeit ein Laster, heute ist es eine wohlstandsfördernde Tugend. Glaubenssätze von früher lösen sich auf. Ist die Vernunft noch das Maß der Entscheidungsfindung? Ist unsere Demokratie unzerstörbar? Geht es im Angesicht des Klimawandels mit unserem Wohlstand immer so weiter? Das sind substanzielle Fragen, die uns beschäftigen und die vor dem Hintergrund des verschobenen Koordinatensystems gestellt werden müssen. Deshalb machen wir die Tage der Demokratie und diese Veranstaltung“ so der AWO Kreisvorsitzende.

In der Diskussionsveranstaltung ging es eingangs darum, ob endlich ein „Ruck durch Land gehen müsse?“ wie bereits vor Jahrzehnten von Bundespräsident Herzog gefordert oder Ermüdungsentscheidungen vorhanden sind. Die Bürgerinnen und Bürger hatten über viele Jahre ein „Wohlstandsgefühl“ und haben heute Angst über den möglichen Verlust ihres Arbeitsplatzes oder ihrer sozialen Absicherung im Alter oder der Zukunft für ihre Kinder.

Die Veröffentlichungen – insbesondere in den Sozialen Medien – bereiten zum Teil unbegründete Sorgen und verbreiten Hass und Hetze. In den 60-ziger und 70-ziger Jahre wurde neue Kitas, neue Schulen und neue Universitäten eröffnet und boten gute Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. Heute befindet sich viele Kommunen in einer „Mangelverwaltung“. Das 500-Milliarden-Programm ist bis jetzt noch nicht sichtbar vor Ort angekommen. Viele Bürgerinnen und Bürgern sehnen sich nach vorbildlichen Politikern und „Machern“ wie Willy Brandt und Helmut Schmidt. Forderungen nach dem Wegfall von Überregulierungen und der Ruf nach föderalen Veränderungen, die schnelle und unbürokratische Entscheidungen an der Basis (Kommunen & Landkreisen) werden lauter, denn das „Leben entscheidet sich vor Ort!“

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hannes marb (mitte) moderierte die diskussion unter dem titel „tag der demokratie“ mit publikum im heiner-lehr-zentrum mit zwei prominenten gästen: ehemalige ministerpräsidentin in thüringen, christine lieberknecht (cdu) – rechts – und dem vorsitzenden des awo-präsidiums, michael groß (ehem. bundestagsabgeordneter der spd) – links-
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pressesprecher vom awo kreisvorstand main-kinzig, anton hofmann (rechts), begleitete als fotoreporter den vorsitzenden des awo-präsidiums, michael groß (ehem. bundestagsabgeordneter der spd) bei der sommertour im kreis darmstadt.

Quelle: Anton Hofmann

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