Rund 200 Menschen kamen am vergangenen Donnerstagabend in das Bürgerzentrum Lieblos, um den palästinensischen Pianisten Aeham Ahmad bei seinem Konzert „Musik zwischen den Welten“ zu erleben. Was sie erwartete, war weit mehr als ein klassischer Konzertabend. Musik, Gesang und gelesene Worte verbanden sich zu einer eindrucksvollen Erzählung über Krieg und Flucht, aber auch über Hoffnung, Menschlichkeit und das Ankommen in einer neuen Heimat.
Aeham Ahmad, der im palästinensischen Flüchtlingslager Yarmouk in Syrien aufwuchs und 2015 nach Deutschland floh, nahm die Besucherinnen und Besucher mit auf eine sehr persönliche Reise durch sein Leben. Am Klavier verband er arabische Melodien mit europäischen Einflüssen und begleitete die Stücke mit seinem Gesang.
Zwischen den musikalischen Beiträgen las Markus Weiher aus Ahmads Buch „Und die Vögel werden singen: Ich, der Pianist aus den Trümmern“. Die Passagen erzählten von Ahmads Leben in Syrien, seinen Erfahrungen während des Krieges und seiner Flucht nach Deutschland. Im Zusammenspiel mit der Musik bekamen die gelesenen Worte eine besondere Intensität. Persönliche Erinnerungen, Musik und Gesang zeichneten das Bild eines Lebens, das von Erfahrungen geprägt ist, die für viele Menschen nur schwer vorstellbar sind.
Der Abend gewährte dabei nicht nur Einblicke in Ahmads Vergangenheit. Der Künstler erzählte auch vom Ankommen und Leben in Deutschland und machte deutlich, welche Bedeutung Begegnung, gegenseitiges Verständnis und gelingende Integration haben. So entstand ein Konzertabend, der berührte, an manchen Stellen nachdenklich stimmte und den Blick auf Flucht und Integration um eine sehr persönliche Perspektive erweiterte.
Auch Bürgermeister Markus Kern griff diese Bedeutung in seinen Worten an das Publikum auf: „Seine Geschichte steht für die Kraft der Musik, aber auch für Hoffnung, Mut und Menschlichkeit in einer Zeit, in der diese Werte besonders wichtig sind.“
Und weiter: „Gerade deshalb ist sein heutiger Auftritt mehr als ein „normales“ Konzert. Der Künstler erinnert uns daran, dass Kultur Brücken bauen kann. Musik braucht keine Übersetzung. Sie erreicht uns Menschen unmittelbar und kann verbinden, wo Worte manchmal nicht ausreichen.“
Die rund 200 Gäste begegneten nicht nur einem außergewöhnlichen Musiker, sondern auch einem Menschen und seiner Geschichte. Eine Geschichte, die berührt, neue Perspektiven eröffnet und noch lange nach dem letzten Ton nachhallt.
Das Konzert fand im Rahmen der Interkulturellen Wochen des Main-Kinzig-Kreises statt und wurde über das KISI-Projekt der Gemeinde Gründau finanziert sowie von der Europäischen Union kofinanziert. In der Pause wurden syrische Spezialitäten angeboten und es blieb ausreichend Gelegenheit für Begegnungen und Gespräche.

Quelle: Gemeinde Gründau

