Gelnhausen. Beherrschendes Thema in der Sitzung des Kreistages des Main-Kinzig-Kreises war an diesem Freitag Abwahl und Neuwahl des Ersten Kreisbeigeordneten. Nach dem Wechsel der Mehrheitsverhältnisses durch die Kommunalwahl im Frühling war auch der Wechsel an der Spitze der Kreisverwaltung notwendig geworden. Mit 63 Ja- und 8 Nein
bei 9 Enthaltungen wurde in der heutigen Sitzung des Main-Kinziger Kreistages nun der bisherige Kreisbeigeordnete Jannik Marquart (CDU) zum neuen Ersten Kreisbeigeordneten des Main-Kinzig-Kreises gewählt. Vorausgegangen war die Abwahl des bisherigen 1.Kreisbeigeordneten Andreas Hofmann, der einen Wechsel auf den Sitz des Kreisbeigeordneten ausgeschlagen hat und nun voraussichtlich wieder in seinen alten Beruf wechseln wird. Landrat Thorsten Stolz (SPD) dankte vor der Wahl dem bisherigen Ersten Kreisbeigeordneten Hofmann für sein Wirken in der Kreisspitze. Aber der Wechsel stelle einen politischen Prozess dar, erfolge aufgrund des Wahlergebnisses der Kommunalwahl und geschehe nach Abstimmung der beiden Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD. Die hatten sich nach der Kommunalwahl auf eine Fortsetzung ihrer Zusammenarbeit geeinigt und in ihrem Koalitionsvertrag unter anderem festgehalten, der CDU als mitgliederstärkerer Fraktion die Position des Ersten Kreisbeigeordneten zu überlassen.
Da Hofmann sich nicht auf die Stelle des Kreisbeigeordneten zurückstufenlassen wollte, entschloss er sich zum Abschied aus der Politik.
Landrat Thorsten Stolz würdigt Hofmanns Engagement als „leidenschaftlicher Kommunalpolitiker und überzeugter Sozialdemokrat mit klarer Haltung, Weitsicht und ausgleichender, vermittelnder Art“. „Die zurückliegenden beiden Jahre waren gerade in seinem Dezernat mit großen Themen und Umbrüchen verbunden, die er mit Gestaltungskraft, Übersicht und Geduld gemanagt hat“, so Stolz.
Nach seiner Abwahl bedankte sich Hofmann für die vielen anerkennenden Worte für seine geleistete Arbeit. Dass ihm der Abschied gar nicht so leichtgefallen ist, war deutlich an seiner Stimme zu merken. Er musste immer wieder schlucken und man hatte den Eindruck, als müsse er sogar gegen die Tränen kämpften.
Da Marquart die letzten zweieinhalb Jahre schon als Kreisbeigeordneter tätig war, fiel seine Neuernennung anschließend recht kurz aus. Nach der Beglückwünschung durch den Kreisvorsitzenden Markus Jung (CDU) schloss sich auch der Landrat den Glückwünschen an. Marquart sei menschlich und inhaltlich eine Bereicherung für den Kreistag und dessen Verwaltung, so Stolz. Anschließend überreichten er ihm die Ernennungsurkunde zu Ersten Kreisbeigeordneten. Diese neue Aufgabe nimmt er ab 5.September wahr.
Der neue Kreisbeigeordnete, also die Nachfolge von Marquart auf dessen bisherigen Posten, wird voraussichtlich in der Kreistagssitzung im Oktober bestimmt. Bis dahin teilen sich Landrat Thorsten Stolz und Jannik Marquart die politische Verantwortung für das Dezernat und die Funktionen in Kreisgesellschaften und Betrieben. So werden unter anderem das Amt für soziale Förderung und Teilhabe sowie das Amt für Umwelt, Naturschutz und ländlicher Raum übergangsweise durch Landrat Stolz mitbetreut, das Amt für Sicherheit, Ordnung, Migration und Integration durch Jannik Marquart.
Jürgen W. Niehoff
Quelle: Jürgen W. Niehoff

