Zehn Schülerinnen und Schüler der
Jahrgangsstufe 12 der Kopernikusschule Freigericht nahmen in diesem Jahr am
Europäischen Schülerparlament (Parlement
européen des lycéens) in Straßburg teil. Das internationale
Projekt, das vom Verein Let’s Promote Europe organisiert wird, fand
bereits zum achten Mal statt. Rund 520 Jugendliche von 35 Schulen aus 14
europäischen Ländern schlüpften dabei für zwei Tage in die Rolle von
Europaabgeordneten und simulierten den Gesetzgebungsprozess der Europäischen
Union im Europäischen Parlament.
Für die Kopernikusschule war die
Teilnahme bereits die fünfte an diesem besonderen Projekt. Der Aufenthalt in
Straßburg bildete den Höhepunkt einer monatelangen Vorbereitung, die bereits im
November des vergangenen Jahres begonnen hatte. In mehreren internationalen
Online-Sitzungen arbeiteten die Teilnehmenden gemeinsam an Änderungsanträgen
und bereiteten sich auf die parlamentarischen Debatten vor.
Zum Auftakt stand am Montag zunächst
eine Stadtrallye auf dem Programm, bei der die Jugendlichen Straßburg
erkundeten und die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennenlernen konnten.
Am Dienstag begann dann der parlamentarische Teil des Projekts im Europäischen
Parlament. Nach der offiziellen Begrüßung durch die Organisatoren und
Grußworten verschiedener Persönlichkeiten startete die Simulation.
In ihren zuvor zugeteilten Fraktionen
finalisierten die Schülerinnen und Schüler zunächst ihre Anträge und legten
gemeinsame Abstimmungsstrategien fest. Anschließend folgte die erste
Plenarsitzung im Parlamentssaal. Über rund fünf Stunden hinweg wurden Änderungsanträge
vorgestellt, diskutiert und abgestimmt. Wie im echten Europäischen Parlament
waren dabei Kompromisse zwischen den Fraktionen notwendig, um die erforderliche
absolute Mehrheit zu erreichen. Inhaltlich beschäftigten sich die Debatten
unter anderem mit der Einrichtung eines europäischen Hauptquartiers für die
Außenpolitik, der digitalen Sicherheit in Krankenhäusern sowie Maßnahmen gegen
die Wasserknappheit in der Europäischen Union.
Am dritten Veranstaltungstag wurden
zunächst die letzten Debatten der ersten Phase abgeschlossen. Es folgten eine
simulierte Pressekonferenz sowie die abschließenden Stellungnahmen der
Fraktionen. Am Nachmittag rückten schließlich die Teilnehmerinnen und
Teilnehmer selbst stärker in den Mittelpunkt. Bereits im Vorfeld hatten sie in
selbst gewählten internationalen Gruppen politische Ideen zu aktuellen
europäischen Fragestellungen entwickelt – etwa zur Einführung eines digitalen
Euro oder zum Umgang mit Desinformation im Wahlkampf. Diese Konzepte
präsentierten sie in kurzen Videos, bevor das Plenum fraktionsunabhängig
darüber abstimmte und die überzeugendste Gruppe auswählte.
Den Abschluss des Projekts bildete die
Simulation des Europäischen Rates. Jede Schule vertrat dabei ein zufällig
zugeteiltes Mitgliedsland der Europäischen Union – die Kopernikusschule
übernahm die Rolle Maltas. In der Funktion von Ministerinnen und Ministern
verhandelten die Schülerinnen und Schüler über Änderungsanträge zum Thema
Scheinpraktika, suchten Mehrheiten und fassten gemeinsame Beschlüsse. Mit der
Übergabe der Teilnahmezertifikate endete eine intensive und bereichernde
Veranstaltung. Am Ende waren sich alle einig: Das Europäische Schülerparlament
ist weit mehr als eine politische Simulation. Es bietet die Möglichkeit, Europa
nicht nur im Unterricht kennenzulernen, sondern selbst zu erleben.

Quelle: Thorsten Weitzel

