Ob Hilfe beim Einkauf, eine Fahrt zum Arzt, Unterstützung bei Behördengängen, gemeinsame Spaziergänge, technischer Support beim Umgang mit PC oder Smartphone, rechtliche Erstberatungen, unkomplizierte Hilfe im Reparatur-Café oder die Betreuung von Kindern als „Wunsch-Großeltern“ – seit fast einem Vierteljahrhundert ist die Bürgerhilfe Bruchköbel für Menschen da, die im Alltag Unterstützung benötigen. Zudem werden jährlich Veranstaltungen zu relevanten Themen organisiert. Hinter diesem breit gefächerten Angebot stehen über 200 Ehrenamtliche, die Jahr für Jahr unzählige Stunden ihrer Freizeit investieren – Tendenz deutlich steigend. Wie der Verein arbeitet und vor welchen Herausforderungen er steht, darüber informierte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig bei einem Besuch in Bruchköbel.
Gemeinsam mit dem Vorsitzenden Joachim Rechholz sowie dessen Mitstreiterinnen Waltraud Petrausch, Doris Schmitz, Dagmar Yohannis und Dagmar Stiefel sprach Reddig über die Entwicklung der Bürgerhilfe. Mit mehr als 1.300 Mitgliedern zählt die Bürgerhilfe zu den größten ehrenamtlichen Initiativen der Region. Im kommenden Jahr feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen. Finanziert wird ihre Arbeit durch Mitgliedsbeiträge und Spenden, die Stadt Bruchköbel unterstützt den Verein mit einem kostenlosen Büroraum.
Sorgen bereitet den Verantwortlichen vor allem die Gewinnung neuer aktiver Ehrenamtlicher. Besonders groß ist der Bedarf bei den Fahr- und Begleitdiensten, die stark nachgefragt werden. Gleichzeitig gehören die meisten Aktiven inzwischen selbst der Altersgruppe 60 plus an. Nachwuchs zu finden, wird zunehmend schwieriger. Vor diesem Hintergrund kam auch die geplante Rentenreform zur Sprache. Reddig, der selbst Mitglied der Rentenkommission der Bundesregierung war, betonte, dass das Renteneintrittsalter schrittweise und über einen langen Zeitraum angepasst werde. Ziel müsse es sein, den Übergang vom Berufsleben in den Ruhestand flexibler zu gestalten und unterschiedliche Lebens- und Berufsbiografien stärker zu berücksichtigen. „Gerade Menschen, die nach dem Berufsleben Zeit und Erfahrung mitbringen, sind für das Ehrenamt von unschätzbarem Wert”, sagte Reddig. Gleichzeitig seien auch Unternehmen gefragt, ehrenamtliches Engagement ihrer Beschäftigten stärker zu unterstützen.
Für den Bundestagsabgeordneten steht fest, dass das Ehrenamt weit mehr ist als eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. „Unsere Gesellschaft lebt davon, dass Menschen Verantwortung füreinander übernehmen. Vieles, was heute selbstverständlich funktioniert, wäre ohne Ehrenamt gar nicht möglich. Nicht jede Aufgabe lässt sich durch staatliche oder private Dienstleistungsangebote ersetzen.”
Damit Vereine ihre eigentliche Arbeit leisten könnten, müsse der Staat ihnen den Rücken freihalten. Dazu gehöre vor allem der Abbau unnötiger Bürokratie. Erste Erleichterungen seien bereits auf den Weg gebracht worden, weitere müssten folgen. „Wer sich freiwillig für andere engagiert, sollte möglichst wenig Zeit mit Formularen und Vorschriften verbringen müssen”, so Reddig.
Zum Abschluss dankte der Bundestagsabgeordnete allen Ehrenamtlichen der Bürgerhilfe Bruchköbel für ihren Einsatz. Ihr Engagement sei ein Beispiel dafür, wie gelebter Zusammenhalt den Alltag vieler Menschen konkret verbessert.
Quelle: Team Reddig

