Die People for Future Gelnhausen fordern entschlossenes Handeln von Politik,
Kommunen und Gesellschaft – und erinnert zugleich an die Möglichkeiten jedes Einzelnen
Deutschland erlebt erneut eine intensive Hitzephase.
Temperaturen von bis zu 39 Grad werden in diesen Tagen erwartet, gleichzeitig steigt die
Waldbrandgefahr. Bereits im Juli haben Trockenheit und Hitze in mehreren Bundesländern
zu Wald- und Feldbränden geführt. Auch die Landwirtschaft steht zunehmend unter Druck:
Extreme Wetterereignisse können Ernten regional vollständig zerstören. Im Raum
Nürnberg wurden nach mehreren schweren Unwettern im Knoblauchsland sogar
Ernteausfälle von bis zu 100 Prozent gemeldet. Das Umweltbundesamt weist darauf hin,
dass Trockenheit das Pflanzenwachstum und die Erträge vermindert. Für die People for
Future sind diese Entwicklungen ein weiterer Weckruf: „Es ist Zeit zu handeln.“
„Wir sehen die ansteigende Zahl der Hitzetoten und lernen gerade erst, Hitze als
ernsthafte Gefahr wahrzunehmen. Insofern ist der Handlungsbedarf konkret und zeigt sich
direkt vor unserer Haustür“, sagt Uta Stock, Vorsitzende vom Verein. Der Verein betont,
dass Klimaschutz niemals allein Aufgabe einzelner Menschen sein kann. Die Politik muss
Rahmenbedingungen schaffen, die klimafreundliches Handeln günstig, einfach und
selbstverständlich machen.
Ein Beispiel sind unsere Städte. Wer auf das Auto verzichten möchte, braucht attraktive
Alternativen. Städte müssen deshalb so geplant werden, dass Menschen sicher, bequem
und zuverlässig mit Bus und Bahn, zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sein können.
„Unsere Städte sind über Jahrzehnte gewachsen und vielerorts stark auf ein einzelnes
Verkehrsmittel ausgerichtet. Das lässt sich nicht von heute auf morgen verändern.
Veränderung braucht Zeit – aber genau deshalb müssen wir jetzt anfangen“, so Andreas
Hlasseck, stellv. Vorsitzender vom Verein. Gleichzeitig brauche es eine klimaangepasste
Gestaltung des öffentlichen Raums. Großflächige Verschattung, mehr Bäume, entsiegelte
Flächen und zugängliche kühle Orte seien gerade für diejenigen wichtig, die keinen
eigenen Garten oder schattigen Außenbereich haben. „Hitzeschutz darf kein Luxus für
Menschen mit Balkon, Garten oder klimatisierter Wohnung sein. Schatten im öffentlichen
Raum muss überall dort selbstverständlich werden, wo Menschen leben, arbeiten und
unterwegs sind“, fordern die People for Future. Darüber hinaus fordern sie die
Bundesregierung und die politischen Entscheidungsträger auf, Klimaschutz und
Klimaanpassung konsequent voranzutreiben. Dazu gehören aus Sicht des Vereins unter
anderem der Ausbau sauberer Energien, nachhaltiger Mobilität, eine widerstandsfähige
Infrastruktur, konsequenter Hitzeschutz sowie Maßnahmen gegen die Folgen von Dürre,
Starkregen und Überflutungen
„Ein Blick nach Süd- und Westeuropa genügt, um die Dringlichkeit angesichts der
verheerenden Waldbrände und Massenevakuierungen zu erkennen. Eine Anpassung an
diese menschengemachten Katastrophen gelingt nur mit konsequentem Klimaschutz. Wie
gravierend wird es erst bei einer Überhitzung von 5 Grad anstelle von aktuell 2,5 Grad in
Deutschland? Je weniger wir die Erderwärmung vorantreiben, desto besser können wir die
Risiken absehen und begrenzen“, sagt Uta Stock. Bei aller Verantwortung von Politik und
Wirtschaft sieht der Verein auch jeden einzelnen Menschen als Teil der Veränderung.
Dabei gehe es ausdrücklich nicht um Perfektion oder darum, die Verantwortung für die
Klimakrise auf Einzelpersonen abzuwälzen. Der Verein regt an, sich ganz persönlich zu
fragen: Welche Rolle möchte ich beim Klimaschutz übernehmen? Mögliche Schritte
können sein: Den eigenen Konsum bewusster zu gestalten und weniger, dafür gezielter zu
kaufen. Die Reduktion tierischer Lebensmittel. Urlaubsreisen und die Wahl des
Verkehrsmittels zu überdenken. Häufiger öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad oder die
eigenen Füße zu nutzen. Sich vor Ort für mehr Grün, Schatten und Klimaanpassung
einzusetzen und politische Entscheidungen für wirksamen Klimaschutz immer wieder
einzufordern – zum Beispiel bei den People for Future mitmachen, das geht aktiv und
passiv.
„Viele Menschen an vielen Orten machen schon heute vieles richtig und gehen
verantwortungsvoll mit Luft, Wasser, Boden und Natur um. Einige politische
Entscheidungsträger übersehen das und müssen daran erinnert werden. Eine breite
Mehrheit möchte mehr Klimaschutz, weil er das Leben gesünder und günstiger macht und
uns, unsere Kinder und Enkelkinder schützt.“, erklärt Andreas Hlasseck.
Der Klima- und Umweltschutzverein ruft deshalb dazu auf, die aktuellen Hitze-, Dürre-,
Brand- und Unwetterereignisse nicht als unvermeidbare Normalität hinzunehmen.
Klimaschutz geht uns alle an – und es ist Zeit zu handeln.
Quelle: People for Future Gelnhausen

