Johannes Wiegelmann tauscht sich mit Verena Campbell zu
Reformplänen im Bereich der Pflegeberatung aus
Wer plötzlich einen Angehörigen pflegen muss oder selbst
Unterstützung benötigt, steht oft vor vielen Fragen: Welche
Leistungen gibt es? Wer hilft mir weiter? Und wie lässt sich die
Pflege zu Hause organisieren? Genau hier leisten unabhängige
Pflegeberatungsstellen wichtige Unterstützung. Über mögliche
Auswirkungen der geplanten Reform der Pflegeberatung hat sich
der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann mit
Verena Campbell von der Optimum Pflegeberatung Bad Orb
ausgetauscht.
Die
Neuordnung der Pflegeberatung ist Teil des
Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG). Ziel des Gesetzes ist es, die
Pflegeversicherung langfristig finanzierbar zu halten und die
Versorgung in der häuslichen Pflege zu verbessern.
Daran will auch Verena Campbell mitarbeiten. Sie leitet eine der
fünf anerkannten unabhängigen Pflegeberatungsstellen im Main
Kinzig-Kreis. Im Gespräch mit Johannes Wiegelmann schilderte
sie ihre Sorge über den aktuellen Referentenentwurf zum GKV
Beitragsstabilisierungsgesetz. Dieser sieht vor, verschiedene
Beratungsangebote künftig in einer neuen Form der
Pflegebegleitung – die auch Verena Campbell im Grundsatz
begrüßt – zusammenzuführen. Der Haken aus ihrer Sicht: Zwar
könnten unabhängige Beratungsstellen weiterhin beauftragt
werden, eine verbindliche Einbindung sei nach aktuellem Stand
jedoch nicht vorgesehen.
Wie wichtig diese unabhängige Unterstützung ist, verdeutlichte
Campbell mit Einblicken in ihre tägliche Arbeit: „Wir sorgen
dafür, dass die Menschen so lange wie möglich zuhause bleiben
können.“ Durch individuelle Beratung, Schulungen und die
Begleitung von Pflegebedürftigen und Angehörigen könnten
stationäre Aufenthalte häufig hinausgezögert oder vermieden
werden.
Die unabhängigen Beratungsstellen befürchten, dass bewährte
Strukturen durch die Reform geschwächt werden könnten.
Kritisch sehen sie insbesondere, dass pflegefachliche Beratung,
Schulungen und Begleitung künftig stärker unter dem Dach der
Pflegekassen organisiert werden könnten. Dadurch könnten
Interessenkonflikte entstehen, wenn Kostenträger zugleich
größeren Einfluss auf die Beratung nehmen.
Campbell setzt sich deshalb gemeinsam mit Kolleginnen und
Kollegen für den Erhalt unabhängiger Beratungsstrukturen ein.
Derzeit wird der Bundesverband unabhängiger Pflegeberatung
und Pflegebegleitung gegründet, der die Interessen der
anerkannten Beratungsstellen vertreten soll.
Wiegelmann zeigte Verständnis für die Bedenken: „Gerade in der
Pflege kommt es auf Vertrauen und eine qualifizierte,
unabhängige Beratung an. Die Hinweise aus der Praxis sind
wichtig und sollten in den parlamentarischen Beratungen
sorgfältig geprüft werden.“
Da das Gesetzgebungsverfahren noch am Anfang steht, sagte
Wiegelmann zu, den Kontakt zum zuständigen Berichterstatter
der CDU/CSU-Bundestagsfraktion herzustellen. Die Erfahrungen
und Anregungen der unabhängigen Pflegeberatungsstellen sollen
so frühzeitig in die weiteren Beratungen einfließen. Mit Verena
Campbell will Wiegelmann weiter im Austausch bleiben.
Quelle: Johannes Wiegelmann (CDU)

