Donnerstag, Juli 30, 2026
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„Wir sorgen dafür, dass die Menschen so lange wie möglich zuhause bleiben können“

Wer plötzlich einen Angehörigen pflegen muss oder selbst Unterstützung benötigt, steht oft vor vielen Fragen: Welche Leistungen gibt es? Wer hilft mir weiter? Und wie lässt sich die Pflege zu Hause organisieren? Genau hier leisten unabhängige Pflegeberatungsstellen wichtige Unterstützung. Über mögliche Auswirkungen der geplanten Reform der Pflegeberatung hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann mit Verena Campbell von der Optimum Pflegeberatung Bad Orb ausgetauscht.

Die Neuordnung der Pflegeberatung ist Teil des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG). Ziel des Gesetzes ist es, die Pflegeversicherung langfristig finanzierbar zu halten und die Versorgung in der häuslichen Pflege zu verbessern.

Daran will auch Verena Campbell mitarbeiten. Sie leitet eine der fünf anerkannten unabhängigen Pflegeberatungsstellen im Main-Kinzig-Kreis. Im Gespräch mit Johannes Wiegelmann schilderte sie ihre Sorge über den aktuellen Referentenentwurf zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz. Dieser sieht vor, verschiedene Beratungsangebote künftig in einer neuen Form der Pflegebegleitung – die auch Verena Campbell im Grundsatz begrüßt – zusammenzuführen. Der Haken aus ihrer Sicht: Zwar könnten unabhängige Beratungsstellen weiterhin beauftragt werden, eine verbindliche Einbindung sei nach aktuellem Stand jedoch nicht vorgesehen.

Wie wichtig diese unabhängige Unterstützung ist, verdeutlichte Campbell mit Einblicken in ihre tägliche Arbeit: „Wir sorgen dafür, dass die Menschen so lange wie möglich zuhause bleiben können.“ Durch individuelle Beratung, Schulungen und die Begleitung von Pflegebedürftigen und Angehörigen könnten stationäre Aufenthalte häufig hinausgezögert oder vermieden werden.

Die unabhängigen Beratungsstellen befürchten, dass bewährte Strukturen durch die Reform geschwächt werden könnten. Kritisch sehen sie insbesondere, dass pflegefachliche Beratung, Schulungen und Begleitung künftig stärker unter dem Dach der Pflegekassen organisiert werden könnten. Dadurch könnten Interessenkonflikte entstehen, wenn Kostenträger zugleich größeren Einfluss auf die Beratung nehmen.

Campbell setzt sich deshalb gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen für den Erhalt unabhängiger Beratungsstrukturen ein. Derzeit wird der Bundesverband unabhängiger Pflegeberatung und Pflegebegleitung gegründet, der die Interessen der anerkannten Beratungsstellen vertreten soll.

Wiegelmann zeigte Verständnis für die Bedenken: „Gerade in der Pflege kommt es auf Vertrauen und eine qualifizierte, unabhängige Beratung an. Die Hinweise aus der Praxis sind wichtig und sollten in den parlamentarischen Beratungen sorgfältig geprüft werden.“

Da das Gesetzgebungsverfahren noch am Anfang steht, sagte Wiegelmann zu, den Kontakt zum zuständigen Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion herzustellen. Die Erfahrungen und Anregungen der unabhängigen Pflegeberatungsstellen sollen so frühzeitig in die weiteren Beratungen einfließen. Mit Verena Campbell will Wiegelmann weiter im Austausch bleiben.

Quelle: Team Wiegelmann

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