Sehr früh in diesem Jahr kommt die große Hitze. Und sofort zeigt die Wasserampel der Kreiswerke Hanau GELB https://www.kreiswerke-main-kinzig.de/privatkunden/trinkwasser/kreiswerke-wasserampel. Die Verfügbarkeit von Trinkwasser sinkt.
Nichts desto trotz soll, während die deutsche Fußballnationalmannschaft ihr nächstes Spiel bestreitet, am 25.06.2026, in Schöneck der Bebauungsplan für Kilianstädten Nord 2 (Rechenzentrum) verabschiedet werden – damit endlich die vielen Millionen Euro in die Gemeindekasse fließen können. Was zukünftig nicht mehr so flüssig fließen wird, ist das in Schöneck benötigte Trinkwasser. Schon in den letzten Jahren war die Wasserversorgung problematisch. Aufgrund von Wassermangel in der Wetterau bekam Schöneck kein Wasser mehr von dort. Die Gemeinde Schöneck sah sich genötigt, die zwei alten Brunnen wieder in Betrieb zu nehmen, die eigentlich nur für eine Notversorgung angedacht waren. Stark verkalktes und gechlortes Brunnenwasser in den Schönecker Haushalten führte zu Kalkablagerungen. Wasserleitungen und Elektrogeräte wurden beschädigt. Von der Genießbarkeit des Trinkwassers ganz zu schweigen.
Dessen ungeachtet, soll jetzt ein rücksichtsloser Großverbraucher hinzukommen, das Hyper Scaler Rechenzentrum von Amazon Web Services (AWS). Über das heikle Thema Wasserverbrauch schweigt der sich aus (auch in der sogenannten Informationsveranstaltung zum Rechenzentrum in Maintal gab es keine Angaben zum dortigen Wasserverbrauch). Und AWS kann sich freuen, dass die Gemeinde Schöneck ihre Planungen auf Grundlage “der letzten aktuellen Zahlen” betreibt: Die stammen nämlich aus den 1960er Jahren!
Wer indessen die aktuelle Berichterstattung verfolgt, z. B. in der Zeitschrift Computerwoche https://www.computerwoche.de/article/4184533/amazon-senkt-wasserverbrauch-in-rechenzentren-auf-95-milliarden-liter.html, kann eine Vorstellung von der enormen Wassermenge bekommen, die diese Anlage verschlingen wird: Im Optimalfall wird pro Kilowattstunde Strom 0,12 Liter Trinkwasser für die Kühlung der Rechner benötigt. Bei der für Schöneck geplanten Strommenge von 100 MVA (entspricht 100.000 kwh / pro Stunde) ergibt sich damit ein Bedarf von 12.000 Litern pro Stunde und 288.000 Litern pro Tag. Damit stiege der Schönecker Tagesverbrauch um etwa 20% an.
Die Gemeindevertreter werden dringend aufgefordert, das Thema Wasser vorab sinnvoll zu überprüfen, mögliche Lösungen abzuklären, bevor der Bebauungsplan verabschiedet wird – und die Interessen Schönecks rechtssicher zu verankern. Dass, wie die Bürgermeisterin am Rande der letzten Sitzung des Bauausschusses anmerkte, das Amazon Water Solutions Team bereits bei ihr vorstellig geworden sei, ersetzt diese Verantwortlichkeit der Gemeindevertreter nicht – ganz im Gegenteil.
Quelle: Kariofilla Carpatsi

