Bereits eine halbe Stunde vor der Öffnung bildete sich vor der Heinrich-Heldmann-Halle eine lange Warteschlange, die zeitweise bis auf den Parkplatz des benachbarten Supermarkts reichte. Als sich um 13 Uhr die Türen zum sechsten Waren-Verschenk-Tag öffneten, strömten die Besucher:innen in die Halle. Innerhalb von nur zwei Stunden kamen mehrere hundert Menschen, um zu stöbern und neue Schätze zu entdecken.
Organisiert wurde die Veranstaltung von den Grünen Wächtersbach. Unterstützt wurden sie dabei von mehr als 20 Helfer:innen. Der Waren-Verschenk-Tag wird vollständig ehrenamtlich geplant und durchgeführt.
Besonders beeindruckend war die Qualität und Vielfalt der gespendeten Gegenstände: Vom Rollator über Kinderwagen, Rollerblades, Skistiefel, Waffeleisen, Wasserkocher und Luftbefeuchter bis hin zu Wächtersbacher Keramik, Gesellschaftsspielen, Puzzles, Bildern, Vasen, Pflanzenablegern, hochwertiger Kinderkleidung und Schuhen reichte das Angebot. Viele Gegenstände waren hervorragend erhalten, manche sogar originalverpackt.
„Die Menschen haben Dinge gebracht, die ihnen selbst noch etwas wert waren“, sagt Eva Bonin. „Die hohe Großzügigkeit und das Vertrauen der Spenderinnen und Spender haben uns sehr beeindruckt.“
Schon vor Beginn warteten zahlreiche Menschen vor der Halle. Der größte Ansturm erfolgte unmittelbar nach der Öffnung. Viele Besucher:innen kamen gezielt auf der Suche nach bestimmten Dingen, andere ließen sich überraschen. Kaum jemand verließ die Halle mit leeren Händen.
Längst hat sich der Waren-Verschenk-Tag über Wächtersbach hinaus herumgesprochen. Besucher:innen kamen auch aus den umliegenden Städten und Gemeinden. Einige meldeten sich noch am selben Tag bei den Organisatoren und fragten bereits nach einem Termin für die nächste Veranstaltung.
Eine besondere Bereicherung war der Stand der Essensretter. Mit viel Engagement informierte die Initiative darüber, wie Lebensmittelverschwendung vermieden werden kann. Die Besucher:innen erfuhren unter anderem, wie sich die Frische von Eiern überprüfen lässt und warum das Mindesthaltbarkeitsdatum häufig missverstanden wird. Für Schmunzeln sorgte ein Glas mit Süßigkeiten, deren Mindesthaltbarkeitsdatum bereits überschritten war und das mit „Mutprobe“ beschriftet war. Darüber hinaus hatten die Essensretter Spiele für Kinder vorbereitet und verschenkten gerettete Brötchen sowie Schokolade. Viele Besucher:innen nutzten die Gelegenheit zum Austausch und nahmen neue Anregungen für den Alltag mit nach Hause.
Auch die Kleiderkammer nutzte die Gelegenheit und wurde gleich mehrfach fündig. Über eine Pinnwand konnten zudem größere Gegenstände vermittelt werden, die nicht in die Halle gebracht werden konnten. So fanden auch Möbel und andere sperrige Gegenstände neue Besitzer.
Kurz vor Veranstaltungsende unterstützten Helfer:innen des Gradierwerks Bad Orb dabei, weitere gut erhaltene Gegenstände einer sinnvollen Verwendung zuzuführen. Die Veranstalter danken außerdem den Essensrettern, der Kleiderkammer, dem Vorstand der Kreisgrünen sowie allen Helfer:innen und Besucher:innen, die zum Gelingen des Tages beigetragen haben. Der Dank gilt auch der Stadt Wächtersbach für die unkomplizierte Zusammenarbeit.
Als gegen 15 Uhr die letzten Besucher:innen die Halle verließen, war nur noch wenig übrig geblieben. Einige Kleidungsstücke gingen in den Kolping-Container. Ein kleiner Rest wird entsorgt werden. Was bleibt, ist vor allem die Freude darüber, dass unzählige Gegenstände ein neues Zuhause gefunden haben. Der verbliebene Rest fand auf einem einzigen Anhänger Platz – ein sichtbares Zeichen dafür, wie erfolgreich der Tag verlaufen war.
„Es war uns ein Fest“, fasst Eva Bonin den sechsten Waren-Verschenk-Tag zusammen. Die große Resonanz zeigte sich auch darin, dass bereits während der Veranstaltung mehrfach die Frage gestellt wurde, wann der nächste Waren-Verschenk-Tag stattfinden wird.


Quelle: Bündnis 90 / Die Grünen

