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Es ist nicht alles Gold, was glänzt – auch nicht bei dem neuen Wertstoffhof der Stadt Nidderau

Nidderau. Der neue Wertstoffhof hat seine Tore seit vergangener Woche geöffnet. Fünf Jahre Planung, Verhandlungen und Genehmigungsverfahren mussten ins Land gehen, um die Misere auf dem alten Müllsammelplatz in der Siemensstraße, nur wenige 1oo Meter entfernt, zu beenden. Genug Zeit aber auch für die Skeptiker, um vor möglichen Problemen am neuen Standort zu warnen. Schon bei der kleinen Eröffnungsfeier vergangene Woche hatte Heldenbergens Ortsvorsteher Erich Lauer (CDU) darauf hingewiesen, dass seiner Meinung nach die Verkehrsproblematik durch die Verlagerung des Wertstoffhofs nicht gelöst, sondern lediglich an einen anderen Standort verschoben worden sei. Da die Anlage nur wenigen Stunden in der Woche geöffnet sei, würden sich in dieser Zeit lange Autoschlangen vor der Einfahrt bilden. Der Ortsvorsteher hatte die Verwaltung rechtzeitig vorab zur Erstellung eines Verkehrskonzept aufgefordert, hatte dann aber stets zur Antwort bekommen: „Die Anlage sie von der Kreisbehörde so genehmigt worden“. Leider haben sich Lauers Befürchtungen bereits am vergangenen Freitag und Samstag, an den ersten Öffnungstagen der neuen Wertstoffsammelstelle in der Philipp Reis 21-23 bewahrheitet. Lange Warteschlangen vor dem Einlasstor zur Sammelstelle veranlassten so manchen Bürger sein Missfallen darüber lautstark zu äußern. „Neuer Platz und derselbe Ärger“ war der einhellige Tenor an diesen Tagen.

Für Ortsvorsteher Lauer war dies vorhersehbar und deshalb hatte er für diesen Montag seinen Ortsbeirat Heldenbergen zu einer Ortsbegehung eingeladen. Mehr Platz für eine leichtere Anlieferung, so die offizielle Ankündigung seitens der Stadtverwaltung. Doch schon die ersten Tage danach haben gezeigt, da läuft noch nicht alles rund, begrüßte Lauer seine Ortsbeiratsmitglieder und mehrere interessierte Bürger. Bei der Eröffnung sei seitens der Verwaltung noch verkündet worden, dass „eine Einbahnstraße ab sofort den Weg zur Entsorgung ebene. Mit mehr Fläche, mehr Struktur, einer deutlich erhöhten Kapazität und einer geordneten Wegeführung würde der neue Wertstoffhof der Stadt Nidderau aufwarten. So die offizielle Ankündigung „Doch das stimmt nicht. Hier herrscht genauso ein Chaos wie an der alten Stelle“, zeigt sich Lauer sichtlich genervt. Die Wege auf dem Platz zu den unterschiedlichen Containern stimmten nicht, sodass die Anlieferer zwischen ihnen hin und herfahren müssten und vor allem vor dem Tor herrsche das blanke Chaos. „Hier gibt es keine Einbahnstraßenregelung wie angekündigt. Denn lediglich zwei Hinweisschilder an der oberen Seite der Philipp-Reis-Straße können aus einer normalen Straße keine Einbahnstraße machen, teilte Lauer mit. Als inzwischen pensionierter Berufskraftfahrer kennt er die Verkehrsregeln bestens. Zu den Anlieferzeiten blockierten nun die wartenden Autos die Philipp-Reis-Straße dermaßen, dass für die schweren LKW, die Straße kaum noch passierbar sei. Die müssen allerdings, um zu ihren Firmen zu gelangen, durch die Straße fahren. Und weil es sich dabei um mehrere größere Firmen handelt, ist dieser LKW-Verkehr nicht unwesentlich. Da eine Lösung auch nach eingehender längerer Diskussion nicht gefunden wurde, beschloss der Ortsbeirat schließlich, zu einer der nächsten Sitzung Vertreter dieser größeren Firmen zur Beratung hinzuzuziehen. „Hier kann eine Lösung nur gemeinsam mit den Anliegern gefunden werden“. war sich der Ortsbeirat schließlich einig und auch das von einem Quantensprung im Vergleich zur alten Sammelstelle an der Siemensstraße wie es die Verwaltung behauptete, bei dem neuen Wertstoffhof keinesfalls die Rede sein könne, zu groß seien da noch die Probleme.

Der Ortsbeirat nutzte am Montagabend die Gelegenheit, um mit einem Bus mittels einer Ortsdurchfahrt auf weitere Probleme im Gewerbegebiet aufmerksam zu machen wie beispielweise auf den ruhenden Verkehr in fast allen Straßen des Gebietes. LKW und Anhänger, viele mit ortsfremden Kennzeichen parken an fast jeder freien Stelle im Gewerbegebiet. Einige Anhänger sogar dauerhaft und ohne Kennzeichen. Verkehrszeichen würden nicht beachtet und da die schweren Fahrzeuge teilweise auch auf Bürgersteigen stehen würden, seien diese bereits erheblich beschädigt. Ein Ärgernis bieten die parkenden Fahrzeuge auch deshalb noch, weil sie größtenteils den fließenden Verkehr beeinträchtigen.

Jürgen W. Niehoff

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2. ein hinweisschild macht aus einer normalen straße keine einbahnstraße wie hier an der philipp reis straße in heldenbergen
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3. viele dauerparker gibt es im gewerbegebiet „am lindenbäumchen“ in heldenbergen wie hier in der robert bosch straße

Quelle: Jürgen W. Niehoff

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