Hubert Müller mit der Alfred-Dregger-Medaille in Gold geehrt – CDU Gelnhausen würdigt ein Lebenswerk im Dienst der Barbarossastadt
Der langjährige Gelnhäuser Kommunalpolitiker Hubert Müller ist mit der Alfred-Dregger-Medaille in Gold ausgezeichnet worden – der höchsten Auszeichnung der CDU Hessen. CDU-Generalsekretär Leopold Born überreichte ihm die Medaille im Rahmen einer feierlichen Ehrungsveranstaltung auf Schloss Langenselbold. Die Ehrung wird nur äußerst selten verliehen und würdigt herausragende Verdienste um Partei, Gesellschaft und kommunale Selbstverwaltung.
„Es war mir ein persönliches Anliegen, Hubert Müller für diese Auszeichnung vorzuschlagen“, betont der Vorsitzende des CDU-Stadtverbands, Christian Litzinger. „Wer durch unsere Altstadt geht, begegnet an vielen Orten seinem Lebenswerk. Über Jahrzehnte hat Hubert Müller unserer Stadt mit Herzblut, Augenmaß und großem Sachverstand gedient – meist ohne großes Aufheben, aber immer mit bleibender Wirkung. Dass die hessische CDU dieses außergewöhnliche Wirken nun mit ihrer höchsten Auszeichnung würdigt, erfüllt uns mit großer Freude und tiefem Respekt.“
Für die CDU Gelnhausen ist die Ehrung ein besonderer Anlass – denn nur wenige Persönlichkeiten sind mit Gelnhausen so eng verwoben wie Hubert Müller. In der Barbarossastadt geboren und aufgewachsen, legte er hier sein Abitur ab, studierte anschließend Sozialwissenschaften – unter anderem an der Universität Freiburg – und stellte sein Wissen über Jahrzehnte in den Dienst seiner Heimat. Bis heute lebt er mit seiner Ehefrau Petra im Stadtteil Meerholz und ist der kommunalen Basis damit stets eng verbunden geblieben. Sein Engagement war von einem christlich geprägten Wertefundament und dem Leitgedanken der „Hilfe zur Selbsthilfe“ getragen.
Müllers kommunalpolitischer Weg begann bereits Ende der 1960er-Jahre. 1969 übernahm er als stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher erste Verantwortung in der Stadtverordnetenversammlung, von 1970 bis 1972 übte er die Funktion des Stadtverordnetenvorstehers aus. Es folgten Jahrzehnte des Engagements als langjähriges Mitglied des Magistrats, als Stadtverordneter und schließlich von 1981 bis 1993 als Erster hauptamtlicher Stadtrat – und damit als direkter Stellvertreter des Bürgermeisters. Zudem war Hubert Müller von 2000 bis 2001 Fraktionsvorsitzender der CDU in der Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung.
Wer mit Hubert Müller zusammenarbeitete, lernte einen Politiker kennen, der selten die große Bühne suchte und dennoch außerordentlich wirksam war. Anerkennend würdigt ihn die stellvertretende Parteivorsitzende Petra Schott-Pfeifer: „Ich durfte mit Hubert Müller unter anderen in seiner Funktion als hauptamtlicher Erster Stadtrat zusammenarbeiten. Ich schätze nicht nur seinen analytischen Sachverstand, sondern auch seinen feinen, hintergründigen Humor und seine unerschütterliche Gelassenheit, mit der es ihm immer gelungen ist, Konflikte zu entschärfen. Sein politisches Schaffen war stets geprägt von dem christdemokratischen Werteverständnis und seiner tiefen Verwurzelung in seiner Heimat. Für viele in unserer Partei, mich eingeschlossen, ist er Vorbild und Orientierung.Diese Auszeichnung ist hochverdient.“
Wie sehr dieser Stil Gelnhausen geprägt hat, zeigt sich bis heute im Stadtbild und im gesellschaftlichen Leben. In seiner Amtszeit als Erster hauptamtlicher Stadtrat trieb Müller zwei Vorhaben voran, die für die Identität und die Lebensqualität der Stadt bis heute von entscheidender Bedeutung sind. Die umfassende Sanierung der historischen Altstadt bewahrte den über Jahrhunderte gewachsenen Kern der ehemaligen Reichsstadt Friedrich Barbarossas vor dem Verfall – und machte ihn zugleich zu einem lebendigen Standort für Handel, Gastronomie, Tourismus und Wohnen. Dass dies gelang, war auch Müllers moderierendem Geschick zu verdanken: Er führte Denkmalschutz, die Interessen von Eigentümern und Gewerbetreibenden, die Bedürfnisse der Anwohnerschaft und die Vorgaben der Fördermittelgeber zu tragfähigen Lösungen zusammen. Mit dem Bau der Stadthalle schuf er darüber hinaus einen zentralen Ort für Vereine, Kultur, Ehrenamt und bürgerschaftliches Miteinander.
Seine Heimatverbundenheit ging dabei stets mit Weltoffenheit einher. Als überzeugter Europäer war Müller maßgeblicher Initiator der Städtepartnerschaft zwischen Gelnhausen und der Südtiroler Gemeinde Marling – getragen von der Überzeugung, dass ein geeintes Europa vor allem durch Begegnung und Freundschaft auf kommunaler Ebene lebendig wird.
Sein Wirken reichte früh über die Stadtgrenzen hinaus. Als Vizelandrat und Erster Kreisbeigeordneter sowie als Kreistagsvorsitzender prägte er die Entwicklung des gesamten Main-Kinzig-Kreises maßgeblich mit. Zu seinen bedeutendsten Leistungen zählen die Umwandlung der kreiseigenen Krankenhäuser in eine gemeinnützige GmbH – das Fundament der heutigen Main-Kinzig-Kliniken –, die nachhaltige Konsolidierung der Kreisfinanzen sowie der Aufbau einer regionalen Wirtschaftsförderung. Dem CDU-Kreisverband Main-Kinzig stand er von 1996 bis 2006 als Kreisvorsitzender vor; seit 2012 ist er dessen Ehrenvorsitzender. Über Ämter und Partei hinaus engagierte er sich im Ehrenamt, unter anderem als Schatzmeister des Hessischen Roten Kreuzes. Seine Heimatstadt ernannte ihn 2006 zum Ehrenstadtrat; bereits 2002 war ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen worden.
Jens Peter Thiemel, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Gelnhäuser Stadtverordnetenversammlung, betont die bleibende Wirkung von Müllers Arbeit: „In unserer täglichen Arbeit stehen wir bis heute auf dem Fundament, das Hubert Müller gelegt hat. Als ehemaliger Fraktionsvorsitzender wusste er, wie viel Geduld und Beharrlichkeit gute Kommunalpolitik braucht – und wie wertvoll es ist, über Parteigrenzen hinweg tragfähige Lösungen für Gelnhausen zu finden. Den politischen Mitbewerber verstand er dabei nie als Gegner, sondern als notwendigen Partner einer gemeinsamen Lösungssuche. Diese verbindliche, zugewandte Art und seine fachliche Autorität machten ihn über Jahrzehnte hinweg zu einer Integrationsfigur weit über die eigene Fraktion hinaus. Dafür sind wir ihm von Herzen dankbar.“
Mit der Alfred-Dregger-Medaille in Gold erfährt ein Lebenswerk besondere Würdigung, das für den CDU-Stadtverband Gelnhausen zugleich ein Stück gelebter Stadtgeschichte ist – getragen von einem Mann, der seine Heimatstadt über Generationen hinweg mitgeprägt hat.
Quelle: CDU Gelnhausen

