Maintal setzt für mehr Klimaschutz und Artenvielfalt auf die Entsiegelung öffentlicher Flächen
Eine kleine grüne Insel mitten im alten Ortskern von Wachenbuchen: Wo vor einigen Monaten noch Pflastersteine und parkende Pkw dominierten, ist ein Grünfläche entstanden, die das Mikroklima verbessert und die Artenvielfalt fördert. Das Beet in der Bachstraße ist dabei erst der Anfang.
Im Rahmen des Projekts „Natürlicher Klimaschutz für Kommunen“ erstellt Iris Sparwasser vom Landschaftspflegeverband (LPV) Main-Kinzig für die Stadt Maintal ein ganzheitliches Konzept, um neue und bestehende Grünflächen naturnah und klimaresilient zu gestalten.
Ursprünglich waren auf dem mehrere Meter breiten gepflasterten Gehweg an der Bachstraße Parkplätze angeordnet. Zusätzlich wurde ordnungswidrig parallel am Straßenrand geparkt. Die Neugestaltung bot die Möglichkeit, für rechtskonforme Verhältnisse zu sorgen und zugleich einen ökologischen Mehrwert zu schaffen. Denn die Fläche, auf der im Herbst bereits zwei Eisenholzbäume gesetzt wurden, ist nun weder Parkplatz, noch wie zuletzt Hundetoilette, sondern eine Grünfläche mit heimischen, standortangepassten Pflanzen. Duftende Kräuter wie Oregano, Salbei und Minze wachsen dort, ebenso Storchschnabel, Ochsenauge, Diptam oder Goldhaaraster. Was für den Laien nach einer willkürlichen Verteilung der rund 200 Jungpflanzen aussieht, die Thomas Wienand, Celine Mauerhoff und Nikola Vidakovic an diesem Morgen zügig aus den Töpfchen in das Substrat setzen, folgt einem System: Zunächst werden Leitpflanzen wie der Diptam gesetzt, die besonders üppig wachsen. Um sie herum gruppieren sich Mitläufer wie der Salbei und schließlich das Fußvolk wie Geranium.
Das Team des Fachdienstes Grünbereich unter Leitung von Silke Retzler ist ein wesentlicher Bestandteil des durch die KfW mit 380.000 Euro geförderten Projekts, mit dem auch die halbe Stelle von Iris Sparwasser beim LPV finanziert wird, die ihre Fachexpertise einbringt. Sie hat dazu nicht nur den Pflanzplan für die Fläche in Wachenbuchen erstellt, sondern ein stadtteilübergreifendes Konzept, das ergänzend zur Neuanlage bislang noch versiegelter Flächen ebenfalls die naturnahe Pflege städtischer Grünflächen vorsieht. Dazu werden die Beschäftigten beim Fachdienst Grün insbesondere im Bereich ökologischer Grünflächenpflege und der Verwendung klimaangepasster Pflanzen geschult und weitergebildet.
Damit knüpft das Projekt an die 2025 beendete ebenfalls geförderte kreisweite Initiative „Main.Kinzig.Blüht.Netz“ an. In diesem Zusammenhang sind zahlreiche Wildpflanzenflächen auch in Maintal entstanden. Zusätzlich wurden ehrenamtliche Blühbotschafter*innen ausgebildet, um das Thema einer klimaresilienten innerörtlichen Bepflanzung, die auch der Biodiversität dient, in die Breite der Bevölkerung zu tragen. „An diese erfolgreiche Zusammenarbeit knüpfen wir nun an“, sagt Matthias Metzger, Geschäftsführer des LPV. Daher ist die entsiegelte und neu bepflanzte Fläche in der Bachstraße auch erst der Auftakt. Im Bereich der Dorfelder Straße sind weitere Maßnahmen vorgesehen, in Dörnigheim und Bischofsheim wurden bereits geeignete Flächen identifiziert.
Diese Meldung im Browser anzeigen
Quelle: Stadt Maintal

