Von außen wirkt oft alles perfekt.
Der Kalender ist voll. Meetings laufen. Entscheidungen werden getroffen. Das Team funktioniert und auf LinkedIn sieht sowieso alles erfolgreich aus. Doch hinter vielen Bürotüren sieht die Realität inzwischen anders aus.
Immer mehr Führungskräfte fühlen sich dauerhaft erschöpft. Nicht unbedingt körperlich — sondern mental.
Viele schlafen schlechter. Sind ständig erreichbar. Kommen selbst am Wochenende nicht mehr richtig runter.
Und haben irgendwann das Gefühl, nur noch zu funktionieren. Das Problem daran: Man merkt es den meisten Menschen lange Zeit nicht an. Psychologen sprechen inzwischen häufig von „High Functioning Exhaustion“ — Menschen, die nach außen leistungsfähig wirken, innerlich aber längst auf Reserve laufen.
Und ehrlich gesagt: Ich glaube, genau das betrifft heute deutlich mehr Menschen, als wir öffentlich zugeben.Die moderne Arbeitswelt hat sich massiv verändert. Früher endete Arbeit oft mit dem Feierabend. Heute tragen viele ihre Verantwortung permanent in der Hosentasche mit sich herum: Mails. Teams-Nachrichten. Anrufe. Entscheidungen. Krisen. Erwartungen.
Dazu kommen: Fachkräftemangel, KI-Veränderungen, wirtschaftlicher Druck, hybride Teams und Unsicherheit in Unternehmen.
Führung bedeutet heute für viele Menschen Daueranspannung.
Das zeigt auch der aktuelle „Future of Jobs Report 2025“ des World Economic Forum. Dort zählen Resilienz, Stressmanagement und emotionale Stabilität inzwischen zu den wichtigsten Zukunftskompetenzen moderner Führungskräfte. Auch die Harvard Business Review berichtet zunehmend darüber, dass Führungskräfte heute weniger an fehlender Kompetenz scheitern — sondern häufiger an permanenter mentaler Überlastung.
Besonders gefährlich: Viele leistungsorientierte Menschen erkennen ihre eigenen Warnsignale sehr spät. Denn wer immer stark sein musste, lernt oft nicht, rechtzeitig auf sich selbst zu achten. Dabei ist mentale Stärke nicht, alles auszuhalten.
Mentale Stärke bedeutet: Grenzen zu erkennen, Energie bewusst zu steuern und auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben, ohne sich selbst dabei zu verlieren. Genau deshalb verändert sich modernes Coaching aktuell massiv. Es geht heute nicht mehr nur um Motivation oder klassische Karriereziele. Es geht um:
Fokus statt Dauerstress
Klarheit statt permanenter Reizüberflutung
gesunde Performance statt Selbstzerstörung
emotionale Stabilität trotz hoher Verantwortung
In meinen Gesprächen mit Führungskräften fällt mir immer wieder auf: Viele Menschen brauchen heute keinen zusätzlichen Druck mehr. Sie brauchen jemanden, mit dem sie ehrlich sprechen können. Ohne Rolle, ohne Erwartungshaltung und ohne funktionieren zu müssen und manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer großen Entscheidung.
Sondern mit einem einfachen Satz: „So wie es gerade läuft, kann es langfristig nicht weitergehen.“ Vielleicht liegt genau darin heute die größte Stärke moderner Führung. Nicht perfekt zu sein. Sondern bewusst Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Quellen:
World Economic Forum – Future of Jobs Report 2025
Harvard Business Review – Burnout & Leadership
BAuA – Mentale Gesundheit bei Führungskräften
Quelle: Stubo Coaching

