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Vielseitiger Künstler: Museum Großauheim eröffnet neugestaltete Abteilung August Peukert

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as Museum Großauheim lädt Kunstinteressierte dazu ein, einen bedeutenden Künstler der Region neu zu entdecken: Die umfassend neugestaltete Abteilung zum Großauheimer Maler, Grafiker, Glasfenster- und Mosaikgestalter August Peukert (1912–1986) bietet spannende Einblicke in Leben und Werk eines vielseitigen Künstlers und Chronisten seiner Zeit.

August Peukert zählt zu den prägenden Kunstschaffenden im Hanauer Raum der Nachkriegszeit. In mehr als fünf Jahrzehnten schuf er ein beeindruckendes Gesamtwerk aus Gemälden und Grafiken sowie Glasfenstern und Mosaiken für sakrale und öffentliche Räume. Seine Arbeiten zeigen die Verbundenheit zu seiner Heimat und spiegeln auch gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Überzeugungen wider. Als engagierter Bürger und aufmerksamer Beobachter hielt Peukert die Ereignisse seiner Umgebung künstlerisch fest.

Anlässlich seines 40. Todestages und des 100. Jahrestages seines Ausbildungsbeginns an der Staatlichen Zeichenakademie Hanau haben die Städtischen Museen Hanau die Präsentation grundlegend überarbeitet. Die neue Dauerausstellung vereint mehr als 40 Werke aus dem musealen Bestand, darunter Gemälde, Grafiken und Mosaike. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Peukerts Arbeiten für Kirchen: Eine eindrucksvolle Installation mit Fotografien seiner Glasfenster in vier Hanauer Kirchen macht diese sonst ortsgebundenen Kunstwerke im Museum erlebbar.

Neu ist zudem ein erweiterter biografischer Überblick, der Besucherinnen und Besucher durch die Lebensstationen des Künstlers führt. Digitale Stationen eröffnen zusätzliche Perspektiven: Sie geben Einblicke in Werke im Stadtraum sowie in ausgewählte Bestände der Sammlung und laden zur vertieften Auseinandersetzung ein.

Die Ausstellung ist sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet und wurde von der Stiftung der Sparkasse Hanau gefördert. Sie bietet sowohl Kunstkennerinnen und -kennern als auch Neugierigen einen inspirierenden Zugang zu einem Künstler, dessen Werke bis heute das Stadtbild Hanaus prägen.

Zur Person

August Peukert begann mit 14 Jahren seine Ausbildung an der Zeichenakademie. Er befasste sich 1926 bis 1929 mit Grafik, Schrift- und Buchschmuck sowie Plakatmalerei. Kaum volljährig gründete er zusammen mit einem Freund ein Atelier in Frankfurt. Kurze Zeit später kehrte er nach Großauheim zurück und begann seinen eigenen Stil zu entwickeln. Seine frühen Werke – Stillleben, Landschaften, Porträts – zeigen nicht nur die Schönheit der Umgebung, sondern auch seine kritische Auseinandersetzung mit Industrialisierung und sozialer Not.

Während des Nationalsozialismus präsentierte Peukert zwischen 1937 und 1944 seine Werke auf verschiedenen Ausstellungen in Hanau, Offenbach, Frankfurt sowie auf Gauausstellungen in Frankfurt und auf den sogenannten „Großen Deutschen Kunstausstellungen“ in München. 1940 wurde er als Soldat eingezogen und verbrachte vier Jahre des Zweiten Weltkriegs in einer Kartenstelle in Norwegen. Dort entstanden Landschaften, Hafenmotive und Szenen des Alltags.

In den Wiederaufbaujahren erhielt Peukert zahlreiche Aufträge zur Wiederherstellung zerstörter Kirchenfenster – allein über dreißig Großaufträge in Hessen. Schon seit den 1930er Jahren hatte ihn die Farbwirkung von Glas fasziniert. Seine beeindruckenden Kirchenfenster finden sich etwa in der Friedenskirche Kesselstadt, in St. Paul Großauheim oder in St. Nikolaus in Steinheim.

Reliefartige, farbenprächtige und lebendige Mosaike erweiterten Peukerts Ausdrucksmöglichkeiten. Sie reichen von wandfüllenden Altarmosaiken in Kirchen bis zu kleineren Arbeiten in Schulen oder seinem eigenen Wohnhaus. Neben Glas und Mosaik erschloss er sich in den 1950er und 60er Jahren die Technik des Sgraffito – großflächige Fassadenmalerei durch geschicktes Freilegen farbiger Mörtelschichten.

In seinen Zeichnungen mit Kohle, Bleistift oder Pastellkreide fing er die Welt ungeschönt und direkt ein. Er thematisierte soziale Probleme, etwa die Not der Arbeitslosen in der Weltwirtschaftskrise. Nach 1945 dokumentierte er die Folgen von Krieg und Zerstörung in der Serie „Deutsche Katastrophe 1933 und 1945–51“. Diese Arbeiten wurden 1956 in die Akademie der Künste Berlin aufgenommen.

August Peukert wirkte als politisch engagierter Bürger als Stadtverordneter in Großauheim. Zudem setzte er sich für andere Kunstschaffende ein und drückte seine politischen Überzeugungen in Werken wie „Große Koalition“, „Engel zertreten die Atomflamme“ oder „Flammender Protest“ aus.

 

https://www.presse-service.de/data.aspx/static/?ID=1216598.html

Quelle: Stadt Hanau

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