Sonntag, April 5, 2026
Bericht einreichen
Werbung schalten
StartRegion 4GelnhausenHSG Hanau gewinnt packendes Derby gegen Gelnhausen

HSG Hanau gewinnt packendes Derby gegen Gelnhausen

Defensivstarke Grimmstädter feiern 29:28-Erfolg vor ausverkauftem Haus

Die HSG Hanau hat am Donnerstagabend das Main-Kinzig-Derby gegen den TV Gelnhausen in der 3. Liga Süd-West mit 29:28 (13:8) für sich entschieden. Beim neunten Pflichtspielsieg in Serie überzeugte das Team um Goalgetter Cedric Schiefer und Torhüter-Routinier Benedikt Müller rund 45 Minuten lang mit einem herausragenden Defensivspiel. Vor großartiger Kulisse kam Gelnhausen in der Schlussphase noch einmal heran, aber die Grimmstädter behielten die Nerven und beide Punkte in Hanau.

„Eine sensationelle Abwehrleistung meiner Mannschaft“, lobte HSG-Cheftrainer Axel Spandau nach Abpfiff am Mikrofon. „Gelnhausen hatte in der ersten Halbzeit aus dem Positionsspiel heraus nur drei oder vier Tore. Besser kann man es kaum machen. Zum Schluss muss es meiner Meinung nach nicht so knapp werden, aber letztendlich zählen die Punkte und der Derbysieg.“

Das anstehende Derby des Tabellenzweiten aus Gelnhausen mit dem Dritten in Hanau hatte schon vor dem Beginn lange Schatten vorausgeworfen. 1100 Zuschauer säumten am Gründonnerstag die Ränge in der Main-Kinzig-Halle. Die Spielgemeinschaft aus Kesselstadt und Steinheim meldete erstmals in ihrer Drittliga-Historie ein ausverkauftes Haus.

Abwehrbollwerk legt den Grundstein zur Halbzeitführung

Derbycharakter kam dabei bereits schon in der Anfangsphase auf. Beide Teams gingen – wie auch schon beim 25:25-Unentschieden im Hinspiel – mit viel Elan zu Werke und packten auch in der Abwehr beherzt zu. Davon zeugten drei Siebenmeter alleine in den ersten zehn Spielminuten. Gelnhausens Simon Belter brachte den TVG in der 6. Minute mit 3:1 in Front. Die knappe Führung der Gäste glich der herausragende Cedric Schiefer beim 5:5 (14. Minute) von neun Metern aus, ehe Kreisläufer David Rivic die Grimmstädter mit seinem 6:5 (17.) erstmals in der Partie in Führung warf.

Immer wieder vom eigenen Blauen Block nach vorne gepeitscht, nutzte Hanau nun die Gunst der Stunde und erhöhte den Vorsprung auf 8:5 (19.) durch Rechtsaußen Sebastian Hein. TVG-Coach Matthias Geiger nahm die Auszeit, aber die Hausherren waren nun sowohl mental als auch körperlich voll in der Partie angekommen. Gelnhausen fand gegen die zweikampfstarke blau-weiße 6:0-Deckung kaum ein Durchkommen. Selbst eine doppelte Unterzahl überstand Hanau in dieser Spielphase fast unbeschadet, nur der Siebenmetertreffer von Jonathan Malolepszy sorgte für den Anschluss beim 7:8 (23.).

Hanau blieb aber weiter am Drücker. Den Grimmstädter schienen in ihrem Auftreten insgesamt konzentrierter und zwangen Gelnhausen mit konsequentem Defensivverhalten immer wieder zu Fehlern. Auch HSG-Torhüter Benedikt Müller drehte nun auf, zeigte unter anderem eine Doppelparade und war seiner Mannschaft ein sicherer Rückhalt. Einen 5:0-Lauf der Blau-Weißen schloss Abwehrkante Dziugas Jusys, nach einem schnell vorgetragenen Konter, zum 12:7 (30.) ab – frenetischer Jubel bei den Hanauer Fans.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Kräfteverhältnisse gleich. Hanau machte mehr aus dem eigenen Spiel, überzeugte abermals mit seiner hochemotionalen und flinken Abwehrarbeit, gegen die Gelnhausen nur schwer zu seinen Chancen kam. Vorne hingegen wirbelten Jan-Eric Kleemann, Schiefer und Lukas Böhm. Letzterer netzte mit all seiner Erfahrung das 19:12 (38.) ein, kurz bevor Cedric Schiefer für die Brüder-Grimm-Städter auf 20:12 (39.) stellte – die höchste Führung der Hausherren im Spielverlauf.

Gelnhausen kommt zurück – Hanau behält die Nerven

Aber ein Main-Kinzig-Derby wäre nichts ohne eine spannende Schlussphase. In der letzten Viertelstunde bäumten sich die Barbarossastädter noch einmal auf, während nun Hanau vorne einige Fehler unterliefen. Nach 50 Minuten Vollgas-Handball wirkten Bergold, Kleemann & Co. zusehends müde und Gelnhausen verkürzte, trotz einer Roten Karte gegen Fynn Hilb (52.), auf 22:24 (54.) durch Silas Altwein. Einer, der Nerven wie Drahtseile bewies, war allerdings der junge Rechtsaußen Hein, der mit seinem verwandelten Siebenmeter gegen Daniel Drozdz das wichtige 25:22 markierte. „Wir haben heute taktisch im Angriff sehr gut gespielt, aber wenn Gelnhausen nach einem Acht-Tore-Rückstand wieder auf drei Tore rankommt, dann sind sie brandgefährlich. Das haben sie auch schon in anderen Spielen gezeigt“, so Spandau.

In der Main-Kinzig-Halle hielt es nun niemanden mehr auf den Sitzen. Während Gelnhausen zum Sturmangriff auf die Hanauer Deckung blies, schafften es Böhm und Jan-Philipp Winkler durch ihre individuelle Klasse den Vorsprung für die Gastgeber zu behaupten. Nach Malolepszys 27:28, rund 15 Sekunden vor dem Ende, wurde es noch einmal hektisch: Zeitstrafe gegen die HSG und Unterzahl bis zum Abpfiff, doch gegen die offene Deckung der Barbarossastädter war auf den besten Hanauer Torschützen in Person von David Rivic verlass. Der Kreisläufer wand sich am Sechsmeter an gleich drei Gegenspielern vorbei und machte mit dem 29:27 die Vorentscheidung klar. Ekstase im Hanauer Handballtempel und große Freude über den nächsten Derbysieg der Grimmstädter.

Der neunte HSG-Heimsieg in Folge und in der Rückrunde beide Spitzenteams der Staffel Süd-West geschlagen, darüber freute sich auch Spandau. „Das ist absolut überragend. Das Team hat ein Selbstverständnis entwickelt und zeigt das auch auf dem Feld. Das merke ich immer wieder in den Auszeiten, wenn kurze Anweisungen dann direkt umgesetzt werden.“

„Das war von der ersten Minute an eine geile Atmosphäre. Es macht einfach unglaublich Spaß, vor so einer vollen Main-Kinzig-Halle zu spielen“, sagte HSG-Kapitän Max Bergold. „Die Kulisse war eines Spitzenspiels würdig und was wir heute als Mannschaft in der Abwehr geleistet haben, das war wirklich phänomenal. Der heutige Sieg war eine Bestätigung unserer täglichen Arbeit und beweist, dass wir zu Recht auf dem dritten Platz stehen.“

TVG-Trainer Matthias Geiger erklärte nach dem Spiel im Pressegespräch: „Glückwunsch an Hanau. Sie haben unsere Fehler konsequent genutzt und das Spiel clever zu Ende gespielt. Aber wir haben uns nach einem Acht-Tore-Rückstand wieder ran gekämpft und das zeigt den Charakter dieser Mannschaft. Sie geben nicht auf. Wir nehmen einiges mit aus dem Spiel und wollen das jetzt natürlich in den nächsten Spielen wieder verbessern.“

Am 11. April steht für die HSG Hanau das dritte Heimspiel in Folge an. Zu Gast ist das Team von interaktiv.handball Düsseldorf-Ratingen. Anwurf ist um 18:30 Uhr in der Main-Kinzig-Halle.

Aufstellung HSG Hanau: Müller, Khan; Kleemann (2), Hein (4/1), Jusys (1), Just, Gerst, Böhm (6), Schröder, Rivic (6), Bergold, Winkler (2), Schiefer (8), Fulda.

Aufstellung TV Gelnhausen: Drozdz, Bechert, Pilgrim; Trinczek, Mocken (2), Dambach (5), Fehl (2), Bechert, Broßmann, Malolepszy (9/6), Altwein (4), Redkyn (2), Belter (1), Wörner (1), Hilb (2).

Zeitstrafen: 14:12 Min. – Siebenmeter: 3/1:6/6. – Rote Karte: Fynn Hilb (52. / 3×2 Min.) Zuschauer: 1100. – Schiedsrichter: Paul Kijowsky, Lukas Strüder.

Quelle: Presse-Team HSG Hanau

Ähnliche Artikel
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -
- Werbung -

Am beliebtesten