Das markante Gebäude „Teehaus” an der südwestlichen Ecke des Schlossgartens von Schloss Philippsruhe blickt auf eine lange und bemerkenswerte Geschichte zurück: Der Gartenpavillon, ursprünglich als „Tempel” bezeichnet, wurde zwischen 1827 und 1829 als Belvedere errichtet.
Verantwortlich für den Bau war der Schlossarchitekt und Oberhofbaumeister Johann Conrad Bromeis während der Regentschaft von Wilhelm II. von Hessen-Kassel. Das Bauwerk ist ein herausragendes Beispiel klassizistischer Architektur und wurde bewusst als Aussichtspunkt konzipiert, der Begriff „Belvedere“ bedeutet „schöne Aussicht“. Anlässlich des 80. Geburtstags des renommierten Bildhauers Claus Bury hat die Stadt Hanau vor wenigen Tagen dessen enge Verbindung zum Schlosspark Philippsruhe gewürdigt. In den 1970er- und 1980er-Jahren lebte und arbeitete der Künstler im Schloss und nutzte das sogenannte Teehaus als Atelier.
Das Gebäude zeichnet sich durch seine feingliedrige Gestaltung aus: Sandsteinlisenen, Fries- und Bogenelemente strukturieren den Baukörper. Typische Schmuckformen wie Palmettenbänder, Mäanderornamente und Lorbeerkränze prägen das Erscheinungsbild. Während das Teehaus heute durch seine weiß-rote Farbgebung auffällt, präsentierte es sich zur Bauzeit in einem lindgrün-weißen Farbkonzept.
Auch das Innere beeindruckt: Ein zweigeschossiger, tonnengewölbter Gartensaal mit teilweise erhaltenen Fresken, darunter florale Dekore und die Darstellung eines Violinisten, zeugt von der einstigen Gestaltung. Über ein Treppenhaus gelangten Besucherinnen und Besucher früher auf das begehbare Pyramidendach. Von dort bot sich ein freier Blick auf den Main, während sich die höfische Gesellschaft in geschützter Atmosphäre austauschen und unterhalten konnte.
Nach der Zeit als Atelier von Claus Bury wurde das Teehaus vorübergehend für Kunstausstellungen genutzt. Später erfolgte ein Umbau im Zuge der heutigen Brüder Grimm Festspiele Hanau, bei dem Garderobenräume eingerichtet wurden. Das Teehaus im Schlosspark Philippsruhe ist damit nicht nur ein architektonisches Kleinod, sondern auch ein Ort lebendiger Kulturgeschichte.
Weitere Informationen: Objekt der Woche – Museen Hanau
Pressekontakt:
Stadt Hanau, Dominik Kuhn, Telefon 06181 / 3000 6069
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Quelle: Stadt Hanau

