Donnerstag, April 2, 2026
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ACE Motorradbekleidung: So gelingen Schutz und Komfort von Kopf bis Fuß• Verschiedene Normen für Schutzkleidung und Helm berücksichtigen• Passform und Materialeigenschaften prüfen•

Jetzt im Frühling beginnt traditionell die Motorradsaison. Egal, wie kurz die erste Fahrt des Jahres auch sein mag: Ohne geeignete Schutzkleidung geht es nicht. Moderne Motorradbekleidung ist weit mehr als ein reiner Witterungsschutz. Unzureichende oder ungeeignete Kleidung erhöht das Verletzungsrisiko bei einem Sturz erheblich. Der Pressesprecher, Anton Hofmann, vom Kreisvorstand Main-Kinzig und Wetterau, ACE Auto Club Europa, empfiehlt deshalb, jetzt Ausstattung und Materialien kritisch zu prüfen und auf zertifizierte Schutzbekleidung zurückzugreifen.

Schutzklasse je nach Anforderung wählen

Motorradkleidung ist nicht gleich Motorradkleidung: Je nach Wetterlage und Jahreszeit gibt es verschiedenste Ausführungen. Ebenso unterscheidet sich die Schutzwirkung. Leder bietet den besten Schutz, dicht gefolgt von Cordura-Gewebe, das vorwiegend aus Nylon besteht. Die Norm EN 17092 stellt seit 2019 sicher, dass das Material geeignet ist: Getestet werden neben der Stoßabriebfestigkeit auch die Naht- und Reißfestigkeit sowie die Formbeständigkeit und die chemische Verträglichkeit.

Auf Basis der Testergebnisse wird zwischen verschiedenen Schutzklassen unterschieden: Während die Klasse A (EN 17092–4) lediglich ein Mindestmaß an Schutz vor Stößen und Abrieb bietet, gewährleistet die Klasse AA (EN 17092–3) einen guten Rundumschutz bei unterschiedlichen Motorradaktivitäten, die Klasse AAA (EN 17092–2) schützt am stärksten vor Abrieb und im Falle eines Aufpralls, hat aber häufig ein höheres Gewicht und der Tragekomfort ist eingeschränkt.

Zwar gibt es keine gesetzliche Pflicht zum Tragen vollständiger Schutzkleidung, jedoch riskieren Motorradfahrende, die auf geeignete Schutzkleidung verzichten, im Falle eines Sturzes besonders schwere Verletzungen. Darüber hinaus kann es bei Verzicht auf Schutzbekleidung im Schadensfall zu Kürzungen bei Schmerzensgeld oder Versicherungsleistungen kommen, auch dann, wenn es sich ohne Zweifel um eine fremdverursachte Kollision handelt. Der ACE rät auch im Sinne der Verkehrssicherheit ausdrücklich dazu, Motorradkleidung zu kaufen, die der Norm EN 17092 entspricht, und sich bei der Schutzklasse an den eigenen Anforderungen zu orientieren. Neben der eigentlichen Schutzkleidung sind zudem auch Helm, Handschuhe und Stiefel sicherheitsrelevant. Der ACE rät, die gesamte Schutzkleidung als funktionales System zu betrachten, bei dem alle Komponenten ineinandergreifen. Nur eine vollständige und normgerechte Ausrüstung kann das Verletzungsrisiko wirksam reduzieren.

Der Helm ist Pflicht

Der Motorradhelm ist im Gegensatz zur Motorradkleidung auch gesetzlich vorgeschrieben. Seit 2024 sind nur Motorradhelme im Handel erhältlich, die nach der Norm ECE 22.06 geprüft wurden. Ältere Modelle dürfen zwar weiterhin genutzt werden, allerdings ist ihr Zustand regelmäßig zu kontrollieren. Den besten Rundumschutz bieten Integral- oder Dual-Sport-Helme. Helme aus Glasfaser oder Carbon sind teurer, halten aber länger als Helme aus Thermoplasten, also Kunststoffen. Auch ohne sichtbare Mängel sollte jedoch grundsätzlich nach etwa fünf Jahren über Ersatz nachgedacht werden. Denn die Schutzwirkung kann über die Zeit nicht zuletzt durch UV-Strahlung und andere Witterungseinflüsse nachlassen. Beim Kauf eines neuen Helms ist die Passform entscheidend: Das Innenfutter muss eng anliegen. Eine Anprobe ist somit ein Muss. Bestenfalls lässt man sich in einem Fachgeschäft beraten, um die beste Wahl zu treffen.

Hände und Gelenke zusätzlich schützen

Neben dem Kopf sind auch Hände und Gelenke sehr empfindlich und bei Stürzen besonders gefährdet. Entsprechend müssen Motorradhandschuhe hohen Schutzanforderungen genügen und sollten nach der Norm EN 13594 zertifiziert sein. Materialien wie Leder oder Cordura-Gewebe bieten, wie bei der restlichen Motorradbekleidung, einen wirksamen Basisschutz, ohne die Beweglichkeit zu sehr einzuschränken. Der ACE empfiehlt, beim Kauf auf zusätzliche Verstärkungen aus Carbon oder Stahl oberhalb der Fingergelenke zu achten. Wer auf minderwertige Materialien setzt, riskiert bereits bei niedrigen Geschwindigkeiten schwere Verletzungen.

Protektoren und Airbags: Stürze bestmöglich abfedern

Neben Helm und Handschuhen kommt Protektoren eine zentrale Rolle zu, da sie die Wucht eines Aufpralls gezielt dämpfen. Diese müssen der Norm EN 1621 entsprechen. Zum Schutz von Rücken und Gelenken werden diese Schutzpolster in der Motorradkleidung meistens von innen in dafür vorgesehene Einschubtaschen gesteckt. Achtung: Rückenprotektoren müssen häufig separat nachgerüstet werden, da sie nicht standardmäßig integriert sind.

Airbags gibt es nicht nur fürs Auto, sondern auch fürs Motorrad: Sie sind als Westen oder Jacken erhältlich und bieten zusätzlichen Schutz für den Oberkörper und den Nackenbereich. Aktiviert werden sie je nach Modell entweder mechanisch über eine Reißleine oder elektronisch via Sensor. Bei einem Sturz kann ein Airbag die Verletzungsgefahr erheblich verringern. Nachdem der Airbag ausgelöst wurde, ist es jedoch teils notwendig, die CO₂-Kartusche beim Hersteller ersetzen zu lassen.

Motorradstiefel: Je nach Einsatzzweck wählen

Die Füße werden beim Motorradfahren erheblich beansprucht. Sie sind nicht nur beim Schalten und Bremsen beteiligt. Zudem muss mit ihnen auch bei schlüpfrigem Untergrund rutschfest das Gewicht austariert werden. Geeignete Motorradstiefel müssen dazu eng, aber bequem am Fuß anliegen. Beim Kauf gilt es zudem, die Schafthöhe zu beachten: Den Knöchel sollten sie vollständig umschließen und überragen, sodass bestenfalls auch das Schienbein geschützt ist. Ob man ausschließlich auf Straßen oder auch auf Schotter und beispielsweise Feldwegen unterwegs ist, entscheidet darüber, welches Material die Stiefel idealerweise haben sollten: Auf der Straße sind Lederstiefel eine gute Wahl, auf Schotter und Feldwegen empfehlen sich hingegen stabilere Endurostiefel mit Schienbeinschutz und integrierten Stahlkappen. Die Sohle sollte grundsätzlich rutschfest und gut profiliert sein. Modelle nach DIN EN 13634 gewährleisten Mindeststandards hinsichtlich Materialfestigkeit und weiteren Schutzeigenschaften.

Weitere Informationen:

>> Saisonstart fürs Motorrad: Zurück aufs Bike – aber sicher

>> Motorradhelme: Überblick zum passenden Lebensretter

>> Immer gut gerüstet: Motorradbekleidung für Sommer und Winter

Über den ACE Auto Club Europa:

Klare Orientierung, sichere Hilfe, zuverlässige Lösungen: Der ACE Auto Club Europa ist seit 1965 als engagierte Gemeinschaft für alle modernen mobilen Menschen da, egal mit welchem Verkehrsmittel sie unterwegs sind. Als Mobilitätsbegleiter hilft der ACE international, unbürokratisch und unabhängig. Kernthemen sind die Unfall- und Pannenhilfe, Verkehrssicherheit, Verbraucherschutz, Elektromobilität und neue Mobilitätsformen.

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Quelle: Anton Hofmann

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