Donnerstag, April 2, 2026
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Neue Kindergarten-Gruppe in der Berliner Straße

18 Kinder im Alter von vier und fünf Jahren haben einen Kita-Platz – Weiterer Abbau der Warteliste

Maintal. Entschlossen umklammern zwei Paar Kinderhände den Sitz des Dreirads, um das Gefährt mit vereinten Kräften über das Hindernis zu schieben – und dann geht es rasant weiter. Noch vor einem halben Jahr wäre diese Szene undenkbar gewesen. Damals gab es die Kindergarten-Gruppe noch nicht. Die beiden Jungs waren noch zu Hause bei ihren Familien – obwohl sie bereits Anspruch auf einen Kita-Platz hatten. Seit Oktober gibt es nun in der Berliner Straße neben drei Hort-Gruppen auch eine Kiga-Gruppe.

Mit der Umwandlung freiwerdender Hort- in Kindergartenplätze hat die Stadt Maintal in der Dörnigheimer Einrichtung eine Gruppe mit 20 Plätzen für Kinder ab einem Alter von drei Jahren geschaffen. Zunächst haben alle vier- und fünfjährigen Kinder von der Warteliste einen Betreuungsplatz erhalten, damit diese noch vor Eintritt in die Schule Zugang zu frühkindlicher Bildung. „Denn frühkindliche Bildung ist die Grundlage für Chancengerechtigkeit. Deshalb nutzen wir alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um Einrichtungen neu zu bauen oder zu erweitern und ausreichend Plätze zu schaffen. Wir arbeiten intensiv an unserem Auftrag, dass jedes Kind einen Kita-Platz erhält und von Anfang an bestmöglich gefördert wird“, sagt Bürgermeisterin Monika Böttcher.

Pädagogisch gesehen ist der Besuch einer Kita in diesem Alter besonders wertvoll. Kinder stärken in der Gruppe ihre sozialen Kompetenzen, lernen andere Tagesabläufe und Regeln kennen und erfahren, wie sie ihre Gefühle und Bedürfnisse ausdrücken können. Gleichzeitig werden die kognitiven Fähigkeiten spielerisch gefördert. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie schnell die Kinder Vertrauen gefasst haben und sich die Gruppe festigt“, berichtet Leiterin der Einrichtung, Elena Glückselig. Dabei bietet die Schaffung der neuen Kindergartenlätze nicht nur den Kindern einen pädagogischen Mehrwert, sondern entlastet auch ihre Familien, die nun einen verlässlichen Betreuungsplatz erhalten haben.

Bevor die ersten Kinder die Kita Berliner Straße besuchen konnten, waren einige bauliche Veränderungen notwendig. Schließlich bestand die Einrichtung in der Berliner Straße seit 1991 ausschließlich als Hort. Damit auch die Jüngsten dort ein sicheres Betreuungsumfeld vorfinden, wurden die Brandschutzvorgaben noch einmal geprüft, zusätzliche niedrigere Handläufe installiert, sowie altersgerechte Toiletten und Garderoben eingebaut. Weitere Absicherungen im Gebäude und auf dem Außengelände stellen sicher, dass sich aus Alltagssituationen keine Gefahren entwickeln können. So wurden beispielsweise die Abstände zwischen Treppenstufen verkleinert, um zu verhindern, dass die Kleinen dort mit dem Kopf stecken bleiben.

Weitaus entspannter verlief die Eingewöhnung der ersten Kinder ab Mitte Oktober vergangenen Jahres. Hier hat sich in Maintal das Peer-Group-Modell etabliert. Dabei lernen die Kinder in Kleingruppen von drei bis fünf gleichaltrigen Kindern schrittweise den Kita-Alltag kennen und wachsen als Gruppe zusammen. Das schafft Vertrauen und erleichtert das Ankommen – insbesondere für ältere Kinder, die bisher ausschließlich in der Familie betreut wurden. „Aus diesem Grund haben wir uns zunächst ganz auf die Familien und ihre Kinder fokussiert und mit Elterncafés sanft das erste Kennenlernen eingeleitet“, erzählt Glückselig. Unterstützt hat dabei das engagierte Team, das gemeinsam die pädagogische Konzeption erweitert und so den Rahmen für Neues geschaffen hat. Und so mancher, der sich die pädagogische Arbeit mit Kleinkindern zunächst nicht so recht vorstellen konnte, hat längst eine neue Bestimmung gefunden.

Für die Neuankömmlinge hielt der Kita-Alltag viele Herausforderungen bereit – eine ungewohnte Umgebung, andere Bezugspersonen, die Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen, Abläufe und Regeln, die nicht vertraut sind, und vielfach auch sprachliche Barrieren. „Aber die Verständigung funktioniert bereits gut. Wir nutzen unter anderem Karten für die bildgestützte Kommunikation. Zudem sind Kinder wissbegierig und lernen schnell“, erzählt Glückselig. Auch das Miteinander mit den Hortkindern hat sich gut eingespielt. Während die Kleinen bewundernd zu den Großen aufschauen, freuen die sich auf die verspielten Kita-Kinder, von denen sie nach Schulschluss bereits freudig erwartet werden.

Mit der Einrichtung der Kindergarten-Gruppe im ehemals reinen Hort in der Berliner Straße kommt die Stadt Maintal ihrer Verpflichtung nach, den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz zu erfüllen, während die Betreuung von Grundschulkindern mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Ganztagsplatz beim Main-Kinzig-Kreis als Schulträger liegt. Perspektivisch ist vorgesehen, die Nachmittagsbetreuung schrittweise organisatorisch stärker an die Schulen zu übergeben. Ziel dieser Entwicklung ist es, bestehende Ressourcen effizienter einzusetzen, Kapazitäten im Kita-Bereich weiter auszubauen und dadurch noch mehr Kindern so früh wie möglich den Zugang zu einem bedarfsgerechten Betreuungs- und Bildungsplatz in einer Kindertageseinrichtung zu ermöglichen.

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Quelle: Stadt Maintal

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