HSG Hanau nach 37:33-Erfolg gegen HLZ Friesenheim-Hochdorf II mit Rückenwind
Gelungene Generalprobe für das anstehende Main-Kinzig-Derby: Die HSG Hanau hat in der 3. Liga Süd-West am Samstagabend einen 37:33 (20:17)-Erfolg über das HLZ Friesenheim-Hochdorf II feiern können. Beim Arbeitssieg in der Hanauer Festung Main-Kinzig-Halle ließen die Blau-Weißen ihren Kontrahenten nur in den Anfangsminuten in Führung gehen. Getragen von Rückraumschütze Cedric Schiefer (9 Tore) und Spielmacher Jan-Eric Kleemann blieb Hanau damit im achten Heimspiel in Folge ungeschlagen – die letzte Niederlage vor eigenem Publikum kassierte das HSG-Team im Oktober 2025 gegen Tabellenführer Saarlouis.
„33 Gegentore sind für meinen Geschmack zwar einen Ticken zu viel, aber das war eigentlich klar, dass wir zwischen diesen beiden Spitzenspielen gegen Saarlouis und Gelnhausen vielleicht nicht zu hundert Prozent konsequent in der Deckung agieren“, sagte HSG-Cheftrainer Axel Spandau, dessen Team zudem im achten Saisonspiel in Serie erneut zwei Punkte mitnahm. „Wir haben das aber heute immer wieder richtig gut gelöst und so einen verdienten Sieg einfahren können.“
Spandau hatte vor dem Duell mit dem Tabellenelften von einer Generalprobe für das Main-Kinzig-Derby gegen den TV Gelnhausen (Donnerstag, 2. April) gesprochen. Dennoch war es nur folgerichtig, dass Hanau – mit dem anstehenden Topspiel im Blick – gegen die Gäste aus Rheinland-Pfalz gerade in der Abwehr nicht immer mit letzter Konsequenz agierte und teilweise die eigenen Kräfte schonte. Der Hanauer Chefcoach nutzte auch seine Chancen zum Durchwechseln, gab allen HSG-Akteuren ihre Spielzeit.
Starker Angriff legt den Grundstein
„Man muss aber auch sagen, dass Friesenheim hier gut gespielt und uns gerade in den Eins-gegen-eins-Situationen immer wieder vor Aufgaben gestellt hat“, bemerkte Spandau, dessen Mannschaft die Gäste nur zu Beginn in Führung gehen ließ, als Frederik Zepp für das HLZ den Ball zum 1:0 und 2:1 im Tor unterbrachte. In der 5. Minute zeigte die HSG dann erstmals ihre gefährliche Konterstärke: Torhüter Benedikt Müller schickte nach einer Parade seinen Kreisläufer David Rivic in den Gegenstoß, der zur 5:3-Führung erfolgreich war.
In der Folge behaupteten die Grimmstädter diesen Vorsprung. Spandau hatte für das HSG-Angriffsspiel zunächst auf die passstarke Variante mit Kleemann, Jan-Philipp Winkler und Dennis Gerst im Rückraum gesetzt. Die Idee ging auf: Hanau ließ den Ball gut laufen und generierte immer wieder richtig gute Möglichkeiten. Als Müller einen weiteren HLZ-Wurf stoppte und Kleemann im darauffolgenden Angriff seinen Rechtsaußen Sebastian Hein bediente, zogen die Gastgeber sogar auf 12:8 (13. Minute) davon. Diesen Vorsprung nahm Hanau auch beim 20:17 mit in die Pause.
Die Zweitliga-Reserve der Eulen Ludwigshafen bewies allerdings direkt nach Wiederbeginn Nervenstärke. Die Mannschaft von Trainer Gabriel Schmiedt benötigt unbedingt weitere Punkte für den sicheren Klassenerhalt und dementsprechend trieb auch HLZ-Spielmacher Lars Hannes sein Team immer wieder nach vorne. Gerade Frederick Zepp im Rückraum und Linksaußen Moritz Schulz strahlten bei den Gästen jede Menge Gefahr aus. Zwei schnelle Konter später und das HLZ war mit dem 22:22 (35.) wieder mitten im Spiel.
HSG hält dem Druck stand und zieht davon
Hanau brauchte aber nicht lange, um den Ausgleich der Pfälzer wegzustecken, denn Kleemann nahm das Heft in die Hand, ging einmal selbst mit einer klasse Körpertäuschung durch die Abwehr und legte wenig später für Hein auf, der mit dem 26:23 den alten Abstand wieder herstellte. Nur einen Angriff später revanchierte sich Hein bei seinem Mittelmann und ebnete seinerseits für Kleemann den Weg zum Kempa-Tor, große Begeisterung in der Main-Kinzig-Halle, die nun ebenfalls auf Betriebstemperatur angekommen war.
Auch Schiefer drehte in dieser Spielphase auf, traf beim 29:26 (47.) und 33:27 (53.) aus allen Lagen. Der eingewechselte Malte Just sorgte mit seinem 36:30 (58.) für die Vorentscheidung in einer unterhaltsamen Partie, in der auch HSG-Nachwuchstorhüter Luca Patrizio wieder einige Einsatzminuten erhielt. „Wir können heute definitiv glücklich sein über unsere Angriffsleistung“, bemerkte Schiefer später. „Gerade in der ersten Halbzeit hatten wir heute zu wenig Zugriff in der Abwehr, aber der Gegner hat uns definitiv auch viel Arbeit bereitet.“
Der achte Sieg in Serie, da musste auch Spandau schmunzeln: „Natürlich, wenn man sich in so einen Flow spielt, dann entwickelt das Team auch ein gewisses Selbstverständnis. Wir sprechen gerade alle eine Sprache und viele Dinge in unserem Spiel werden momentan richtig gut umgesetzt und funktionieren einfach.“ Schon am Donnerstagabend (20:15 Uhr) wollen die Blau-Weißen diesen Flow auch mit in das Main-Kinzig-Derby gegen den TV Gelnhausen nehmen.
Aufstellung HSG Hanau: Müller, Khan, Patrizio; Kleemann (6), Hein (3), Jusys, Just (1), Gerst (1), Böhm (4), Schröder (2), Rivic (4), Bergold (3/2), Winkler (3), Schiefer (9), Fulda (1).
Aufstellung HLZ Friesenheim-Hochdorf II: Simon, Wenning; Hörner, Schulz (7/3), Thiele (2), Straub (1), Hannes (3), Zepp (6), de Hooge (2), Bender, Haas (2), Reis (2), Magin, Josten (2), Schwarz (3), Köser (3).
Zeitstrafen: 6:8 Min. – Siebenmeter: 2/2:3/5. – Zuschauer: 507. – Schiedsrichter: Oliver Muttach, Nick Schillinger.
Quelle: HSG Hanau

