Moderne Mikro-Apartments treffen auf über 600 Jahre Geschichte – Penthouse mit Panoramablick auf die Stadt
Knapp zwei Jahre haben die Sanierungsmaßnahmen gedauert. Jetzt hat der historische Fürstenhof in Gelnhausen wieder seine Pforten geöffnet. Stephan Bohlender und Marcel Kreis haben mit ihrem Gelnhäuser Architekturbüro R2.design aus dem über 600 Jahre alten Gebäude ein modernes Wohnhaus mit Mikro-Apartments und einer Gewerbeeinheit geschaffen. Bürgermeister Christian Litzinger verschaffte sich bei einem Vor-Ort-Termin einen Eindruck von den durchgeführten Arbeiten.
Wo einst Fürsten nächtigten und die Vorfahren der Kaiserin Elisabeth von Österreich – „Sisi“ –, lebten, finden Mieterinnen und Mieter nun ein neues Zuhause. Im Erdgeschoss hat bereits im Februar 2026 eine Werbeagentur ihre neuen Räumlichkeiten bezogen. In den oberen Etagen leben die Bewohnerinnen und Bewohner in sogenannten Mikro-Apartments – Wohnungen mit einer Größe von meist 25 bis 50 Quadratmetern. Fast alle Wohnungen sind barrierefrei über einen Aufzug erreichbar.
Die beiden Architekten verbinden den historischen Erhalt gekonnt mit modernen Akzenten. Dabei haben sich die Projektentwickler bewusst dafür entschieden, die sichtbaren Übergänge zwischen verschiedenen Bauabschnitten und historischen Epochen im Gebäude deutlich hervorzuheben. Das historische Mauerwerk ist Bestandteil des Ambientes und bleibt an vielen Stellen deutlich sichtbar eingebunden. Ergänzt wird es durch klare, deutliche Strukturen wie beispielsweise Fliesen, die Modernität einbringen. Dabei zieht sich eine konsequente Farbgebung durch die gesamte Gestaltung. Historische Farbakzente werden in den modernen Elementen aufgegriffen.
Die Gelnhäuser Architekten haben mit großer Leidenschaft die Aufarbeitung des denkmalgeschützten Gebäudes durchgeführt. Bohlender und Kreis loben dabei die gute Zusammenarbeit mit allen betroffenen Behörden. Alle hätten an einem Strang gezogen und kooperativ mitgewirkt, dass der Fürstenhof eine Zukunft hat, betonen sie gegenüber dem Bürgermeister bei der Begehung.
Die Begeisterung der Projektleiter für die Geschichte des Gebäudes zeigt sich auch in kleinen Details. So haben alle Wohneinheiten historische Namen erhalten, wie den der Kaiserin „Sisi“.
Ein besonderes Highlight ist die Penthouse-Wohnung, die „Fürstensuite“. Auf der gesamten Dachetage befindet sich ein Apartment mit einem einmaligen Panoramablick auf die Stadt vom Turm des Fürstenhofs aus.
Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner haben ihre Wohnungen bereits vor wenigen Tagen bezogen. Insgesamt 16 Wohneinheiten stehen zur Verfügung. Noch sind nicht alle Apartments vermietet, der Ausbau der letzten Räume erfolgt derzeit noch. Das Interesse an den Wohnungen ist groß, wie die beiden Bauherren dem Bürgermeister berichten.
Der „Urbanus-Keller“ im Gewölbe des Gebäudes, der zuletzt als Gaststättenraum genutzt wurde, wird derzeit noch für Veranstaltungen hergerichtet. Künftig kann er für Events und Feierlichkeiten gemietet werden. Gruppen mit bis zu etwa 100 Personen finden hier Platz.
Bürgermeister Christian Litzinger, der das gesamte Projekt und die Bauphase mit großem Interesse begleitet hat, zeigte sich beim Rundgang beeindruckt von der Sanierung: „Stephan Bohlender und Marcel Kreis haben dem Fürstenhof mit Expertise und Herzblut eine Zukunft geschenkt. Für unsere Stadt bedeutet das nicht nur die Bewahrung unseres kulturellen Erbes, sondern auch die zukunftsgewandte Weiterentwicklung unserer Altstadt. Sie haben einen Ort mit unvergleichbarem Flair in Gelnhausen geschaffen.“
Quelle: Stadt Gelnhausen

