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Starkes Engagement von Frauen sichtbar machen

Stadt Maintal ehrt mit Baumpflanzungen im Frauenhain Susanne Hoffmann, Ulrike Streck-Plath, Tanja Ehlert, Katharina Göbel und Sophie Sachse

Der Weltfrauentag steht weltweit für Anerkennung, Gleichberechtigung und die Sichtbarkeit von Frauen. Die Stadt Maintal und der Frauenbeirat würdigen aus diesem Anlass seit 25 Jahren Frauen, die sich jenseits der großen Öffentlichkeit mit Tatkraft und Leidenschaft für das Gemeinwohl einsetzen. Um dieses Engagement sichtbar zu machen, erhielten am vergangenen Sonntag Susanne Hoffmann, Ulrike Streck-Plath, Tanja Ehlert, Katharina Göbel und Sophie Sachse „ihren“ Baum im Frauenhain am Mainufer.

„Sie machen Maintal lebenswert. Denn sie gestalten mit ihrem unermüdlichen Einsatz unser Lebensumfeld“, hob Maintals Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Annika Frohböse die Bedeutung von weiblichem Ehrenamt in Maintal hervor – und das ist vielfältig, wie das Engagement der Geehrten zeigt.

Diese Leistungen von Frauen für die Gesellschaft hervorzuheben, sei auch nach über 100 Jahren der Tradition des Weltfrauentags und des damit verbundenen Eintretens für die rechtliche Gleichstellung erforderlich. Denn eine aktuelle Studie zeige ein rückwärtsgewandtes Rollendenken gerade in der Generation der von 1995 bis 2010 geborenen Männer, so Bürgermeisterin Monika Böttcher, die daher besonders das Engagement der drei jungen DLRG-Frauen hervorhob. „Es braucht Engagement, gerade auch von jungen Frauen, um andere zu ermutigen. Unsere Gesellschaft braucht Menschen wie Sie!“, sagte sie.

Bei Tanja Ehlert, Katharina Göbel und Sophie Sachse hat sich der Weg ins Ehrenamt früh angebahnt. Sie sind gewissermaßen in der Maintaler Ortsgruppe der DLRG aufgewachsen, wie die Laudatoren Maik Heidemann und Marco Hiltscher-Weis berichteten. Seit mehr als einem Vierteljahrhundert ist die heute 31-jährige Tanja Ehlert Mitglied in der DLRG, seit anderthalb Jahrzehnten als Trainerin und seit 2015 im Vorstand. Sie ist die zentrale Planungs- und Koordinierungsstelle in der Schwimmausbildung. „Du sorgst dafür, dass Woche für Woche Kinder sicher das Wasser erobern können, dass der Trainingsbetrieb möglich bleibt, selbst unter schwierigsten Bedingungen. Du bist ein Vorbild – nicht durch laute Auftritte, sondern durch Beharrlichkeit, Übersicht und eine enorme Verlässlichkeit“, so Heidemann und Hiltscher-Weis.

Auch für Katharina Göbel führte der Weg über die ersten Schwimmzüge zum Ehrenamt. Mit 17 hat die Tochter des Ersten Vorsitzenden das Traineramt übernommen. „Seitdem hast Du unzählige Kinder im Wasser begleitet und bist überzeugt: Schwimmen lernen darf kein Luxus sein. Jedes Kind und jeder Erwachsene kann und soll ein sicherer Schwimmer sein.“ Zusätzlich betreut Göbel Jugendveranstaltungen, hilft bei Diensten, den Bootsabsicherungen und ist im Vorstand aktiv – ebenso wie Sophie Sachse. Die absolvierte mit 16 Jahren ihre ersten Sanitätslehrgänge. Es folgten Ausbildungen in den Bereichen Sprechfunk, Wasserrettung, Katastrophenschutz, BOS-Funk, Mitarbeit in der Voraushilfe und vieles mehr. Seit 2017 ist Sachse in der Jugendarbeit aktiv, organisiert Freizeiten, Gruppenstunden und Aktionen mit, vermittelt Erste Hilfe, ist Trainerin und im Einsatzdienst aktiv. „Du bist oft dann da, wenn andere frei haben: abends, am Wochenende, manchmal mitten in der Nacht. Du verbindest medizinisches Fachwissen mit praktischer Hilfe vor Ort – immer mit dem Ziel, anderen Menschen Sicherheit zu geben“, so die beiden Laudatoren.

Bei Ulrike Streck-Plath und ihrer Laudatorin Susanne Gabler ist es die Leidenschaft zur Chormusik, die beide verbindet, hat Streck-Plath doch die Kinderchöre der Evangelischen Kirchengemeinde Dörnigheim gegründet. Bis heute leitet sie die Gruppen, konzipiert und komponiert Singspiele, mit denen die Jungen und Mädchen dann auf der großen Bühne stehen. „Du hast einen hohen Anspruch an deine Arbeit. Es sind ernste Themen, die du verarbeitest, denn du bist überzeugt, dass Kindern das zugetraut werden darf.“ Auch künstlerisch macht die freie Werbetexterin mit Werken zu historischen und aktuellen politischen Fragen auf sich aufmerksam. Bekannt ist die kollektive Performance zum Gedenken an den Todesmarsch von den Frankfurter Adlerwerken nach Hünfeld als Teil der Erinnerungskultur.

Gegebenheiten hinterfragen, Ungerechtigkeit sichtbar machen, dieser rote Faden zieht sich ebenfalls durch das Engagement von Susanne Hoffmann, das Nieves Schwierzeck und Karin Daferner in ihrer Laudatio nachzeichneten. Schon während ihres Soziologie-Studiums befasste sich die gebürtige Krefelderin, die 1994 nach Maintal zog, mit sozialer Ungleichheit, engagierte sich früh für Kinder aus einer Obdachlosensiedlung. Durch eine Krebsdiagnose fand sie den Weg zur Frauenselbsthilfe Krebs und in der Maintaler Gruppe Halt und eine Aufgabe. Die Mediengestalterin initiierte den Bildband und die Fotoausstellung „Das bin ich! Starke Frauen nach, mit und trotz Krebs“, gründete ein Onko-Café, gestaltet Flyer und Broschüren. „Du bist eine wertvolle Ideengeberin und unverzichtbarer Teil der Gruppe“, so Schwierzeck. Über die Frauenselbsthilfe fand Hoffmann den Weg in den Frauenbeirat und gehört dem Bündnis für Demokratie „Maintal steht zusammen“ an. „Das Eintreten von Rechten von Frauen und anderen benachteiligten Gruppen ist wichtiger denn je“, sagte sie in einem persönlichen Statement.

Die drei neuen Bäume im Maintaler Frauenhain erzählen die Geschichte engagierter Frauen in Maintal weiter. Sie sind ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung für Frauen, die Verantwortung übernehmen, Ideen einbringen und unsere Gemeinschaft stärken. Damit stehen die Hainbuche, der Spitz- und Feldahorn symbolisch für das, was ehrenamtliche Arbeit auszeichnet: Wurzeln schlagen, wachsen, Bestand haben und über viele Jahre hinweg Wirkung entfalten.

Quelle: Stadt Maintal

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