Maintal. Gut 70 Mietparteien der Nassauischen Heimstätte in Maintal haben sich am Wochenende zu einer ersten Versammlung getroffen, um über die zermürbende Sanierung zu sprechen. Die Partei Die Linke hatte die Veranstaltung im Bürgerhaus Bischofsheim organisiert. Unterstützung erfahren die Mieter nun auch von den hessischen Bundestagsabgeordneten der Linken.
Seit Sommer 2025 werden die Gebäude der Nassauischen Heimstätte in der Gerhart-Hauptmann- Straße, Goethestraße und Schillerstraße in Maintal-Bischofsheim saniert. 216 Mietwohnungen sind betroffen. Allerdings laufen die Arbeiten sehr schleppend, unzuverlässig und zuweilen gar chaotisch. „Wir haben in den vergangenen Wochen mit einigen Mieter*innen gesprochen, uns die Wohnungen zeigen lassen – und es ist wirklich kaum vorstellbar, was die Menschen hier aushalten müssen“, sagt Oliver Körting, Sprecher für die Linke in Maintal.
„Die Meisten haben seit Monaten offen liegendes Dämmmaterial und Putz an Fenstern und Türen. Dazu wurde an einigen Stellen tropfnasses Dämmmaterial verbaut, während die neuen Fenster bereits davor gesetzt waren. Die Luftqualität ist entsprechend schlecht. In mehreren Wohnungen schimmelt es jetzt“, sagt Körting.
„Viele Bewohner lagern außerdem seit Monaten Privatsachen in ihren Räumen, die sonst auf dem Dachboden oder im Keller stehen. Balkone und Fenster sind kaum oder gar nicht mehr nutzbar.“ Menschen hätten so seit rund 9 Monaten weniger Platz und weniger Lebensqualität in ihrem Zuhause, erklärt der Linken-Sprecher. Einige Bewohner sagten bei der Versammlung, sie fühlten sich seit Beginn der Sanierung „wie im Knast“. Mietminderung? Bisher Fehlanzeige.
Die Menschen fühlen sich allein gelassen
„Gut wäre, wenn die Nassauische Heimstätte als mehrheitlich landesbetriebenes Unternehmen den Menschen mit einer Mietminderung entgegen kommt und die Sorgen ernst nimmt“, so Körting weiter. „Stattdessen ist eine Mieterhöhung von gut 20% bereits angekündigt.“
Die Menschen in der Siedlung hätten jetzt genug, so Körting. „Sie fühlen sich vom Unternehmen, aber auch von Stadt, Kreis und Regierungspräsidium in Stich gelassen. Niemand hat ihre Probleme bisher ernst genommen.“
Am vergangenen Samstag haben sich nun erstmals die Nachbarinnen und Nachbarn in großer Runde ausgetauscht. „Sich alleine zu wehren ist schwierig, nervenaufreibend und seltener von Erfolg gekrönt. Viele verspüren da auch Angst“, erklärt Körting. „Wenn sich die Siedlung organisiert, schafft das eine ganz andere Dynamik. Das ist gelebte Solidarität.“
Bundestagsabgeordnete Desiree Becker vor Ort
Die Linke will die Menschen auf diesem Weg unterstützen. „Desiree Becker hat sich am Wochenende ebenfalls ein Bild gemacht. Sie sitzt für Die Linke im Bundestag. Und sie war schockiert, unter welchen Bedingungen Menschen hier wohnen müssen“, so Körting weiter. „Wir werden daher auf kommunaler Ebene und im Land auch politisch Druck aufbauen.“
Die Mieterinnen und Mieter haben sich für die nächsten Schritte bei der Veranstaltung weiter vernetzt. Denn die Sanierungsarbeiten sind noch lange nicht abgeschlossen. „Viele Häuser haben
Quelle: Die Linke – Maintal

