Dienstag, März 3, 2026
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“Unfall und Kaution”: Betrüger mit Schockanrufer-Mascheerneut erfolgreich – Suche nach Abholer

Langenselbold (ots) – (lei) Trotz wiederholter Warnungen ist es Betrügern am
Montagnachmittag erneut gelungen, mit der Masche “Unfall und Kaution” eine
Seniorin aus Langenselbold um erhebliche Vermögenswerte zu bringen. Die Täter
nutzten dabei gezielt die Angst um ein nahes Familienmitglied aus und
inszenierten am Telefon eine dramatische Notlage. Immer wieder verschaffen sich
Kriminelle mit dieser Vorgehensweise Zugang zu Bargeld, Schmuck oder
Edelmetallen.

In vorliegendem Fall erhielt die Frau einen Anruf von einer unbekannten Nummer.
Ein Mann erklärte ihr, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall mit tödlichem
Ausgang verursacht und müsse nun in Haft – es sei denn, eine hohe Kaution werde
umgehend hinterlegt. Im weiteren Verlauf entwickelte sich ein rund einstündiges
Telefonat, in dem die Anrufer gezielt Druck aufbauten.

Die Geschädigte sprach nach eigenen Angaben mit einem angeblichen Polizeibeamten
sowie einem vermeintlichen Staatsanwalt – beide Rollen wurden mutmaßlich von ein
und derselben Person übernommen. Zudem wurde sie in dem Glauben gelassen, mit
ihrem Sohn und dessen Ehefrau zu telefonieren. Mit weinerlicher Stimme sollen
diese um Hilfe gebeten haben. Die Täter verfügten über mehrere zutreffende
Details zu den familiären Verhältnissen, was der frei erfundenen Geschichte
zusätzliche Glaubwürdigkeit verlieh.

Parallel dazu erkundigten sich die Anrufer nach vorhandenen Wertgegenständen und
kündigten an, eine Person zur Abholung zu schicken. Etwa anderthalb Stunden nach
dem Erstkontakt kam es in der Feldstraße zu einer arrangierten Übergabe von
Silber und Gold im Wert von über 30.000 Euro, welches die Rentnerin in einem
blauen Stoffbeutel an einen Unbekannten aushändigte, ehe dieser damit
verschwand. Seine Beschreibung lautet:

– etwa 60 Jahre alt
– circa 1,75 Meter groß
– normale bis kräftige Statur
– dunkle, kurze Haare
– bekleidet mit blauem Pullover und blauer Jeans
– sprach wenig, akzent- und dialektfreies Hochdeutsch

Die Kriminalpolizei in Hanau ermittelt nun wegen Betrugs und bittet Zeuginnen
und Zeugen, die im Tatzeitraum in der Feldstraße verdächtige Personen oder
Fahrzeuge beobachtet haben, sich zu melden. Eine Fahndung nach dem Abholer
erbrachte bis dato keine Hinweise.

Die Beamten warnen erneut vor der perfiden Betrugsmasche. Wer einen
entsprechenden Anruf erhält, sollte das Gespräch sofort beenden, Angehörige
unter bekannten Nummern kontaktieren und die Polizei über den Notruf 110
informieren.

Quelle: Redaktion MKK Echo

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