Liberale Bürgerliste Gelnhausen (LBGN) fordert zentrale Lösung über den Wertstoffhof in Gelnhausen
Der ersatzlose Abbau zahlreicher Altkleidercontainer gemeinnütziger Organisationen im Stadtgebiet Gelnhausen sorgt bei vielen Bürgerinnen und Bürgern für Irritation und Verärgerung. Die Liberale Bürgerliste Gelnhausen (LBGN) nimmt diese Entwicklung zum Anlass, vorausschauenderes Handeln und mehr Transparenz einzufordern sowie eine praktikable und nachhaltige Lösung vorzuschlagen.
Nach Einschätzung der LBGN liegen dem Rückbau mehrere Ursachen zugrunde: Verschärfte gesetzliche Vorgaben zur getrennten Sammlung und Verwertung von Alttextilien haben die Rahmenbedingungen verändert. Gleichzeitig entstehen gemeinnützigen Trägern steigenden Entsorgungs- und Logistikkosten. Hinzu kommt eine zunehmende Problematik von Fehlwürfen und illegalen Ablagerungen neben den Containern, die nicht nur das Stadtbild beeinträchtigen, sondern auch zusätzliche Reinigungskosten verursachen und Schädlinge anziehen.
„Es ist davon auszugehen, dass diese Entwicklung dem Rathaus als großem Vermieter von Aufstellflächen für Altkleidercontainer seit länger Zeit bekannt ist. Es wäre vermeidbar gewesen, dass nach dem Abbau zahlreicher Container nun Bilder vermüllter Standorte durch die sozialen Medien kursieren”, erklärt Kolja Saß, Spitzenkandidat der LBGN, und äußert damit sein Unverständnis über das aus seiner Sicht zu späte Handeln der Verantwortlichen.
Dr. Christiane Hofacker, LBGN-Kandidatin, sieht ebenfalls dringenden Handlungsbedarf: „Textilspenden sind ein wichtiger Beitrag zu Nachhaltigkeit und sozialem Engagement. Wir dürfen es den Menschen nicht unnötig erschweren, sinnvoll zu spenden. Wenn Container ersatzlos verschwinden, entsteht Frust – und am Ende landen tragfähige Kleidungsstücke womöglich als Abfall auf Straßen, Grünflächen oder Privatgrundstücken.”
Die aktuelle Situation ist das Ergebnis einer Verkettung regulatorischer und gesellschaftlicher Entwicklungen: Seit Inkrafttreten verschärfter Vorgaben zur getrennten Textilsammlung dürfen Altkleider nicht mehr über den Restmüll entsorgt werden. Gleichzeitig hat sich das Weitergabeverhalten stark gewandelt. Gut erhaltene Kleidung wird heute vielfach über Online-Anzeigenportale, Flohmärkte oder Tauschbörsen weiterverkauft oder verschenkt. In den Containern verbleiben daher zunehmend minderwertige oder stark abgenutzte Textilien. Dieser Effekt wird durch den anhaltenden „Short-Fashion”-Trend zusätzlich verstärkt: Schnell produzierte, preisgünstige Mode mit kurzer Nutzungsdauer ist häufig kaum noch wiederverwertbar. In Kombination mit zunehmender Vermüllung und Verunreinigung der Standorte – etwa durch unsachgemäß abgestellte Säcke oder Fehlwürfe – bleibt für die Betreiber teilweise nur ein geringer oder gar kein verwertbarer Anteil übrig. Das bisherige Sammelsystem gerät dadurch wirtschaftlich und organisatorisch erheblich unter Druck.
Die LBGN fordert daher die Einrichtung einer zentralen Annahmestelle für Altkleider und Kleiderspenden am Wertstoffhof in Gelnhausen. Dort könnten Textilien kontrolliert, geordnet und ohne Vermüllung entgegengenommen werden. Eine Bündelung an einem festen Standort würde klare Zuständigkeiten schaffen und eine verlässliche Organisation gewährleisten. Gleichzeitig könnte direkt eine Trennung von zu entsorgender Kleidung und Kleiderspenden vorgenommen werden, die bislang im Nachhinein personalintensiv durchgeführt werden musste.
Nach Informationen der LBGN arbeitet die Stadtverwaltung nun endlich an einer entsprechenden Lösung. Umso unverständlicher erscheint jedoch die bisherige Informationspolitik. „Die Menschen sehen lediglich, dass Container verschwinden oder überquellen. Gleichzeitig wird offenbar hinter verschlossenen Türen an einer Alternative gearbeitet – ohne dass die Öffentlichkeit darüber informiert wird”, kritisiert Hendrik Silken, LBGN-Kandidat. „Gerade bei sensiblen Themen, die das Stadtbild und das Miteinander in der Stadtgesellschaft betreffen, braucht es frühzeitige und offene Kommunikation.”
Die LBGN fordert die Stadt auf, nun zeitnah über eine dauerhafte Lösung zu informieren und ein klares Übergangskonzept vorzulegen. In Entsorgungsfragen sind verlässliche Anlaufstellen unerlässlich – ebenso wichtig ist es jedoch, dass diese auch bekannt und leicht auffindbar sind.
„Nachhaltigkeit gelingt nur durch rechtzeitiges Handeln, klare Strukturen und transparente Information”, so Saß abschließend. „Wir stehen bereit, eine praktikable und saubere Lösung für Altkleiderspenden und Altkleiderentsorgung in Gelnhausen konstruktiv zu begleiten.”

Quelle: Redaktion MKK Echo

