Wie können die Rahmenbedingungen für Hausärzte verbessert werden? Gemeinsam mit Vertretern der CDU Bruchköbel in Person von Ingrid Cammerzell und Guido Rötzler hat sich der Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig, der auch stellvertretendes Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages ist, mit dem Allgemeinmediziner und Diabetologen René Pavlu über die medizinische Versorgung vor Ort ausgetauscht.
Bei dem Gespräch in Pavlus Praxis in Niederissigheim standen vor allem zwei Themen im Mittelpunkt: der Abbau überbordender Bürokratie und die Einführung eines Primärarztsystems, das den Hausarzt als erste Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten stärkt. René Pavlu berichtete aus seinem Praxisalltag – insbesondere über die hohe Belastung durch Dokumentationspflichten, Genehmigungsverfahren und die Sorge vor Regressforderungen. Diese Faktoren führten dazu, dass immer weniger Zeit für die direkte Patientenbetreuung bleibe.
„Was die Hausärzte heute leisten, ist bemerkenswert, aber die Rahmenbedingungen stimmen nicht mehr. Zu viel Zeit geht für Verwaltung verloren, statt in die Medizin zu fließen“, betonte Reddig. „Ein effizientes Gesundheitssystem braucht weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in die ärztliche Kompetenz und eine stärkere Ausrichtung auf Prävention. Nur so können Hausärzte sich auf das konzentrieren, was zählt: ihre Patienten.“
Auch die Vertreter der CDU Bruchköbel sprachen sich klar für Entlastungen in der ambulanten Versorgung aus. Der Vorschlag eines Primärarztsystems, wie ihn René Pavlu unterstützt, könne dazu beitragen, die Versorgung effizienter zu organisieren, Doppeluntersuchungen zu vermeiden und die Koordination zwischen Facharztpraxen, Kliniken und Hausärzten zu verbessern.
Die Gesprächspartner waren sich einig: Bürokratieabbau, Präventionsförderung und eine klare Stärkung des hausärztlichen Bereichs sind zentrale Voraussetzungen, um die medizinische Versorgung insbesondere im ländlichen Raum langfristig sicherzustellen.
Reddig kündigte an, die Anregungen aus dem Gespräch mit nach Berlin zu nehmen und im parlamentarischen Dialog weiter voranzubringen: „Wir müssen die guten Ideen aus der Praxis ernst nehmen. Wenn wir gesunde Strukturen in der Primärversorgung wollen, dürfen wir die Hausärzte mit Regelflut und Misstrauenskultur nicht allein lassen.“
Quelle: Team Reddig

