Der CDU-Bundestagsabgeordnete Pascal Reddig, der auch stellvertretendes Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages ist, hat sich in seinem Wahlkreisbüro mit Vertreterinnen und Vertretern des Deutschen Psychotherapeuten Netzwerks (DPNW), darunter auch einige Psychotherapeuten aus dem heimischen Main-Kinzig-Kreis, über die aktuelle Lage der psychotherapeutischen Versorgung ausgetauscht. An dem Gespräch nahmen zwölf Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten teil, unter ihnen der Vorsitzende, Diplom-Psychologe Dieter Adler, und Geschäftsführer Dr. Thorsten Quiel.
Im Mittelpunkt des Termins standen die Finanzierung der psychotherapeutischen Weiterbildung, der Abbau von Bürokratie, der Erhalt des Direktzugangs zur Psychotherapie sowie die Versorgungssituation insbesondere für Kinder und Jugendliche. Auch die Folgen der aktuellen Cannabis-Politik aus Sicht der psychotherapeutischen Praxis wurden kritisch diskutiert.
„Der direkte Austausch mit den Praktikern vor Ort ist für meine Arbeit im Bundestag unverzichtbar“, betont Pascal Reddig. „Die Hinweise aus der psychotherapeutischen Versorgungspraxis zeigen sehr deutlich, wo Reformen noch nachgeschärft werden müssen -von der Weiterbildung über den Bürokratieabbau bis hin zur Prävention.“
Unter anderem wurde auf die hohe bürokratische Belastung hingewiesen, insbesondere durch den verpflichtenden Konsiliarbericht. Aus Sicht der Praktiker bindet diese Vorgabe Zeit und Ressourcen, ohne die Versorgung der Patientinnen und Patienten spürbar zu verbessern.
Besonders nachdrücklich sprachen sich die Vertreterinnen und Vertreter des DPNW für den Erhalt des Direktzugangs zur Psychotherapie aus. Ein vorgelagertes Primärarztsystem, wie es aktuell in der politischen Diskussion ist, dürfe nicht dazu führen, dass der Zugang zu notwendigen Behandlungen verzögert oder zusätzlich erschwert wird. Eine Forderung, die auch Pascal Reddig unterstützt. Das Primärarztsystem sieht vor, dass künftig der Hausarzt die erste Anlaufstelle bei fast allen gesundheitlichen Beschwerden ist. Hier müsse die Frage geklärt werden, ob es sinnvoll sei, Psychotherapeuten von dieser Regelung auszunehmen.
Ausführlich thematisiert wurde außerdem die Versorgungslage, vor allem im Bereich der Kinder- und Jugendpsychotherapie. Die Wartezeiten auf Therapieplätze seien vielerorts viel zu lang, weshalb zusätzliche Kapazitäten benötigt würden – sowohl bei Kassensitzen als auch bei Schulpsychologie und Schulsozialarbeit.
Kritisch bewertet wurden von den Teilnehmenden die derzeitigen Regelungen zur Cannabis-Legalisierung. Aus psychotherapeutischer Sicht seien die erlaubten Mengen zu hoch; drogeninduzierte psychotische Zustände könnten in manifeste Psychosen übergehen.
„Wenn Fachleute aus der Psychotherapie vor den psychischen Risiken von Cannabis warnen, muss die Politik genau hinschauen“, erklärt Reddig. „Die Hinweise aus meinem Wahlkreis werde ich in die weiteren Beratungen zur Ausgestaltung der Gesundheits- und Drogenpolitik einbringen.“
Quelle: Team Reddig

