Seit 50 Jahren ist das Projekt PETRA mit Sitz in Schlüchtern als privater Träger in der Kinder- und Jugendhilfe aktiv. Als Familienbetrieb in dritter Generation ist Sarah Goldbach vor einiger Zeit in die Geschäftsführung eingestiegen, die sie mit ihrem Vater Dr. Peter Büttner ausübt. Ihr zur Seite steht Markus Dostal, der ebenfalls als Geschäftsführer fungiert. Bei einem Besuch informierte sich der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Wiegelmann über die Einrichtung.
Das Projekt PETRA beruht auf drei Säulen: Der praktischen Arbeit mit Kindern, der Abteilung Forschung und Bildung sowie dem Bereich Beratung und Coaching. Das Projekt PETRA zählt insgesamt rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an mehreren Standorten zwischen Darmstadt und Fulda. Aktuell werden rund 1800 Kinder- und Jugendliche plus ihre Familien in unterschiedlichster Form betreut.
Herzstück ist das gleichnamige Haus PETRA, das 1966 von Peter Büttners Mutter Maria Trost-Büttner in Freiensteinau als Kinderheim gegründet wurde. 1976 öffnete das Haus PETRA seine Pforten in neuen Räumlichkeiten im Schlüchterner Stadtteil Ahlersbach. Heute finden dort bis zu 24 Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht in ihren Familien leben können, ein Zuhause.
Bei einem Rundgang führte Sarah Goldbach Johannes Wiegelmann durch die weitläufige Anlage, in der die Kinder und Jugendlichen in moderner und wohnlicher Atmosphäre gemeinsam leben, pädagogisch betreut und individuell gefördert werden. Alle besuchen die öffentlichen Schulen von der Grundschule über die Förderschule, die Hauptschule bis zum Gymnasium.
Ziel ist es stets, den Kindern und Jugendlichen eine Rückkehr in ihre Familien zu ermöglichen, darum findet die Arbeit in enger Kooperation mit den Eltern statt. In rund der Hälfte der Fälle, so Sarah Goldbach, seien die Rückführungsversuche von Erfolg gekrönt. Spätestens mit dem Erreichen der Volljährigkeit soll dann der Schritt in ein selbständiges Leben erfolgen – wer möchte, und sich zum Beispiel noch in der Ausbildung befindet, kann aber nach Absprache mit dem Jugendamt weiterhin im Haus PETRA wohnen bleiben.
Neben der Heimerziehung umfasst das Projekt PETRA weitere Angebote, von der aufsuchenden Beratung in der Familie bis hin zu teilstationären Einrichtungen wie Tagesgruppen. Aktuell wird ein Geschwisterhaus in Fulda gebaut, das im Sommer dieses Jahres eröffnet, und Geschwisterkindern eine gemeinsame Unterbringung in Notsituationen ermöglichen soll.
Das Leistungsspektrum umfasst zudem viele weitere Angebote, von der Inobhutnahme, über Schulen für kranke Kinder bis hin zur Erstellung von Gutachten und wissenschaftlichen Studien.
Ein besonderes Augenmerk soll künftig auf den Ausbau der Interdisziplinarität gelegt werden; dazu gehören multiprofessionelle Teams aus Kinderärzten, Neurologen, Erziehern und Psychiatern, die alle Fälle möglichst individuell betrachten sollen, damit den Kindern und Jugendlichen, die meist schon sehr belastende Situationen durchleben mussten, bestmöglich geholfen werden kann.
Johannes Wiegelmann hob die Bedeutung verlässlicher, regional verankerter Angebote in der Kinder- und Jugendhilfe hervor und würdigte insbesondere das hohe persönliche Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich täglich für junge Menschen und ihre Familien einsetzen. Er bedankte sich für die Einblicke aus erster Hand und sagte zu, sich auf Bundesebene für die Anliegen der Kinder- und Jugendhilfe stark zu machen. Mit dem Projekt PETRA-Team will er darum auch künftig in engem Austausch bleiben.
Quelle: Redaktion MKK Echo

