Mittwoch, Januar 21, 2026
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Wandel auf Maintals Friedhöfen

Alternative Bestattungsformen nehmen zu – Urnenwahl reduziert Flächenbedarf

Wenn es um die letzte Ruhestätte geht, entscheiden sich Menschen immer häufiger für alternative Bestattungsformen mit einem geringen Pflegeaufwand. Damit steigt die Zahl an Urnenbeisetzungen. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Gestaltung und Nutzung von Friedhofsflächen aus: Traditionelle Erdgräber werden seltener, gemeinschaftliche Anlagen und naturnahe Bereiche gewinnen an Bedeutung – auch auf den Maintaler Friedhöfen.

So sind auf einigen Friedhöfen alternative Bestattungsangebote entstanden. Dazu zählen die Baum-Gemeinschaftsgrabanlagen auf dem Alten Friedhof Wachenbuchen und dem Neuen Friedhof Dörnigheim, die Gemeinschaftsgrabanlage „Blätter im Wind“ auf dem Neuen Friedhof Dörnigheim und die gärtnerbetreute Grabanlage auf dem Friedhof in Bischofsheim. Hinzu kommen zahlreiche naturbelassene Baumgräber auf verschiedenen Friedhöfen.

Gemeinschaftsgrabanlagen werden häufig mit anonymen Bestattungsformen verwechselt. Tatsächlich unterscheiden sie sich jedoch deutlich davon. Zwar erfolgt die Pflege der Grabfelder durch die Friedhofsverwaltung oder beauftragte Dritte und nicht durch die Angehörigen, dennoch sind die Beisetzungen nicht anonym. Die Namen und Lebensdaten der Verstorbenen werden auf Grabmalen, Plaketten oder anderen Gedenkelementen angebracht. So bleibt jeder einzelne Mensch sichtbar. Klare Grabgrenzen gibt es hingegen nicht.

Die Planung für weitere Bestattungsformen auf den sieben städtischen Friedhöfen orientiert sich am Bedarf. Viele der neuen Gemeinschaftsgrabanlagen gibt es in Maintal erst seit kurzem. Und wenngleich das Interesse an alternativen Beisetzungsmöglichkeiten, die einen geringen Pflegeaufwand, aber dennoch eine würdevolle Bestattung ermöglichen, gut angenommen werden, hängt die weitere Entwicklung von der Nachfrage ab. „Wir werden die Planung für die Entwicklung unserer Friedhofsflächen an den Wünschen der Menschen für die eigene oder die Beisetzung ihrer Angehörigen orientieren“, betont der Erste Stadtrat Karl-Heinz Kaiser als zuständiger Dezernent.

So ist für den Neuen Friedhof in Hochstadt eine gärtnerbetreute Grabanlage vorgesehen. Auf dem alten Friedhof soll wiederum eine Baum-Gemeinschaftsgrabanlage entstehen. In Dörnigheim ist angedacht, die Baum-Gemeinschaftsgräber zu erweitern. Bei Baum-Gemeinschaftsgrabanlagen handelt es sich um gärtnerisch angelegte Flächen rund um einen Baum, wobei die einzelnen Grabstätten durch bodengleiche Grabmale gekennzeichnet werden. Davon zu unterscheiden sind Bestattungsbäume, eine besonders naturbelassene Form der Beisetzung. Hier erinnern keine Grabmäler, sondern kleine Schilder am Stamm an die Verstorbenen. Aufgrund der starken Nachfrage nach beiden Baum-Bestattungsformen wurden und werden auf vielen Maintaler Friedhöfen neue Bäume gepflanzt.

Die Anlage „Blätter im Wind“ könnte in den nächsten Jahren ebenfalls erweitert werden – allerdings erst, sobald die in Dörnigheim verfügbaren Grabplätze belegt beziehungsweise reserviert sind.

Alle Informationen unter www.maintal.de/friedhof

 

Quelle: MKK-Echo

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