Auf Einladung der Fraport AG haben Vertreter:innen des Bündnis 90/Die Grünen Nidderau den Frankfurter Flughafen besucht, um sich über die aktuellen Herausforderungen zwischen ökologischer Verantwortung, Anwohnerinteressen und internationaler Wettbewerbsfähigkeit auszutauschen. Im Fokus stand dabei die Balance zwischen wirtschaftlicher Notwendigkeit und dem Schutz von Natur und Lebensqualität in der Region – ein Spannungsfeld, welches den Flughafen seit Jahrzehnten prägt.
Der Flughafen Frankfurt ist mit rund 80.000 Beschäftigten, davon mehr als 18.000 bei Fraport, nicht nur ein zentraler Arbeitgeber, sondern auch ein Infrastrukturunternehmen mit öffentlicher Mehrheitsbeteiligung. Die Geschichte des Standorts ist dabei durchaus geprägt von Konflikten: Während die Auseinandersetzungen um die Startbahn-West in den 1980er-Jahren zu tiefen gesellschaftlichen Gräben führten, gelang in den folgenden Jahrzehnten eine konstruktive Mediation bei weiteren Ausbaustufen, welche die Anwohnerbelange stärker in die Planung einbezog. Heute steht der Flughafen vor der Aufgabe, seine internationale Konkurrenzfähigkeit zu sichern, ohne ökologische und soziale Standards zu kompromittieren.
Besonders hervorgehoben wurden während des Besuchs die bereits umgesetzten Maßnahmen zur Nachhaltigkeit, darunter extensive Magerrasenflächen als Lebensraum für bedrohte Arten wie die Feldlerche sowie der Ausbau erneuerbarer Energien durch Photovoltaik-Anlagen auf dem Gelände. Zudem profitiert der Flughafen von einer vorbildlichen ÖPNV-Anbindung, die ihn zu einem der wenigen Großflughäfen macht, die direkt an das innerstädtische Verkehrsnetz angebunden sind.
Nicole Stahlberg, Stadtverordnete der Nidderauer Grünen und Organisatorin des Besuchs, betont die Bedeutung des Dialogs: „Der Flughafen Frankfurt ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor, aber auch ein Ort, an dem ökologische Verantwortung und soziale Rücksichtnahme täglich neu ausgehandelt werden müssen. Unsere Aufgabe als Grüne ist es, hier Brücken zu bauen – zwischen Wachstum und Nachhaltigkeit, zwischen globaler Vernetzung und lokaler Lebensqualität. Der heutige Besuch hat gezeigt, dass Fraport auf einem guten Weg ist, aber auch, dass wir weiter gemeinsam an Lösungen arbeiten müssen.”
Hintergrund: Die Fraport AG steht als Betreiberin des Frankfurter Flughafens seit Jahrzehnten im Spannungsfeld zwischen ökologischen Auflagen, Lärmschutzbestimmungen und dem Druck, im globalen Wettbewerb mit Standorten zu bestehen, die oft geringere Umweltstandards einhalten. Die Nidderauer Grünen setzen sich seit Langem für eine kohärente Verkehrswende ein, die den Luftverkehr nicht isoliert betrachtet, sondern in ein Gesamtkonzept aus Schienenausbau, digitaler Vernetzung und klimaneutralen Alternativen einbindet.
Quelle: Redaktion MKK Echo

