Mit einer sehr gut besuchten Veranstaltung wurde am vergangenen Samstag, 17. Januar 2026, die Ausstellung „Unsere Türkische Community: Erste Generation“ im Foyer des Neustädter Rathauses eröffnet. Die Brüder-Grimm-Stadt Hanau würdigt mit dem Projekt die Lebensleistung jener Menschen mit türkischen Wurzeln, die seit den 60er- und 70er-Jahren als sogenannte Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter nach Hanau kamen und die Stadtgesellschaft bis heute nachhaltig prägen.
Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft und Community und betonte die historische Bedeutung dieser ersten Generation türkischer Mitbürgerinnen und Mitbürger für die Stadt: „Der Begriff ‚Gastarbeiter‘ deutete einst auf einen vorübergehenden Aufenthalt hin – doch die Menschen blieben, gründeten Familien, engagierten sich und wurden zu einem festen Bestandteil unserer Stadt. Ohne ihre Lebensleistungen wäre Hanau nicht das Hanau, das wir heute kennen.“
Die Geschichte Hanaus sei seit Jahrhunderten auch eine Geschichte der Migration, so Bieri weiter. Heute sei Vielfalt kein Randthema mehr, sondern Teil der städtischen Identität: „Diese Ausstellung schafft Raum für die Gesichter und Stimmen der Menschen der ersten Generation. Sie macht Geschichte persönlich – und eröffnet zugleich den Dialog zwischen den Generationen.“
Ein besonderer Dank des Bürgermeisters galt dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales für die Förderung im Rahmen des Landesprogramms „WIR – Vielfalt und Teilhabe“ sowie dem Hanauer WIR-Vielfaltszentrum für die kontinuierliche Projektarbeit. Zudem begrüßte er die weiteren Rednerinnen des Abends: die türkische Generalkonsulin Nagihan Ilknur Akdevelioglu, die Staatssekretärin Katrin Hechler sowie die Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, Co-Schirmherrin und Initiatorin der Ausstellung.
Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck sprach von einer persönlichen Nähe zum Projekt: „Ich war von Beginn an in die Entstehung dieser Ausstellung eingebunden – und sie hat mich tief berührt. Die Offenheit und Würde, mit der die Menschen ihre Geschichten geteilt haben, zeigen, wie wichtig Zuhören ist.“ Die Ausstellung sei kein Abschluss, sondern ein Anfang für weitere Gespräche und Begegnungen in der Stadtgesellschaft.
Die Fotografien – aufgenommen und grafisch gestaltet von Mirjam Möß (Urban Media Project) – und biografischen Einblicke der Ausstellung zeigen eindrucksvoll Leistungen, Opfer und Lebensrealitäten der ersten Generation und schaffen zugleich Raum für Erinnerung, Anerkennung und Emotionen. Besonders für jüngere Generationen eröffnet die Ausstellung neue Zugänge zur Geschichte ihrer Eltern und Großeltern.
Den besonderen Rahmen der Eröffnung nutzten Bürgermeister Dr. Bieri und Stadtverordnetenvorsteherin Funck auch, um den 21 porträtierten Protagonistinnen und Protagonisten mit einem Geschenk für ihre Mitarbeit zu danken. Jede und jeder erhielt ein gerahmtes Bild des eigenen Ausstellungsfotos sowie die Urkunde über einen für sie oder ihn gepflanzten Baum im Hanauer Stadtwald. Der Baum, so Funck bei der Überreichung, stehe symbolisch für die Verwurzlung der Frauen und Männer in der Stadt.
Die Ausstellung wurde federführend vom Haus für Demokratie & Vielfalt (HDV) konzipiert und produziert. In den vergangenen Wochen wurde sie unter Begleitung von HDV-Teammitglieder bereits in Moscheegemeinden, Vereinen sowie bei öffentlichen Veranstaltungen präsentiert. Sie ist als wachsendes Projekt angelegt und soll kontinuierlich erweitert sowie künftig an weiteren Orten im Stadtgebiet gezeigt werden – bewusst dort, wo die Geschichte der ersten Generation bis heute lebendig ist. Hanauer Institutionen und Vereine können die Ausstellung künftig ausleihen; Anfragen sind per E-Mail an demokratie@hanau.de möglich.
Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, die Ausstellung bis zum 31. Januar während der Öffnungszeiten im Neustädter Rathaus zu besuchen: täglich von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs und samstags von 10 bis 17 Uhr. Das Team des HDV ist während dieser Zeiten vor Ort und steht für Fragen zum Projekt und zur Ausstellung gerne zur Verfügung.
Pressekontakt: Ute Wolf
Ausstellung 1. Generation – unsere türkische Community
© Medienzentrum Hanau / Bildarchiv


Quelle: MKK-Echo

